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Beim Schlusswort bricht die Sonne durch

| Mi, 22. Sep. 2021

AFFOLTERN I. E. / ALCHENSTORF: Rund 700 geladene Gäste treffen sich auf der Lueg zur offiziellen Feier und später 660 zum gemeinsamen Znacht in Aebis Wohnort Alchenstorf. zvg

Der Nationalratspräsident freut sich sichtlich, dass 130 der insgesamt 200 Mitglieder des Nationalrates aus allen Parteien seiner Einladung gefolgt sind. «Wir haben Session, sind in Bern, das Emmental ist bekanntlich wunderschön, Andreas Aebi ist populär, beliebt, umgänglich, also bin ich hier», ist immer wieder von den Geladenen zu hören. Zahlreiche bekannte weitere Persönlichkeiten aus Politik und den Gemeinden sind ebenfalls anwesend, angefangen bei Gesundheitsminister Alain Berset (SP-Bundesrat) über Vertretungen unter anderem aus Ständerat, Regierungsrat, Grossrat und regionale Gemeinderatsmitglieder. Zu reden gibt die Abwesenheit der zwei SVP-Bundesräte Ueli Maurer und Guy Parmelin, dafür ist Altbundesrat Adolf Ogi vor Ort.

Angemessen vertreten
Aufgrund der Coronapandemie muss der «höchste Schweizer» das traditionelle Fest nach seiner Wahl am 30. November 2020 auf den 15. September 2021 verschieben. Insgesamt 17 Postautos befördern die Gäste ab dem Bundesplatz und von Alchenstorf auf die Lueg, den von Aebi geschätzten Kraftort im Emmental, wo er die rund 700 Gäste im Festzelt begrüssen kann.
Roland Ryser, Gemeindepräsident von Affoltern i. E., dankt für die Ehre, hier den Festakt unter tatkräftiger Hilfe der Bevölkerung durchführen zu können. Auch Manfred Bühler, SVP-Präsident des Kantons Bern, findet lobende Worte, bevor zwei F/A-18 heranfliegen und zwei Ehrenrunden für Aebi über der Lueg drehen. Gemeinsam singen die Feiernden den «Trueberbueb», begleitet von Miriam Schafroth, einer bekannten Sängerin und Jodlerin.
Ständerat Marco Chiesa, SVP-Präsident Schweiz, bescheinigt Aebi in seiner Rede «die Fähigkeit, das Schweizer Volk mit all seinen Facetten angemessen zu vertreten, die Unparteilichkeiten im Rat zu leben und sich als wichtiger Brückenbauer zu positionieren. Er steht mit beiden Füssen auf dem Boden und orientiert sich an Sichtbarem und Machbarem.»
Die Berner Regierungspräsidentin Beatrice Simon weist auf die zahlreichen Aufgaben eines Nationalratspräsidenten hin, zu dessen Aufgaben «auch das Anbringen von Nistkästen am Bundeshaus in Bern gehört». Sie dankt, dass er «das Projekt Stadt-Land unterstützt, welches den Austausch und das Verständnis auf beiden Seiten fördert und gegenseitige Entfremdung nicht stärker werden lässt». Nochmal stehen alle Anwesenden auf und singen gemeinsam «Bärnbiet», wobei der Text für beide Lieder überall aufliegt. Aebis Vorgängerin Isabelle Moret nimmt in ihrer Laudatio Aebis Vorliebe für Vögel (Alchens­torf-Vogeldorf) auf und lobt humorvoll seine Tierliebe. Am Schluss singt sie ein Lied und erntet viel Applaus. Auch Irène Kälin, 1. Vizepräsidentin und Aebis Nachfolgerin, weiss nur Lobendes aus dem Rat zu berichten.

Keiner kann widerstehen
Dann schreitet Alain Berset ans Rednerpult und sorgt laufend für Lacher. Aebi habe als gewiefter Auktionator an Viehversteigerungen das letzte Wort, das gelte immer und überall. Mit ihm rede er betont langsam, damit er begreife, dass Viehmarkt und Markt zweierlei seien. «Dazu liebt er die Vögel, aber nur die richtigen. Nicht die, welche im Bundeshaus ein- und ausgehen. Bei der Installation der Nistkästen am Bundeshaus hat er sich gegen den geballten Denkmalschutz durchgesetzt, was mit einem Sieg in Brüssel vergleichbar ist.» Berset bescheinigt Aebi Umsicht, Ruhe, Fairness und Respekt im Umgang mit allen Kollegen. Die Anwesenden danken Berset mit lang anhaltendem, tosendem Applaus.
Aebi stellt seine Ansprache unter das Motto «Zusammenarbeit, Zuversicht, Zufriedenheit», dankt seiner Vorgängerin Isabelle Moret und wünscht seiner Nachfolgerin Irène Kälin nur das Beste. Er lässt seine beruflichen Tätigkeiten Revue passieren. Nach und nach holt er seine Ehefrau Thea, die Schwinger Matthias Sempach und Remo Käser, den Paralympioniken Heinz Frei (34 Medaillen an Olympiaden und zahlreiche Titel an Welt- und Europameisterschaften), erfolgreiche Berufsleute, drei ehemalige Aebi-Lehrlinge (von total 60) und alle Rednerinnen und Redner auf die Bühne. Auch David von Ballmoos, den Goalie der Young Boys, die einen historischen Sieg über die stark favorisierte Fussballmannschaft von Manchester feiern können, kann er auf die Bühne bitten. «YB hat auf Bitten des Goalis das auf den Nachmittag angesetzte Training auf den Vormittag verschoben, um ihm die Anwesenheit an der Feier zu ermöglichen», so Aebi.
Für die abschliessende Nationalhymne, begleitet durch die Militärmusik Rekrutenschule (Leitung Leutnant Manuel Andergassen), stehen alle wieder auf. Und genau jetzt bricht die Sonne durch. Anschliessend fahren die Anwesenden mit 17 Postautos und Privatwagen nach Alchenstorf, wo die Dorfbevölkerung schon wartet. Beim Salut der Ehrenformation der Kantonspolizei zucken alle zusammen, um bei den Darbietungen der Schul- und Kindergartenkinder zusammen mit Florian Ast und dem Platzkonzert der Musikgesellschaft Koppigen wieder zu applaudieren. Auch Gemeinderatspräsident Andreas Blatter findet lobende Worte «für den grossen Einsatz von Andreas Aebi, der frühmorgens in der Melkerbluse und abends im TV im Anzug an einem politischen Anlass zu sehen ist».
660 Gäste geniessen in der festlich geschmückten Wyss-Maschinenhalle bis 22.00 Uhr das typische Emmentaler Znacht aus gemischem Salat, Poulet/Braten, Kartoffelgratin und Erbsli/Rüebli, gekrönt vom Dessert «Brönnti Creme».

 

Gerti Binz

 

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