Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg besuchte Impfzentren

| Di, 23. Feb. 2021
Von links: Stefan Berger, Robert Escher und Pierre Alain Schnegg im Gespräch

BURGDORF: Der Gesundheitsdirektor wollte sich einen Überblick über die Situation in den Impfzentren des Kantons verschaffen. Im Gespräch äusserte er sich zudem gegenüber Massentests. Die erste Impfgruppe sollte nach Schätzungen bis im März durchgeimpft sein. hkb

Bei einem Rundgang durch das Impfzentrum Burgdorf wurde der Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg von Stadtpräsident Stefan Berger und verschiedenen Vertretern des Spitals Emmental begleitet. Der administrative Standortleiter des Impfzentrums, Dr. med. Herbert Dusch, und PD Dr. med. Robert Escher, Leiter der Medizinischen Klinik des Spitals Emmental, beantworteten medizinische Fragen, Sandro Perroni, Projektleiter der Impfzentren Burgdorf und Langnau, wusste über die Planung und Organisation des Impfstandorts Bescheid.
Der Gesundheitsdirektor des Kantons Bern liess sich die Räumlichkeiten im Detail zeigen: über die Administration zum Vorbereitungsraum für die Impfungen, vom Wartebereich in die Impfkojen und zum Ruheraum, wo die Geimpften wegen möglicher Impf­reaktionen noch eine Weile sitzen bleiben. Die Verantwortlichen erklärten die Abläufe und beantworteten Fragen. Schnegg zeigte sich beeindruckt und meinte überzeugt: «Die gut organisierten Prozesse des Impfzentrums Burgdorf decken die Bedürfnisse der ganzen Region ab.»

Der Gesundheitsdirektor äusserte sich zu Corona-Massentests
Obwohl der Bund die Kosten für Massentests übernimmt, zeigte sich Pierre
Alain Schnegg eher zurückhaltend gegenüber Massentests. Es sei wissenschaftlich nicht bewiesen, dass die Corona-Fallzahlen an Orten, wo in grosser Zahl getestet werde, tiefer ausfallen. Die Kantone pflegen den Erfahrungsaustausch, doch die Ideen unterscheiden sich. Der Kanton Bern hätte sich entschieden, die Massentests in Berufsschulen und anderen Institutionen, an Orten, wo sich Menschen aus verschiedenen Regionen begegnen, und bei Verdacht auf grössere Ausbrüche durchzuführen. Schnellspeicheltests würden vermutlich ab 1. März 2021 zur Verfügung stehen. Mobile Teams sollen diese anbieten, ebenso wie PCR-Tests. Denkbar sei deren Durchführung vor Kinobesuchen oder andern Anlässen. Schnelltests für den Hausgebrauch seien in der Schweiz noch nicht zugelassen.   Schnegg beteuerte, es sei der Regierung wichtig, so bald wie möglich zurück zur Normalität zu finden. Im Austausch mit der GPK und andern Kantonen werden die weiteren Massnahmen bestimmt.

Impftätigkeit in Burgdorf
Bereits seit dem 11. Januar 2021 wird hier geimpft, zuerst mit dem Impfstoff von Pfizer, seit Anfang Februar kam derjenige von Moderna dazu. Laut Regierungspräsident Schnegg zählt der Kanton Bern mehr als 100 000 Personen der Gruppe A, also Leute über 75 Jahre. Er freut sich, dass diese in Burgdorf bereits die zweite Dosis bekommen, natürlich dasselbe Produkt wie beim ersten Mal. Leider stünden dem Kanton nicht mehr Impfdosen zur Verfügung. Sandro Perroni bestätigte, dass die momentan 200 Impfungen pro Tag verdoppelt werden könnten. Auch personell wäre eine Frequenzsteigerung zu bewältigen, beispielsweise nach der Zulassung eines dritten Impfstoffes. Die Grundfläche des Impfzentrums sei verdoppelt worden, da die Warteräume und die Vorbereitungszimmer nicht den Anforderungen entsprachen. Auch hier gelten die Coronaregeln.
Sobald die erste Impfgruppe durchgeimpft ist, publizieren die Medien, dass für Leute der Gruppe B Termine freigeschaltet sind. Schätzungen deuten darauf hin, dass die Gruppe B im Monat März Termine buchen kann.

Impfungen auch beim Hausarzt?
Vergangenen Dezember und Januar war das Spital Burgdorf mit dem Erstellen und Einrichten des Impfzentrums beschäftigt. Motivierte Leute hätten diese Herausforderung mit viel Energie geschafft. Nun läuft die Impfkampagne reibungslos, das Personal sei mit den Arbeiten vertraut. Auf die Frage, ob da die Unterstützung der Hausärzte sinnvoll sei, äusserte sich Chefarzt Robert Escher mit einem klaren Ja, unter der Bedingung, dass mehr Impfungen geliefert würden. Die Unterstützung durch Personal des Impfzentrums wäre denkbar, denn die Handhabung der Corona-Impfstoffe stellt spezielle Anforderungen bezüglich Lagerung. Die Ampullen müssen bei tiefen Minustemperaturen gelagert und transportiert werden. Nach dem Aufziehen in die Spritzkanülen verfallen die Vakzine innert Stunden. Zudem ist der administrative Aufwand nicht zu unterschätzen. Escher stellt sich vor, dass die Hausärzte zusammenarbeiten, möglicherweise an einem Samstag einen Impftag organisieren. Viele Patientinnen und Patienten würden sich lieber in ihrer Praxis impfen lassen.
Das Interesse des Regierungspräsidenten sei spannend gewesen und hätte ihn gefreut, erklärte Perroni. Schnegg vermittle mit seinem Besuch Wertschätzung gegenüber Organisierenden und Impfpersonal. Nach zahlreichen Interviews setzte sich der Politiker in sein Fahrzeug und fuhr zum nächsten Impfzentrum.

Helen Käser

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