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«Engelsgrab» auf dem Friedhof Burgdorf

| Di, 23. Apr. 2019

BURGDORF: Auf dem Friedhofareal wurde eine neue Grabstätte, das «Engelsgrab» eingeweiht. Hier finden zu früh oder tot Geborene ihre letzte Ruhe und deren Angehörigen einen Platz, um von ihnen Abschied zu nehmen. hkb

Margreth von Ballmoos, Abteilungsleiterin der Gynäkologie / Geburtshilfe des Spitals Emmental in Burgdorf, gelangte an die Behörden mit dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo Familienangehörige von ihren früh verstorbenen Kindern Abschied nehmen können.
Fehlgeburten oder tot geborene Kinder haben offiziell kein Recht auf eine Grabstätte, was den Angehörigen den Prozess des Abschiednehmens zusätzlich erschwert. Auch ein früh verstorbenes Kind, das keinen Atemzug selbstständig machen konnte, hat im Mutterleib gelebt, hat Emotionen ausgelöst; es hatte bereits einen Platz in seiner Familie.  
Hebammen, Pflegende, Seelsorgende und Trauerbegleitende können Familien in solchen Situationen unterstützen, doch längerfristig sind sie auf sich gestellt.
Die erste Begegnung zwischen Behörden und Bittstellern fand vor zwei Jahren statt. Ein Jahr später wurden die notwendigen Geldmittel und die gesetzlichen Grundlagen gesprochen. In Anlehnung an das Gemeinschaftsgrab entstanden verschiedene Gestaltungvorschläge für die neue Ruhestätte. Nach Abklärungen mit anderen Religionsgemeinschaften, welchen dieser Ort ebenfalls zur Verfügung steht, wurde über ein mögliches Denkmal diskutiert. Das Thema «Engel» schien für alle passend. Der Steinbildhauer Philipp Odermatt realisierte eine schlichte, ausdrucksstarke Marmor­figur, einen Flügel. Zusätzlich hat das Friedhofpersonal mit viel persönlichem Engagement im Rasen vier runde Blumenrabatten angepflanzt. Sie sind der Ort, wo die verstorbenen Kinder oder ihre Urnen der Erde übergeben werden. Die Angehörigen können ihr Kind anonym beerdigen oder eine Plakette mit dem Namen und Todesjahr gravieren lassen. Diese wird, einer Blume gleich, in die Erde gesteckt.
Bei der Eröffnung der neuen Grabstätte wurde ein Taschentuchbaum gepflanzt. Alle Anwesenden schütteten Erde in das Pflanzloch, ein symbolischer Akt, der bekräftigte, dass diese Idee von allen gemeinsam getragen wird.

Helen Käser

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