Winterparadies im Garten – wie viel Kälteschutz braucht es?

  16.12.2020 Aktuell, Foto, Region, Burgdorf, Kultur

An unser Klima angepasste Pflanzen brauchen keinen Kälteschutz. Einheimische Wildpflanzen sind auch in dieser Hinsicht die pflegeleichtesten. Am empfindlichsten ist Neugepflanztes und was an ein wärmeres Klima gewohnt ist. Neu gepflanzte Rosen können Sie mit Erde anhäufeln. Rosenbäumchen brauchen Winterschutz auch an der Veredelungsstelle, also da, wo die Krone beginnt. Sie können dort Stroh oder kleine Tannenzweige anbinden. Oft ist ohnehin nicht die Kälte das Problem, sondern der Wasserhaushalt: Wintergrüne Pflanzen verdunsten auch bei tiefen Temperaturen Wasser, dass sie aber bei gefrorenem Boden nicht aufnehmen können. Mit einem Fleece umwickelt wird die Verdunstung vermindert. Verwenden Sie keinen Plastik als Winterschutz, die Gefahr, dass Ihre Pflanzen darunter verfaulen, ist gross. Der beste Winterschutz ist und bleibt eine weiche Schneedecke.

Regenwürmer im Frühwinter
Haben Sie viele Wurmhäufchen auf Ihrem Rasen gefunden? Herzliche Gratulation, dann haben Sie vieles richtig gemacht! Regenwürmer sind die beinahe unsichtbaren Heinzelmännchen in Ihrem Garten. Ihre Gänge durchlüften den Boden und helfen, dass das Regenwasser vom Boden gut aufgenommen werden kann. Sie ziehen abgestorbenes Pflanzenmaterial wie Erntereste oder totes Laub in ihre Röhren. Pilze und Bakterien verdauen die Pflanzenreste vor, bevor die Regenwürmer das Material in einen höchst fruchtbaren Dünger verwandeln. Beim nächsten kräftigen Regenguss verschwinden die kleinen Häufchen und der wertvolle Dünger steht Ihren Pflanzen zur Verfügung. Auf einem Quadratmeter leben bis zu 100 Würmer, die an die 10 Kilogramm frischen Humus im Jahr bilden.
Wenn Sie noch keine oder wenige Regenwürmer als Untermieter in Ihrem Garten haben, liegt es vermutlich an (übermässigem) Dünger- und/oder Insektizideinsatz. Verdichteter oder stark umgeschaufelter Boden kann auch ein Problem sein, nicht nur für Regenwürmer, sondern für alle Bodenlebewesen. Gerade wenn gebaut wird, ist es wichtig, zum Boden und seinen Bewohnern Sorge zu tragen. Ist der Boden erst einmal verdichtet, kann es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis die fleissigen Würmer daraus wieder einen fruchtbaren Boden geschaffen
haben.

Auf dem Balkon
Meist ist der Platz auf Balkonien knapp. Deshalb ist es besonders wichtig, dass dort Pflanzen gedeihen können, die mehrere Funktionen erfüllen: Gewürzkräuter, die auch im Winter Ihren Balkon begrünen und verschönern, gibt es einige. Der echte Salbei ist eine sehr robuste und winterfeste Pflanze. Als Salbeibutter passt er beispielsweise perfekt zu Gnocchi. Thymian gibt es in vielen verschiedenen Sorten, die sich nicht nur vom Aussehen her unterscheiden, sondern auch im Geschmack. Zitronenthymian ist mein Favorit. Er ist mild im Geschmack und eignet sich auch hervorragend für Tee. Der echte Lavendel ist mit seinen silbernen Blättern im Winter auch ohne Blüten eine Schönheit. Wer auf Blüten nicht verzichten will, pflanzt Rosmarin. Die kleinen lila Blüten öffnen sich den ganzen Winter über. Alle diese Pflanzen lieben einen sonnigen Balkon, überstehen aber die hiesigen Winter problemlos, wenn sie bei frostfreiem Wetter mässig gegossen werden. Einzig der Rosmarin benötigt bei sehr kalten Temperaturen (unter -5°C) einen Winterschutz in Form von Tannästen oder einem Fleece.
Mit etwas Hilfe von Petrus werden Pflanzen von einer glitzernden Schneedecke geschützt, die Ihren Garten in ein vorweihnachtliches Winterparadies verwandeln.

Gabrielle Hochuli, Gartenleiterin von «HEKS – Neue Gärten»


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