Ausstellung zum Thema «Bauernhandwerk»
26.08.2026 Affoltern i.E., Kultur, Vereine, GesellschaftAlte Landmaschinen, Geräte und handgefertigte Gegenstände erzählten am vergangenen Sonntag von einer Zeit, in der vieles mit Muskelkraft, Geduld und Erfahrung hergestellt und benutzt werden musste. Mit grossem Engagement und mit Herzblut werden die alten Geräte gesammelt und für die Nachwelt gehortet. Die Sammler und Aussteller alter Landmaschinen sind eine offene private Gemeinschaft. Sie bringen zweimal im Jahr ihre alten Maschinen und Geräte auf das Gelände der Schaukäserei Affoltern. Diese stammen aus einer Zeit, als die Landwirtschaft geprägt war von harter, körperlicher Arbeit, einfachen Werkzeugen, viel handwerklichem Geschick und viel grösserem Zeitaufwand. Maschinen waren längst nicht so selbstverständlich wie heute.
Vorwiegend waren Besucherinnen und Besucher anzutreffen, die sich an die bäuerlichen Arbeiten aus früheren Zeiten erinnerten oder selbst damit arbeiteten. Gerne gaben die Ausstellenden Auskunft über ihre Sammelstücke, denn wer keinen Bezug zum bäuerlichen Leben hat, konnte vielfach nicht erraten, wofür die Maschinen eingesetzt wurden. Oftmals haben die Maschinen auch Bezeichnungen, die nicht auf Hochdeutsch übersetzt werden können. Auf einem «Brügiwagen» waren reihenweise Bundessäcke aufgestellt. Um das Getreide dem Bund abzuliefern, musste jeder mit der Aufschrift «Eidgenössische Getreideverwaltung» und mit der Jahrzahl beschriftete Sack genau 101 Kilo wiegen. Als clevere Erfindung gab es den Handlift, um die schweren Säcke auf den Wagen zu bringen. Für den Eigenbedarf konnten die Bauern mit einer Getreidemühle nach dem Dreschen ihr Mehl für den Haushalt selbst herstellen und damit ihr Brot backen. Dieses entsprach natürlich kaum der heutigen Qualität.
Mit grossem Aufwand waren die alten Geräte nach Affoltern gebracht worden: Eine Lieuse, mit der das Getreide gebunden werden konnte, dreibeinige Heinzen, eine von Hand angetriebene Strohhäckselmaschine, ein alter, von Pferden oder Kühen gezogener Kartoffelgraber (im Einsatz bis in die Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts), ein Samro aus späterer Zeit, heute längst durch den Vollernter ersetzt, eine Futterrübenhand-Sämaschine, etliche alte Traktoren, der erste Aebi-Hang-Terra-Trac 77 mit Jahrgang 1981 und vieles mehr. Dazu zahlreiche Hand-Werkzeuge wie Heugabeln, Garbenbändel, ein alter Schleifstein, ein Kornmass und ein altes Butterfass.
Bereits seit sieben Jahren sind Marianna Weber und Tochter Andrea jeweils mit dem Bretzeleisen und rund fünf Kilogramm Teig auf dem Platz und bieten kostenlos ihr Gebäck an. Alle Besucherinnen und Besucher dürfen sich frei bedienen. Erstmals war die Familie Weber das Organisationsteam des Anlasses. Die nächste Ausstellung auf dem Schaukäserei-Areal wird am Muttertag 2027 stattfinden.
Text und Bilder: Rosmarie Stalder








