Von Herzen «es guets Nöis»!

| Mi, 01. Jan. 2020

REGION: Nun hat das neue Jahr begonnen, Zeit Ausblick aufs 2019. Oder wie schon Erich Kästner meinte: «‹Wird’s besser? Wird’s schlimmer?›, fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Das Leben ist immer lebensgefährlich». In diesem Sinne «es guets Nöis»! smo

Lange vor dem Jahreswechsel liegen sie schon bereit, die Hochglanzmagazine, die voraussagen, was das neue Jahr für Steinbock, Löwe, Stier und alle anderen Sternzeichen bereit hält. Geprägt vom Wunsch nach der «sicheren» Zukunftsvorhersage kauft sich mancher gleich mehrere Hefte. Die Sterndeuter sind die aktuellen Propheten. Die einen kennen Buchstaben und Zahlen, Musiknoten, mathematische oder physikalische Formeln, während andere die Sterne am Himmel «kennen». Sie lesen sie wie Buchstaben, ordnen sie zu Bildern und wissen sie zu interpretieren.
Und wer das nicht kann? Ist der ein Anastrologe? So etwas wie ein Analphabet der Sterndeuter?

Die Sprache der Sterne ist in der Tat faszinierend. Ein Studium, das garantiert kein Ablaufdatum hat, eine Wissenschaft, deren Wichtigkeit für Kartenleser, für Pendler und gut bezahlte Seher entscheidend ist. Zum Jahreswechsel haben sie Hochkonjunktur, ebenso wie die Freistil-Astrologen, auf deren Prophezeiungen das neue Jahr «ufgleiset» werden soll. Alles soll berechnet, geplant, strukturiert sein, damit jedes Pech vermieden, jeder Erfolg erreicht und der Lebensqualitätspegel möglichst hoch gehalten werden kann.

Wo aber bleibt da noch Platz für Indivi­dualismus, Spontaneität, Unverhofftes, Glück oder Zufall? Wie öde wäre das Leben, wüssten wir immer im Voraus, was passieren wird. Was wir sicher wissen: Das Leben erfordert Mut. Es erlaubt uns aber ein Träumen vom Morgen und ein Schöpfen aus dem Heute. Das neue Jahr liegt wie eine weisse Leinwand vor uns. Bemalen wir sie mit
den bunten Farben unserer Alltags­erlebnisse! Alles was wir heute tun, skizziert das Gemälde von morgen. Für die Farben des neuen Jahresbildes in unserer persönlichen Lebens-Bilder­galerie braucht es ein offenes Herz, wache Sinne, Welt- und Umweltbewusstsein, Achtsamkeit und Respekt im Zusammenleben. Neugier und Interesse sollen den Pinsel führen.

Dies hier sei allen «Suchenden» für das neue Jahr mitgegeben: «Das Alte abgelegt, das Neue angefangen, wer am Ende Vergangenes versteht, kann Neues erst empfangen.» Und die
Weisen der Brahmanen sehen es so: «Der Menschen ganzes Glück besteht in Zweierlei, dass ihm gewiss und ungewiss die Zukunft sei.»

Sylvia Mosimann

 

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