Banken-Beben in der Schweiz: UBS übernimmt Credit Suisse

  21.03.2023 Aktuell, Wirtschaft, Foto, Region

Das Schicksal der einst stolzen und renommierten Credit Suisse (CS) ist besiegelt: Die zweitgrösste Schweizer Bank wird von der UBS für drei Milliarden Schweizer Franken übernommen. Die historische Entscheidung fiel am vergangenen Sonntagabend.
Um die Fortführung der Geschäftstätigkeit der CS bis zur Umsetzung der Übernahme sicherzustellen und die Kosten für die Schweizer Volkswirtschaft zu reduzieren, leistet der Bund die Garantie für eine zusätzliche Liquiditätshilfe der Schweizerischen Nationalbank (SNB) an die CS. Zudem spricht der Staat der UBS eine Garantie in der Höhe von neun Milliarden Franken aus zur Übernahme von potenziellen Verlusten im Rahmen der Transaktion. Diese Garantie kommt aber nur zum Tragen, sofern allfällige Verluste in Zukunft eine bestimmte Schwelle überschreiten. Bundespräsident Alain Berset bezeichnete die Übernahme als beste Lösung, um das Vertrauen in die Finanzmärkte wiederherzustellen und einen drohenden Konkurs zu vermeiden. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA genehmigte den Zusammenschluss von UBS und CS und teilte in einer Medienmitteilung mit, dass sämtliche Geschäftsaktivitäten der Banken uneingeschränkt und ununterbrochen fortgeführt werden. Damit bleibt der Schutz der Einlegerinnen und Einleger gewahrt. Depots, Konten und sonstige Dienstleistungen sind in gewohnter Weise zugänglich.
Die Wurzeln der CS reichen bis ins Jahr 1856 zurück: Damals gründete der Eisenbahnpionier Alfred Escher die Schweizerische Kreditanstalt, die später zur Credit Suisse wurde, und machte Zürich zum führenden Bankenstandort der Schweiz. Im 21. Jahrhundert geriet die Bank aber zunehmend ins Straucheln. Skandale, Bussen, Missmanagement und riskante Geschäftspraktiken rissen die Credit Suisse immer weiter in den Abgrund, obwohl auf der Teppichetage Boni in Milliardenhöhe ausbezahlt wurden. In der vergangenen Woche spitzte sich der Vertrauensverlust zu, Kundengelder flossen ab und die CS-Aktie sank in den Keller, sodass eine Blitzrettungsaktion notwendig wurde.
Die Auswirkungen des Bebens werden noch lange spürbar sein. Die Frage nach den Verantwortlichkeiten für das Debakel ist keineswegs geklärt. Die Politik muss das Geschehen nun aufarbeiten. Das Vertrauen bleibt erschüttert. In der Schweiz beschäftigt die Bank rund 17 000 Mitarbeitende – ihre Zukunft ist mehr als ungewiss.

Markus Hofer

 


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