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Die bürgerlichen Parteien treten mit einem Viererticket an

| Mi, 01. Jul. 2020

BURGDORF: FDP, BDP, SVP und EDU wollen die Mehrheit im Gemeinderat zurückerobern – auf eine Kandidatur für das Stadtpräsidium wird verzichtet. red

Am vergangenen Sonntag luden die FDP, BDP, SVP und EDU Burgdorf zu einer Pressekonferenz auf dem Kronenplatz in der Altstadt ein. Unter dem Motto «Zäme für aui» präsentierten die bürgerlichen Parteien den Medien sowie der interessierten Bevölkerung die Kandidierenden für die Gemeinderatswahlen am
29. November 2020. Mit einem Viererticket, bestehend aus den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern Charlotte Gübeli und Francesco Rappa (beide BDP) sowie Barbara Lüthi-Kohler (SVP, neu) und Elias Maier (FDP, neu), wollen die Bürgerlichen die Mehrheit in der Exekutive zurücker­obern. Die parteipolitische Zusammensetzung präsentiert sich gegenwärtig wie folgt: SP 2 Sitze (inklusive Stadtpräsidium), Grüne
1 Sitz, EVP 1 Sitz, Grünliberale 1 Sitz, BDP 2 Sitze.
«Wir konzentrieren all unsere Kräfte auf die Gemeinderatswahlen und verzichten deshalb auf eine Kandidatur für das Stadtpräsidium», erklärte FDP-Stadtrat Jürg Kämpf, der den Anlass moderierte. «Die momentane Sitzverteilung im Gemeinderat widerspiegelt keineswegs die Bedürfnisse und Anliegen einer Mehrheit der Burgdorferinnen und Burgdorfer. Dies wollen wir ändern und damit den Weg für eine innovative, nachhaltige und vor allem wirtschaftlich gesunde Entwicklung der Zähringerstadt ebnen. Unser Viererteam mit zwei Frauen und zwei Männern, die von den lokalen und regionalen Wirtschaftsverbänden unterstützt werden, zeichnet sich durch Vielseitigkeit und Ausgewogenheit aus und spricht alle Generationen an. Erfahren, kompetent, pragmatisch und engagiert – ‹zäme für aui› bringen wir Burgdorf voran.» Da die Bürgerlichen das Stadtpräsidium nicht angreifen, scheint die Wiederwahl von «Stapi» Stefan Berger (SP) festzustehen.
 
Das bürgerliche Viererticket
Alle Kandidierenden der Bürgerlichen sind in Burgdorf bekannt. Charlotte
Gübeli, Dr. pharm. Apothekerin, amtiert seit acht Jahren als Gemeinderätin und steht dem Ressort Soziales vor. «Gerne bin ich bereit, mich nochmals vier weitere Jahre für unsere Stadt zu engagieren. Im Fall meiner Wiederwahl möchte ich in der nächs­ten Legislaturperiode die notwendige Digitalisierung unseres Sozialdienstes in Angriff nehmen und mich als Mitglied des Verwaltungsrats Hallenbad Burgdorf für den geplanten Neubau einsetzen.» Weiter will Gübeli für einen ausgeglichenen Haushalt, eine zukunftsorientierte, ökologische Stadtentwicklung, ein grosszügiges Dienstleistungsangebot für die ältere Generation und eine gesicherte Sozialhilfe einstehen.
Barbara Lüthi-Kohler politisiert seit 2015 im Stadtrat für die SVP und amtierte 2019 als Stadtratspräsidentin. Der Vizepräsidentin des Berner Bauernverbands und Landwirtin NEK ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht ein grosses Anliegen. «Nachhaltigkeit bedeutet für mich, einen intakten Lebensraum für kommende Generationen zu schaffen – und nicht die Umsetzung von Luxusprojekten, die auf lange Sicht horrende Kosten generieren.» Finanzielle Mittel für anstehende Projekte – etwa im Bereich der Schul- und Verwaltungsraumplanung – gelte es so einzusetzen, dass mit Sicherheit auf eine Steuererhöhung verzichtet werden kann. Lüthi möchte sich weiter für ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Stadt und Land einsetzen.
Francesco Rappa, Grossrat, steht seit 2016 als Gemeinderat dem Ressort Tiefbau und Werkbetrieb vor. «Als selbstständiger Unternehmer liegt mir natürlich das Wohlbefinden des Gewerbes ganz besonders am Herzen», betont er. «Entsprechend möchte ich auch in Zukunft Vollgas für unsere KMU und die damit verbundenen Arbeitsplätze geben. Mit Vehemenz würde ich mich gegen eine allfällige Steuererhöhung zur Wehr setzen. Wir müssen in den kommenden Jahren sinnvolle Investitionen tätigen, dürfen uns aber angesichts der Finanzlage keinen allzu grossen Träumereien hingeben.» Rappa stört sich insbesondere an der von Rot-Grün-Mitte vorangetriebenen Ideologisierung der städtischen Politik: «Teilweise werden prestigeträchtige Zielsetzungen verfolgt, die aber abstrus sind und in eine Einbahnstrasse führen. So zieht etwa die bis 2030 angestrebte Klimaneutralität enorme Kosten nach sich. Wir Bürgerlichen wollen auf allen Ebenen einen pragmatischeren und lösungs­orientierten Weg einschlagen.»
Der Vierte im Bunde der bürgerlichen Kandidierenden ist der 30-jährige Elias Maier, seit 2017 Präsident der FDP Burgdorf. Vor vier Jahren verpasste der Geschäftsführer des Schweizerischen Verbandes der Bürgergemeinden und Korporationen den Einzug in den Gemeinderat nur um Haaresbreite – lediglich 28 Stimmen fehlten ihm zum Gewinn des anvisierten Sitzes. «Die Stadt Burgdorf benötigt einen politischen Richtungswechsel, einen Aufbruch», zeigt er sich überzeugt. «Viele wichtige Projekte stehen an – insbesondere in den Bereichen Wohnen, Bildung und Wirtschaft. Unser bürgerliches Viererticket bringt den nötigen Drive mit, um diese anzupacken. Zudem macht die Coronakrise deutlich, dass in der Vergangenheit zu wenig auf die Stadtfinanzen geachtet wurde.» Maier will sich unter anderem für eine bürger- und gewerbefreundliche Stadt einsetzen, die Jugend ansprechen und sich aktiv für Kultur und Sport engagieren: «Ich möchte Burgdorf gestalten, statt zu verwalten, und mich für zukunftsfähige Lösungen einsetzen.»
Der Wahlkampf in der Zähringerstadt ist somit definitiv eröffnet – die Stadtfinanzen werden in den kommenden Wochen und Monaten zu einem zentralen Wahlkampfthema avancieren.

Markus Hofer

 

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