Kirchberg mit neuem Werkhof und integriertem Wärmeverbund

  16.11.2021 Aktuell, Kirchberg, Foto, Gesellschaft

Im Mai 2019 hatten die Stimmberechtigten von Kirchberg den Kredit von 4,16 Millionen Franken für den Bau eines neuen Werkhofs mit baulicher Infrastruktur für eine Heizzentrale genehmigt. Nach dem Spatenstich im November 2020 konnte nun in der Industrie Neuhof ein überzeugendes Projekt in Betrieb genommen werden. Das neue Prunkstück wurde den Behörden offiziell übergeben. «Wir dürfen als Gemeinde stolz sein, einen Werkhof mit moderner Infrastruktur zu besitzen», führte Andreas Wyss (FDP), Gemeinderatspräsident von Kirchberg, sichtlich zufrieden aus.

Ein ökologisches Kraftwerk an Energie
Die neue Holzschnitzelheizung beliefert nicht nur den Werkhof selbst, sondern speist auch entfernte Gebäude effizient mit Wärme und Strom. «Wir haben mehr als einen Werkhof. Es ist ein Kraftwerk», so Wyss weiter. Laut Janick Jampen, Leiter Wärme der Localnet AG, werden in zwei Wochen die ersten Holzschnitzel in den Ofen gefüllt. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die ebenfalls integrierte Gasheizung die nötige Energie liefern. Danach wird diese nur in Spitzenlastabdeckungen zum Einsatz gelangen. Aktuell profitieren von der Energielieferung bereits der Saalbau, die Sporthalle Grossmatt und der Werkhof selbst.

Regionale Synergien effizient genutzt
Bernhard Lippuner (Die Mitte), Gemeinderat Ressort Bau und Präsident der Baukommission, blickt zurück: «Seit Sommer 2021 spürten auch wir die Lieferengpässe bei Rohmaterialien. So konnten einige Objekte nicht fertiggestellt werden.» Mit Improvisation und einem engagierten Mitdenken seitens Gewerbe wurde so manches Hindernis überwunden. Bernhard Lippuner: «Nun ist der richtige Zeitpunkt, den Behörden und Werkhofverantwortlichen die neuen Gebäude zu übergeben.» Fritz Ledermann, Chef Werkhof, freut sich darauf, die neuen Hallen zu beziehen. «Wir haben mit dem Umzug bereits begonnen und werden im Verlauf des Dezembers komplett dislozieren.» Urs Gnehm, CEO der Localnet AG, streicht ebenso die angenehme und daraus resultierende hervorragende Zusammenarbeit aller Involvierten heraus, so mit Beat Wyss, Leiter Betriebe der EnerCom Kirchberg AG, dem Team Werkhof, Architekt Bernhard Schori und Bauleiter Hanspeter Loosli der Giraudi und Partner Architekten AG, mit Handwerkern und den Auftraggebern. Zudem habe man künftig mit der Holzenergie Ersigen GmbH einen regionalen und kompetenten Partner in der Herstellung und Belieferung der Holzschnitzel. Im Endausbau werden voraussichtlich rund 70 Liegenschaften mit einer Heizleistung von bis zu 3,8 Megawatt angeschlossen sein. Dies entspricht dem Verbrauch von circa 350 Einfamilienhäusern. Jährlich ergeben sich Einsparungen von circa 145 000 Litern Heizöl und einer CO2-Reduktion von 405 Tonnen.

Auch Strom wird produziert
Die dreigeteilte, grossflächige Photovoltaik-Anlage der EnerCom AG liefert zudem massiv mehr Strom als das Gebäude benötigt. Wegweisend sind dabei nicht nur die Installationen auf den Dächern, sondern die an der Gebäudefassade vertikalen Elemente, die auch weiter Elektrizität liefern, wenn die beiden anderen Anlagen vereist oder mit Schnee bedeckt sind. Gespiesen wird die gesamte Energie ins Netz der EnerCom AG. Somit ist die Nutzung nicht einzig an zentraler Stelle gebunden. Die ganze Gemeinde kann von einem regionalen Produkt profitieren, was wiederum das lokale Gewerbe unterstützt. Weiter ist ein Tag der offenen Tür geplant. Am 23. April 2022 wird die Bevölkerung zur Begehung eingeladen.


Paul Hulliger

 


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