Wie gesund ist eigentlich die Emme?

  15.03.2022 Aktuell, Politik, Foto, Region

Raus in die ungestörte Natur! Wo geht das einfacher und schöner als entlang der Emme auf den bequemen Wegen und über die Kiesbänke? Die Hunde erhalten Auslauf und die Nachtschwärmer / innen feiern Party.
Die Emme und ihre Seitenflüsse und -bäche bilden mit allen Pflanzen und Tieren ein wertvolles Ökosystem, das für die ganze Region prägend ist und von den Menschen als Erholungsraum genutzt wird. Die verschiedenen Elemente wie das fliessende Wasser, stehende Pfützen, Böschungen, Schwemmholz, laichende Fische, Kleinlebewesen und jagende Vögel stehen in gegenseitiger Abhängigkeit – je mehr Elemente, desto grösser die Stabilität und der Wert des Systems.
Fliessendes Wasser war in frühen Jahren eine Gefahr, und so wurden Fluss- und Bachbette verbaut. Zwar in einem schmalen Bett, aber mit Schwellen verbaut, floss das Wasser nun langsam und ungefährlich. Später musste man erkennen, dass die Verbauungen zu radikal umgesetzt und das Flussbett zu stark eingeengt wurde. Deshalb erhält die Emme heute an vielen Orten wieder ein breites Bett und mäandert darin von einer Seite zur anderen. Die hohen Schwellen, die von den Fischen nicht überwunden werden können, werden durch Verbauungen mit Blöcken und Steinen ersetzt.
Am Beispiel der Bachforelle, so Fischereiaufseher Thomas Maurer, kann man viele Zusammenhänge ideal erklären: Die Bedingungen für eine erfolgreiche Vermehrung sind anspruchsvoll und nur in einem naturnahen Gewässer gegeben; der Fisch kann sich nur dann halten, wenn Wasserqualität und Umgebung einwandfrei sind.
Anlässlich der Begehung an diesem kalten, sonnigen Samstagmorgen erfuhren die Grünen Emmental eine Vielzahl von interessanten Details zu dieser Leittierart und ihrer Lebensweise.
Auf die grössten Gefahren für das Wasserleben angesprochen, nannte Maurer hauptsächlich die Wasserverschmutzung, meistens durch Gülle, hin und wieder durch Gifte oder Betonwasser. Als Aufseher für das ganze Emmental werde er dann jeweils beigezogen, wenn es um Notmassnahmen und die Suche nach der Quelle gehe.
Die Grünen Emmental durften erfahren, wie vielschichtig das Thema des Fluss-Ökosystems ist, und dabei konnten ganz viele Fragen erst gar nicht angesprochen werden; zum Beispiel die Bedeutung des Hochwasserschutzes oder die Zusammenhänge zum Kiesbett als Grundwasserträger im Untergrund.

zvg


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