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«Es muess öppis bringe»

| Di, 09. Apr. 2019

BURGDORF: Das "Regionale Förderprogramm Emmental-Oberaargau 2020-2023" betreffend Neue Regionalpolitik NRP ist erstellt. An einer Medienorientierung waren Details zu erfahren. ra 

«Nachdem wir – die Regionalkonferenz Emmental und die Region Oberaargau – unser gemeinsames regionales Förderprogramm 2020 – 2023 betreffend Neue Regionalpolitik (NRP) erstellt haben, möchten wir Ihnen dieses gerne präsentieren», so die Worte auf der Einladung zur Medienorientierung vom 1. April 2019 in Burgdorf. – Mit der Neuen Regionalpolitik (NRP), welche am 1.1.2008 in der Schweiz in Kraft getreten ist, unterstützen Bund und Kantone das Berggebiet, den weiteren ländlichen Raum und die Grenzregionen in ihrer regionalwirtschaftlichen Entwicklung – so auch das Emmental und den Oberaargau.

Unterschiedliche Finanzhilfen
Das Förderprogramm 2020 – 2023 der Regionen Emmental und Oberaargau baut auf den ersten drei Programmen (2008 – 2011, 2012 – 2015, 2016 – 2019) auf. Voraussetzungen für qualitativ gute Projekte seien eine solide Trägerschaft und ein professionelles Projektmanagement, war zu erfahren. «Es muess öppis bringe» sei dabei zentral. In der Praxis wird zwischen den zwei folgenden Finanzhilfen unterschieden: nicht rückzahl­bare Projektbeiträge (für sogenannte «weiche» Projekte wie Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von Initiativen, Programmen und Projekten) und rückzahlbare, in der Regel zinslose Darlehen (für «harte» Projekte wie Infrastrukturbauten zur Steigerung der Standortattraktivität). Bisher unterstützte Projekte sind unter vielen anderen das Regionale Eissportzentrum Emme, Burgdorf, mit drei Millionen Franken, zahlreiche Wärmeverbunde, die Sanierung und Erweiterung der Ilfishalle, Langnau i. E., der Ausbau des Schlosses Burgdorf sowie die Erweiterung der Herzroute.

Gleiche Förderschwerpunkte
Das kantonale Umsetzungsprogramm 2020 – 2023 beinhaltet unverändert die drei Förderschwerpunkte «Tourismus» (mit den Akzenten Digitalisierung und Kultur), «Industrie» und «innovative regionale Angebote» (in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales, Freizeit und Sport). Beim Förderakzent Digitalisierung stehen neue digitale Vertriebskanäle, das Bündeln und Vernetzen von Angeboten und Plattformen und die digitale Automatisierung von Prozessen im Vordergrund. Bei der Kultur sollen in erster Linie Museen, Schlösser und Festivals verstärkt vermarktet werden. «Wir befinden uns jetzt in der Phase der letzten vier Jahre der Bundesperiode, die insgesamt acht Jahre dauert», liess Karen Wiedmer, Geschäftsführerin Regionalkonferenz Emmental, wissen. «Wir werden in vier Jahren sehen, ob es eine komplette Überarbeitung des Förderprogrammes braucht», ergänzte sie.

Mindestens ein Förderinhalt
Die Förderinhalte sind ebenfalls gleich geblieben. Darunter fallen die Punkte «überbetriebliche Produkt- und Prozessinnovationen», «Wissens- und Technologietransfer», «Qualifizierung regionaler Akteure», «unternehmensübergreifende Kooperationen», «Wertschöpfungsketten verlängern» und «wertschöpfungsorientierte Infrastrukturen und Angebote sichern und realisieren». Was da leicht abgehoben tönt, ist ganz einfach. «Wenn wir ein Gesuch erhalten, prüfen wir, ob es mindestens einem dieser Förderinhalte entspricht», so Karen Wiedmer. Bei positiver Beurteilung durch den NRP-Ausschuss Emmental-Oberaar­gau beantragt die Region beim Kanton (beco/TouReg) den Projektbeitrag beziehungsweise das zinslose Darlehen. – Auch die NRP-Entwicklungsstrategie ist gleich geblieben. «Als Region Emmental und Oberaargau wollen wir unsere spezifischen Stärken nutzen, um die regionalen Nachteile auszugleichen», fasste die Geschäftsführerin zusammen.

64 Projekte haben profitiert
Seit Beginn im Jahr 2008 konnten in den Regionen Emmental und Oberaargau 64 Projekte von der NRP profitieren. Gesamthaft wurden zinslose Darlehen in der Höhe von 16,19 Millionen Franken und Projektbeiträge im Umfang von 3,725 Millionen Franken gewährt. Mit 52 Prozent floss mehr als die Hälfte der Projektbeiträge in den Tourismus. 19 Projektskizzen sind im aktuellen 50-seitigen Förderprogramm Emmental-Oberaargau aufgeführt, darunter «Kulturarchiv Emmental», «Schulreiseland Emmental», «Buchungsplattform Emmental» und «CreativeLab». Wenn etwas im Förderprogramm aufgeführt sei, bedeute das nicht, dass es umgesetzt werde – und umgekehrt, war von Stefan Costa, Geschäftsführer Region Oberaargau, zu erfahren. Letztendlich möchte der Bund den Finanzrahmen abschätzen können. Die verschiedenen regionalen Förderprogramme werden zum kantonalen Programm zusammengefasst. Dieses wiederum gibt der Kanton beim SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) ein.

 Barbara Schwarzwald

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