Eine musikalische und literarische «Kopfreise»

| Di, 14. Jan. 2020

ERSIGEN: Das 32. Kammerkonzert mit Musik von Friedrich August Kummer und Texten von Johann Peter Hebel fand am 12. Januar 2020 mit zahlreichen Gästen statt. red

Unter dem Titel «Freude und Kummer aus dem Schatzkästlein» lud der Gemeinderat Ersigen zum 32. Kammerkonzert zum Jahresbeginn. Martina König und Kaspar Zwicky spielten Violoncello und Monika Pfister las die Texte.
Trotz dem frühlingshaften Wetter fanden am Sonntag, 12. Januar 2020, zahlreiche Gäste (und ein Hund) den Weg in den Singsaal der Schule Ersigen, um dem kleinen, aber feinen Konzert beizuwohnen.
Zum Einstieg wurden die Biografien von Kummer und Hebel vorgestellt. Friedrich August Kummer wurde 1797 in Meiningen (Deutschland) geboren und starb 1879 in Dresden. Er war Cellist, Cellolehrer und Komponist. Er komponierte unzählige Stücke und schrieb 1839 einen Violoncellolehrgang, welcher bis heute populär ist. Johann Peter Hebel wurde 1760 in Basel geboren und starb 1826 in Schwetzingen (Deutschland). Er war Schriftsteller, evangelischer Geistlicher und Lehrer. Aufgrund seines Gedichtbands «Allemannische Gedichte» gilt er gemeinhin als Pionier der Mundartliteratur. Grundsätzlich gibt es zwischen den beiden keine Gemeinsamkeiten. Monika Pfister las jedoch die zehn Texte sehr ausdrucksstark vor und die Violoncelli sorgten mit total acht Stücken für das passende Zwischenspiel. Auf diese Weise ergänzten sich die Texte und Töne und lösten bei den Zuhörern passende Bilder aus, genau wie Kaspar Zwicky dies zu Beginn des Konzertes prophezeite.
Schon nach der ersten Geschichte «Jakob Humbel» und dem Stück «Swiss Theme F-Dur aus op. 22 Nr. 3» zeigte sich, dass im Saal ein interessiertes Publikum sass, welches sich vorbehaltlos auf die «Kopfreisen» mitnehmen liess. Auch stellte man schmunzelnd fest,
dass schon vor über zweihundert Jahren ähnliche Probleme gewälzt wurden wie heute. Einzig die Sprache ist heute einfacher, löst aber nicht die gleichen Emotionen aus wie die alten Texte.
Der grosse  Applaus am Schluss kam von Herzen und der Gemeinderat Urs Wälchli verdankte im Namen der Behörde das Engagement der Künstler. Nach Abschluss des Konzertes trafen sich die meisten Konzertbesucher zum Schlummertrunk in einem Restaurant und liessen dabei sicher das Gehörte nochmals Revue passieren.
Wie Kaspar Zwicky auf Anfrage erzählt, ist er in Ersigen aufgewachsen. Die Kammerkonzerte wurden seinerzeit aufgrund des Schulhaus- und Aulabaus ins Leben gerufen. Wie vom Gemeinderat angetönt, hofft Ersigen auf die 33. Ausgabe des Kammerkonzertes im nächsten Jahr.

Alexandra Weber

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