Ersigen wählt am 24. November 2019
11.11.2019 Aktuell, Ersigen, FotoDie letzten Wahlen in der Gemeinde Ersigen liegen bereits sechs Jahre zurück. Im November 2013 entschieden die Stimmbürger/innen zum letzten Mal über die Zusammensetzung der Exekutive. Damals gewann die SVP vier Sitze, die FDP/Freie Wähler zwei Sitze und die SP einen Sitz. Seither ist in der kommunalen Politik viel passiert. 2015 löste sich die lokale FDP-Sektion auf. Im Jahr 2016 fusionierten die Einwohnergemeinden Ersigen, Niederösch und Oberösch. In diesem Zusammenhang wurde die Amtsdauer der Exekutivmitglieder bis Ende 2019 verlängert. Zugleich erhielten die beiden neuen Ortsteile Niederösch und Oberösch, vertreten mit Urs Wälchli (SVP) und Iris Balmer (SP), je einen Sitz im nun neunköpfigen Gemeinderat. Neben Wälchli und Balmer gehören derzeit Gemeinderatspräsident Simon Werthmüller, Rolf Gasser, Rosette Odermatt-Schütz, Monika Wyser (alle SVP), Simon Königsdorfer (SP) sowie Eliane Flükiger und Roger Anderegg (beide Freie Wähler) der Exekutive an.
Bei den Wahlen am 24. November 2019 wird der Gemeinderat wieder auf sieben Mitglieder verkleinert. Die Ausgangslage präsentiert sich somit äusserst spannend. Zudem dürfen mit Simon Werthmüller und Rolf Gasser zwei Bisherige infolge Amtszeitbeschränkung nicht mehr antreten. Rosette Odermatt-Schütz und Eliane Flükiger verzichten auf eine weitere Kandidatur. Die Karten werden also neu gemischt.
Die SVP hofft auf eine hohe Stimmbeteiligung
Die SVP strebt vier Mandate an. «Diese Zielsetzung ist ambitioniert, aber durchaus realistisch», gibt Peter Gerber, Präsident der SVP Sektion Ersigen, Auskunft. «Je grösser die Wahlbeteiligung ausfällt, desto besser das Ergebnis unserer Partei. Es zählt also jede Stimme. Da wir mit zwei Bisherigen und zwei neuen Kandidierenden antreten, befinden wir uns in einer günstigen Ausgangsposition. In der kommenden Legislaturperiode gilt es, die Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilen zu festigen, die Verkehrsprobleme zu bewältigen und die Finanzen ins Lot zu bringen. Insbesondere Letzteres ist eine grosse Herausforderung, da die Gemeinde nur wenig Spielraum hat und vieles vom Kanton vorgegeben wird. Die SVP setzt sich für attraktive Rahmenbedingungen für Gewerbe, Landwirtschaft und Bevölkerung ein. Unsere Partei engagiert sich für die Allgemeinheit. Wir wollen, dass der Gemeinderat als Team funktioniert und die Parteipolitik zugunsten des Wohls der gesamten Bevölkerung in den Hintergrund rückt.» Allgemein wünscht sich Gerber, dass die Bevölkerung den politischen Behörden und Verwaltungsangestellten mit Respekt und Anerkennung begegnet.
Die Freien Wähler ziehen mit einem Kandidaten ins Rennen
Auf der Liste der Freien Wähler tritt einzig Roger Anderegg an. «Wir beabsichtigen, diejenigen Wähler/innen anzusprechen, die sich durch SVP und SP nicht vertreten fühlen», erklärt Anderegg. Die Freien Wähler sind keine Partei im klassischen Sinne, sondern eine politisch und konfessionell unabhängige, liberal orientierte Gruppierung von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, welche sich für das Wohl der Gemeinde einsetzen. «Mir ist wichtig, dass Ersigen für alle Bevölkerungsgruppen und Altersklassen attraktiv bleibt», betont der Gemeinderatskandidat. «Als eine der wichtigsten Themen in der kommenden Legislatur erachte ich die Konsolidierung des Finanzhaushalts. Wir müssen mit den vorhandenen Mitteln haushälterisch umgehen, Wunschkonzerte sind kaum möglich. Die Herausforderungen der Zukunft eröffnen auch Chancen und Perspektiven, die es zu nutzen gilt. Ich bin gerne bereit, Verantwortung zu übernehmen und – im Falle meiner Wiederwahl – an einer lösungsorientierten und pragmatischen Politik mitzuwirken.»
Die SP strebt zwei Mandate an
Die SP setzt sich zum Ziel, in der kommenden Legislaturperiode mit zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten zu sein. Sie schickt zwei Bisherige und zwei Neukandidierende ins Rennen. «Auf unserer Wahlliste stellen sich durchwegs motivierte und am Interesse des Gemeinwohls verpflichtete Persönlichkeiten zur Verfügung», erklärt Ernst Rolli, SP-Leiter Ersigen. «Gemeinde und Behörden leisteten bei der Fusion gute Arbeit. Nun müssen wir in die Zukunft blicken und diese gemeinsam gestalten.» Die Sozialdemokraten ziehen mit dem Slogan «Fortschritt statt Rückschritt» in den kommunalen Wahlkampf. «Die SP vertritt in Ersigen als einzige Partei die Interessen der Arbeitnehmer/innen und Mieter/innen. Ebenfalls kämpfen wir konsequent für den Erhalt und die Förderung der natürlichen Ressourcen. Wir sind sowohl dem Umwelt- als auch dem Klimaschutz verpflichtet. Eine vorausschauende Bildungspolitik mit zeitgemässer Infrastruktur, der Erhaltung der bisherigen Schulstandorte und sicheren Schulwege ist uns ein grosses Anliegen.»
Wer künftig als Gemeinderatspräsident die Exekutive leitet, entscheidet sich an der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2019. SVP-Präsident Gerber erklärt: «Mit grösster Wahrscheinlichkeit wird die SVP eine Kandidatur einreichen. Wir wollen allerdings zunächst die Resultate der Gemeindewahlen abwarten.» Auch die SP hält sich derzeit noch bedeckt. Ernst Rolli erläutert: «Wir prüfen, ob wir Iris Balmer als Kandidatin aufstellen – dies hängt natürlich von ihrem Wahlergebnis ab.»
Markus Hofer
Freie Wähler Ersigen, Liste 1:
• Roger Anderegg (bisher, kumuliert)
SVP Sektion Ersigen, Liste 2:
• Urs Wächli (bisher, kumuliert)
• Monika Wyser (bisher, kumuliert)
• Andreas Kunz (kumuliert)
• Patrik Anliker
SP Ersigen, Liste 3:
• Iris Balmer Jordi (bisher, kumuliert)
• Simon Königsdorfer (bisher, kumuliert)
• Monika Szalai Bolli (kumuliert)
• Alan Hirschi (parteilos)

