Von der Schnapsidee zur Firma

| Fr, 08. Jan. 2021

LYSSACH: Loris Berger und Jasmin Toth sind als Quereinsteiger auf gutem Weg mit ihrem Start-up-Unternehmen AARE GIN. zvg

Es ist im Moment für die meisten Macher sicherlich kein günstiger Zeitpunkt, ihre Geschäftsidee umzusetzen und auf den Markt zu bringen. Es braucht dazu ein gutes Quantum Mut, Durchhaltewillen und nicht zuletzt ein günstiges Umfeld. Gerade auf diese Voraussetzungen konnte ein junges Paar aus Lyssach zählen. Loris Berger und Jasmin Toth sind als Quereinsteiger auf gutem Weg mit ihrem Start-up-Unternehmen AARE GIN.
Die Geschichte begann eigentlich mit der Schnapsidee von Loris Berger, einen eigenen Gin zu entwickeln und zu produzieren. Denn er wusste schon längst bei passenden Gelegenheiten einen guten Gin zu geniessen. Aber zuerst stand seine Weiterbildung im Vordergrund und diese verzögerte anfänglich die definitive Umsetzung seines Gin-Projektes. Dann kam der Zeitpunkt, als für ihn klar wurde: «Wenn nicht jetzt, dann nie!» Doch das Projekt entpuppte sich schon nach kurzer Zeit als entschieden aufwendiger, als anfänglich gedacht. Gemeinsam mit der in Solothurn ansässigen Destillerie wurde die Grundidee von Loris Bergers Gin-Kreation bis zum endgültigen Produkt weiterentwickelt und nochmals verfeinert. Denn die ersten Versuche waren nicht gerade vielversprechend. Der Prozess bis zum Endprodukt, dem AARE GIN, entpuppte sich schliesslich als komplexes Unterfangen mit viel Detailarbeit. Aber nach gut mehrmonatiger intensiver Vorarbeit wurde das Ziel erreicht. Aus der Destillationsanlage in Solothurn werden nun die verschiedenen Gin-Sorten mit typischem, aber auch eigenständigem Geschmack nach Lyssach geliefert.
Doch für ein gutes Produkt braucht es auch ein gutes Marketing. Bei dessen Aufbau ergänzen sich Loris Berger und Jasmin Toth auf perfekte Weise. Er wollte das Projekt möglichst schnell voranbringen und sie achtete genau auf eine perfekte Umsetzung. Denn es gab noch viele Herausforderungen zu bewältigen: Welche Form der Flasche sollte man wählen? Wie sollten die Etiketten gestaltet werden? Wer kann sie drucken? Wer kann eine gute Website gestalten? Wie wird der Vertrieb aufgebaut und wo soll der Gin angeboten werden?
Viele Lösungen anerboten sich aus dem Bekanntenkreis und somit konnte auch eine Überschreitung des festgelegten Budgets verhindert werden. Entstanden ist dadurch ein sympathischer Neben­effekt: Das ganze Projekt AARE GIN entstand vollumfänglich grossräumig rund um Lyssach. Das Etikettieren, das Abfüllen in Flaschen und der Versand, alles passiert nun in einem erstaunlich kleinen Kellerraum. Die administrative Arbeit wird in der Wohnung erledigt.
Nun steht also der regionale Gin bei ausgesuchten Händlern im Regal. Schon am speziellen Design der Flaschenetikette wird man den AARE GIN sofort erkennen. In unterschiedlichen Farben glänzt die Stadtberner Aareschlaufe je nach Inhalt der Gin-Flasche.
Selbstverständlich haben die beiden auch einen Onlinevertrieb aufgebaut. Loris Berger und Jasmin Toth wollen interessierte Kundinnen und Kunden auch gerne persönlich beraten und pflegen dabei im Gespräch eine frische Du-Kultur. Im Gegensatz zu den meisten anderen Produzenten stehe der Absatz nicht an erster Stelle, betont das junge Paar. Viel wichtiger sei die Freude über das gelungene Projekt und die dadurch gewonnenen, wichtigen Erfahrungen.
 
Noch ein paar Worte zum Gin
Grundsätzlich ist die Gin-Herstellung relativ einfach: Man nimmt hochprozentigen Alkohol, legt Wacholder und ein paar andere Zutaten hinein und nach einer gewissen Zeit nimmt man sie wieder heraus. Das gäbe dann Gin, aber sicher keinen guten!
Der AARE GIN wird mit dem Mazerationsprozess hergestellt. Alkohol dringt in die Zellmembranen der eingelegten Pflanzen und Früchte (Botanics) ein und entzieht ihnen Moleküle, welche man später im Gin als Aromastoffe riechen und schmecken kann. Das Ganze wird dann sorgfältig destilliert und gebrannt. Der Wacholder ist für die Herstellung eines echten Gins übrigens verpflichtend. Alle anderen «Botanics» sind freie Kreationen der Hersteller, deren Gins in unzähligen Geschmacksnoten erhältlich sind.

Henry Oehrli

www.aaregin.ch

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