Partner-Apéro für Sponsoren, Gönner/innen und Sympathisanten
01.07.2019 Foto, Lützelflüh, Kultur, GesellschaftAm vergangenen Freitagabend lud das Gotthelf Zentrum Emmental Lützelflüh Sponsoren, Gönnerinnen und Gönner sowie Sympathisanten und Mitarbeitende zum alljährlichen Partner-Apéro ein. «Mit diesem Anlass wollen wir uns für die Unterstützung bedanken, die dem Gotthelf Zentrum in verschiedenster Form zukommt», erklärte Heinrich Schütz, Mitglied des Leitungsteams. «Ohne die finanziellen Zuwendungen und das vielseitige Engagement seitens der Anwesenden hätte sich das Museum im ehemaligen Pfarrhaus nie zum kulturellen Leuchtturm entwickelt, der weit über das Emmental in die ganze Schweiz ausstrahlt.»
Vizegemeindepräsident Kurt Baumann überbrachte eine Grussbotschaft und Dankesworte namens der Gemeinde Lützelflüh. Er betonte, dass das Zentrum für die Behörden eine wichtige Kulturinstitution, eine Herzensangelegenheit, sei. Aus diesem Grund unterstütze der Gemeinderat den Betrieb mit einem namhaften finanziellen Beitrag.
Einblick in die Geschichte der Käseherstellung im Emmental
Der Zoologe, Verhaltensforscher, Käseexporteur und Alpinventarisator Ernst Roth, Präsident der Roth-Stiftung Burgdorf, ging in seinem Referat «Sind die obersten Emmentaler wirklich Emmentaler?» auf das Entstehungsgebiet der Emme und die Geschichte der Käseherstellung in unserer Region ein. Das Thema passte perfekt zur aktuellen Sonderausstellung im Zentrum, die dem satirischen Roman «Die Käserei in der Vehfreude» gewidmet ist, den Jeremias Gotthelf bzw. Albert Bitzius im Jahr 1850 im Berliner Verlag von Julius Springer publizierte. Der Schriftsteller und Pfarrer setzte sich darin mit dem kulturellen Umbruch auseinander, den der Boom der Talkäsereien zu seinen Lebzeiten auslöste. Ernst Roth nahm die geladenen Gäste mit auf eine faszinierende Reise durch die Zeit entlang der Emme von ihrem Ursprung im Grenzgebiet zwischen den Kantonen Luzern und Bern bis nach Lützelflüh und Burgdorf. Der Käse avancierte neben Holz, Vieh, Schnaps und Leinen – begünstigt durch die Talkäsereien – zum wichtigsten Exportschlager aus dem Emmental. Das Publikum erfuhr viel Wissenswertes über Milchwirtschaft, Produktion, Lagerung des Käses und über die Handelswege, die den «Emmentaler» in die ganze Welt führten. Seine Ausführungen illustrierte der Referent mit zahlreichen Fotografien, Gemälden, Skizzen, Dokumenten und Holzschnitten aus der Schatzkiste der reichhaltigen Sammlung der Roth-Stiftung, die sein Vater Alfred G. Roth im Jahr 1986 ins Leben rief, um die Kulturgeschichte des Emmentals zu dokumentieren. Die faszinierenden Werke von Künstlern wie Emil Zbinden, Simon Gfeller, Werner Neuhaus, Samuel Hieronymus Grimm, Fred Baumann, Hans Gartmeier oder Albert Anker zeigen die Landschaft und das Leben im Emmental und enthalten zahlreiche historisch wertvolle Informationen.
Der Abend klang mit einem reichhaltigen Apéro auf dem Platz vor dem ehemaligen Pfarrhaus aus. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen und rege miteinander zu diskutieren. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass von den jazzigen Klängen des Trios «Three4Swing».
Markus Hofer

