90 Jahre Fuhrer + Dubach AG

  21.10.2026 Lützelflüh, Lützelflüh, Region, Foto

Neun Jahrzehnte Baugeschichte, vier Generationen und eine Zukunft, die auf solidem Fundament stehen soll: Das Unternehmen Fuhrer + Dubach AG aus Lützelflüh feierte am vergangenen Samstag sein 90-jähriges Firmenbestehen – mit viel Handwerk, Herzblut und einem Fest, das mehr vom Unternehmen zeigte, als man vielleicht erwartet hätte.
«Wir sind etwas überrannt worden. Mit so vielen Besucherinnen und Besuchern haben wir nicht gerechnet», so Raymond Dubach, einer der Geschäftsleiter. Während sich vor den Rös­timaschinen die Schlange verlängert, wendet er Kartoffelhaufen um Kartoffelhaufen, hebt goldbraune Portionen auf die Teller und bedient fröhlich seine Gäste. Sein Bruder André Dubach, der zweite Geschäftsleiter, ist derweil dort im Einsatz, wo gerade Hilfe gebraucht wird. «Heute bin ich der ‹Chum-häb-zünd›», wie dieser schmunzelnd bemerkt, «gerade eben musste ich noch ein paar Gabeln mehr besorgen.» Am Jubiläumsfest von Fuhrer + Dubach wird nicht lange gefackelt – es packen alle mit an.

Vier Generationen, eine gemeinsame Haltung
Was im Jahr 1936 mit dem Urgrossvater Fuhrer begann, wurde vom Grossvater weitergeführt. Dann übernahm dessen Schwiegersohn aus Zweisimmen und gab dem Unternehmen einen zusätzlichen Namen und zusätzlichen Schwung. Heute leiten seine Söhne Raymond und André Dubach schon seit 25 Jahren gemeinsam das Unternehmen. «Es war nie ein Zwang, die Firma später zu übernehmen», meint Raymond Dubach. «Wir beide sind im Betrieb gross geworden und hatten Spass daran. So lernten wir beide Berufe, die mit der Arbeit im Betrieb etwas zu tun haben. Es war schliesslich einfach naheliegend, dass wir übernehmen würden.» Was bedeutet den beiden Brüdern das Jubiläum?
Raymond Dubach bleibt bescheiden: «Wir haben wohl nicht alles falsch gemacht». Grosse Worte liegen den Brüdern fern. Lieber bleiben sie auf dem Boden, so sehen sie auch die Zukunft des Unternehmens.
«Wir möchten nicht das grosse Geld machen, sondern gute Arbeit leisten und uns für den Nachwuchs unserer Branche einsetzen.» Sie bleiben im Emmental verwurzelt, gleichzeitig beschäftige sie aber bereits heute die Regelung ihrer Nachfolge. Einfach sei das nicht, geben sie zu. Dennoch blicken sie optimistisch nach vorne.

Handwerk zum Anfassen
Dass hinter dem Namen Fuhrer + Dubach mehr steckt als Beton, Backsteine und Baumaschinen, zeigt das kreativ gestaltete Festgelände eindrücklich. Auf dem Vorplatz des Betriebes wird ausprobiert, erklärt und angepackt.
Hier findet sich von der Hüpfburg über eine Backsteinbaustelle bis zum XXL-Kugel­labyrinth so manches, was den Bogen vom Geschicklichkeitsspiel zur Praxis schlägt. Besonders begeistert sind die Kleinen und Grossen von der Übung mit dem echten Bagger. Wer mit diesem eine Drahtschlaufe um einen kurvigen Draht führen will, ohne ihn zu berühren, braucht eine ruhige Hand. Ein Fehler und schon leuchtet das Warnlicht. Wem die Übung aber gelingt, erhält eine süsse Belohnung. Das Spiel zeigt, dass selbst grobe Arbeiten Feingefühl verlangen.
Auch die Lernenden des Betriebs beweisen an der Jubiläumsfeier ihre Fähigkeiten. So zeigt Dario D’Amore, worauf es beim Mauern ankommt. Seine Arbeitsprobe umgibt das in Beton gegossene Jubiläumsjahr 2026 mit einer präzise gesetzten Backsteinmauer. Die Lernende Jeanine Bieri hat ihr Können ebenfalls unter Beweis gestellt. Sie arbeitete das Gründungsjahr 1936 und das Betriebskürzel in ein Podest aus verschiedenen Bodenbelägen ein. Beides sind Arbeiten, wie sie auch bei einer Lehrabschlussprüfung verlangt werden können. 
In einer Baumulde wird die Fimengeschichte anschaulich dargestellt, die den Wandel der Emme dokumentiert: vom ursprünglichen Flusslauf über die Bauarbeiten bis zur heutigen renaturierten Landschaft. Die Wasserarbeiten waren von Beginn an und sind bis heute ein bedeutender Teil des Unternehmens.

Rösti, Musik und ein Blick nach vorne
Während die Gäste an den Tischen ihr verdientes Mittagessen geniessen, sorgt die Emmentaler Steelband «Napf Steel» in der Halle für kräftige Rhythmen. Es wird gegessen, gelacht und geredet. Vor der Halle brutzeln auf den grossen Metallplatten Rösti und Spiegeleier, daneben liegen Bratwürste auf dem Grill. Die beiden Röstimaschinen, einst am Eidgenössischen Schwingfest 2013 im Einsatz, laufen wie damals auf Hochtouren.
Das Jubiläum ist nicht bloss ein Rückblick auf 90 Jahre Unternehmensgeschichte, es zeigt auch, was die Fuhrer + Dubach AG ausmacht: Können, Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die Brüder Dubach bleiben ihrer Haltung treu: auf dem Boden bleiben, gute Arbeit leisten und die eigenen Wurzeln nicht vergessen. Ein solides Fundament eben – im Bau wie im Leben.

Text und Bilder: Jacqueline Rüesch


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