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Tierrekord-Saison mit anspruchsvollen Pfleglingen und ein neues Angebot

| Di, 22. Sep. 2020

UTZENSTORF: Bis Mitte September 2020 wurden bereits über 2100 in Not geratene Wildtiere betreut. zvg

Das Jahr 2020 ist nicht nur aufgrund der Coronapandemie eine grosse Herausforderung für die Stiftung Wildstation Landshut in Utzenstorf. In die rein spendenfinanzierte Stiftung, die sich um kranke, verletzte und verwaiste einheimische Wildtiere kümmert, wurde seit Jahresbeginn eine schier nicht enden wollende Flut von in Not geratenen Tieren eingeliefert – bis Mitte September waren es über 2100! Ein absoluter Rekord! Alleine über 700 Singvögel, mehr als 100 Eulen und Greifvögel, ebenso viele Fledermäuse sowie weit über 800 Igel betreuten die Mitarbeiter der Wildstation in dieser Saison bereits. Einer der anspruchsvollen Pfleglinge ist – wie so viele der Wildstationspatienten – dem sicheren Tod noch einmal entronnen.

Am gedeckten Tisch beinahe verhungert
An genügend Nahrung scheint es in dem Gebiet nicht gemangelt zu haben, in dem der gerade flügge gewordene «kleine» Uhu Mitte August aufgefunden wurde. Das Bild, das sich dem Finder bot, hatte trotz aller Tragik etwas Komisches: Da sass die junge, unbeholfene Eule völlig ratlos auf einem toten Igel. Der junge Uhu hatte das Tier offensichtlich erbeutet, wollte es gerne fressen, aber wusste offenbar nicht wie. Igel gehören durchaus zum Beutespektrum von Uhus. Erfahrene, erwachsene Tiere «zerlegen» den Igel fachgerecht und lassen am Ende nur das Stachelkleid übrig. Doch die heranwachsende Eule hatte diesen «Kniff» offenbar noch nicht heraus. Überhaupt schien der bisherige Jagderfolg des Jung-Uhus eher gering gewesen zu sein, denn wie sich nach der Einlieferung in die Stiftung Wildstation herausstellte, war der Ernährungszustand des seltenen Vogels alles andere als gut – noch ein paar Tage länger und der Uhu wäre verhungert. Nach seiner Ankunft und eingehender Untersuchung im Wildtierspital erhielt der gefiederte Geselle mit den bernsteinfarbenen Augen deshalb als Erstes eine Infusion verab­reicht. Allmählich erholte sich der Uhu und er durfte bald von der «Intensivstation» in eine grosse, reich strukturierte Flugvoliere umziehen. Hier trainierte die junge Eule eifrig, sie machte Flug­übungen und beherrschte schliesslich Mitte September alle Fertigkeiten, die für einen erfolgreichen Beuteerwerb nötig sind. Auch das Zerteilen eines grösseren Beutetieres in schnabelgerechte «Häppchen» war nun kein Problem mehr für den nunmehr sehr stattlich und majestätisch aussehenden Uhu. Nun – gut Ding will Weile haben! Was dann folgte, war die Auswilderung am Jurasüdfuss in der Nähe des Fundortes. Seitdem gilt dort für alle Kleinsäuger: «Nehmt euch in Acht vor dem lautlosen Jäger der Nacht!»

Ein «wildes» Angebot
Wer neugierig geworden ist und mehr über einheimische Wildtiere und die Arbeit der Stiftung Wildstation Landshut erfahren möchte, hat beispielsweise Anfang Oktober die Möglichkeit dazu.
In Zusammenarbeit mit dem Verein Perlenkette Emme (www.perlenkette-emme.ch) wurde ein neues umweltpädagogisches Angebot entwickelt. Ein halbtägiger Ausflug verbindet eine erlebnisreiche Führung durch die Stiftung Wildstation mit einer spannenden Exkursion an die Emme. Der nächste «Wilde Emme-Anlass» findet am 8. Oktober 2020 statt. Des Weiteren bietet die Stiftung Wildstation Landshut vielfältige Aktivitäten rund um das Thema Wildtiere an wie etwa «Ein Tag mit dem Tierpfleger» oder den Besuch des gratis begehbaren Naturlehrpfades. zvg

Weitere Informationen zur Stiftung Wildstation sowie zu allen Angeboten findet man unter www.wildstation.ch.

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