75 Jahre BWK Burgdorf

| Di, 10. Sep. 2019
Elisabeth Zäch, Giovanna Battagliero, Eva Jaisli, Adrian Friedli und Walter Gerber

Burgdorf: Die Jubiläumsfeier wurde mit Leuten aus Politik und Wirtschaft gefeiert. An einer Podiumsdiskussion sprachen Vertretende aus Bildung und Wirtschaft zum Thema «Die Herausforderungen der beruflichen Weiterbildung im heutigen Umfeld». hkb

 

Der Präsident der BWK (Berufliche Weiterbildungs-Kurse), Fritz Scheid-
egger, begrüsste die Gäste in der Kulturhalle Sägegasse. Er sprach über euphorische Höhen ebenso wie über Tiefpunkte in der Geschichte der BWK. Heute blicken sie positiv in die Zukunft, denn ihre Angebote seien stets aktuell und darum gefragt. Wie im Leitbild beschrieben, sind die BWK bestrebt, durch ein modernes, breit gefächertes Angebot allen Fortbildungsbeflissenen sowie Firmen und Verwaltungen Weiterbildungen anzubieten. Professionalität, Zuverlässigkeit und einwandfreier Kundendienst seien oberstes Gebot.
Der Stadtpräsident Stefan Berger sprach in seiner Grussbotschaft über die Vielfalt der Kurse, die für jede erwachsene Person etwas Passendes biete. Er bedankte sich für das Engagement der Schulleitung und der Lehrpersonen. In Burgdorf könne von Frühförderung über die Primar- und Oberstufe auch das Gymnasium oder eine Berufslehre abgeschlossen werden. Die BWK bilde auch nach abgeschlossener Ausbildung weiter. Damit leiste diese Institution einen wichtigen Beitrag zur Bildungsstadt Burgdorf.

Gratulation von Christine Häsler
Die Regierungsrätin und Erziehungsdirektorin Christine Häsler gratulierte den BWK zum Mut, während den Kriegsjahren eine solche Institution gegründet zu haben. Sie betonte, dass Weiterbildung für Erwachsene heute notwendiger sei denn je und ermutig­te, sich auf diese Weise den beruflichen Herausforderungen zu stellen. Die Erziehungsdirektion unterstütze mit ihrem Leistungsvertrag lebenslanges Lernen. Grundkompetenzen wie Sprachkenntnisse und Leseverständnis seien Voraussetzungen für eine Integration. Auch Erwachsene sollen noch die Möglichkeit nutzen, einen Berufsabschluss zu erlangen.

Die Herausforderungen der beruflichen Weiterbildung
Verschiedene Gäste aus Wirtschaft und Bildung äusserten sich zu diesem Thema in einer Podiumsdiskussion, welche von Elisabeth Zäch moderiert wurde.
Dr. Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools, erläuterte das sogenannte Dreiphasen-Modell, das aus Ausbildung, Berufsausübung und Rente bestehe. Dieses Modell sei längst überholt. Eine kontinuierliche Weiterbildung sei äusserst wichtig. Sie mache einen Betrieb wettbewerbsfähig, was bei PB Swiss Tools zu einer Expansion geführt habe. Das wiederum schaffe zusätzliche Arbeitsplätze. Es sei nicht zu verhindern, dass gewisse Berufe verschwinden, aber neue würden entstehen. Die BWK sei ein wichtiges Angebot, welches indirekt zum Firmenerfolg beitrage.
Giovanna Battagliero, Präsidentin KV Bern und Geschäftsleitung Bundesamt für Sozialversicherungen, bedauerte, dass für Arbeitnehmende oft Stolpersteine im Weg stünden. Bei vielen sei die Kursfinanzierung nicht vom Arbeitgeber gesichert, die Kurszeiten passen nicht zu den Arbeitszeiten oder die Leute meinen, sie seien zu alt für Fortbildungen. Oft seien nicht Kurse gefragt, die ein breites Wissen vermitteln, sondern modulare Angebote.
Die GLB bezahlen jährlich über eine halbe Million Franken für die Weiterbildung ihrer Angestellten. Dr. Walter Gerber, Präsident HIV Emmental und Geschäftsleiter GLB Langnau, betonte, dass berufliche Weiterbildung das Kapital einer Firma sei. Erstaunt habe ihn die Tatsache, dass Kurse wie «Früherkennung des Burn-outs» auf enormes Interesse stossen. Darum sei auch Gesundheitsförderung ein wichtiges Thema.
Die Digitalisierung schreite schnell voran, was in seinem Betrieb nicht eine Stellenkürzung zur Folge habe, sondern eine Umstrukturierung. Die Arbeit verlagere sich zeitlich um ungefähr 10 Prozent von aussen nach innen.
Der Leiter der BWK, Adrian Friedli, stellt sich den stetigen Veränderungen. Von den jährlich 200 ausgeschriebenen Bildungsangeboten konnten in den letzten Jahren 80 Prozent durchgeführt und kontinuierlich der Zeit und den Bedürfnissen angepasst werden. Sprachen, Informatik, Kurse zum Thema Arbeitswelt, Rechnungs- und Personalwesen, Handelsschule und Einbürgerungskurse fordern eine stete Aktualisierung, auch für die Lehrpersonen. Der Austausch mit Vertretenden der Wirtschaft sei wichtig. Für seinen Einsatz wurde er von Christoph Grimm, dem für das Ressort Bildung zuständigen Gemeinderat, für seine Verdienste geehrt. Für die musikalische Umrahmung sorgten «The Vocalistas» unter der Leitung von Francesca Keller. Die Gruppe von zwölf jungen Sängerinnen, jede von ihnen mit einer tragenden Solostimme, sangen sich mit ihren Liedern von Pop bis R ’n’ B in die Herzen des Publikums.

Helen Käser

Bildungsangebote und weitere Informationen unter www.bwk.ch.

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