Der Emmentaler Kulturgipfel war ein voller Erfolg

  18.03.2026 Kultur, Kultur, Gesellschaft, Aktuell

Rund 150 Menschen aus Politik, Verwaltung und Kultur trafen sich in Röthenbach im Emmental zum ersten Emmentaler Kulturgipfel und tauschten sich darüber aus, welche Rolle Kultur im ländlichen Raum spielt. 
Beatrice Born, ehemalige Redaktionsleiterin von SRF 2 Kultur, begrüsste die Gäste im Mehrzwecksaal in Röthenbach und führte durch den Abend, der ein vielseitiges Programm rund um das Thema Kultur bot. Bevor die Diskussionen und Vorträge begannen, wurde es musikalisch: Die «BoueleMusig» aus Langnau eröffnete den Anlass mit einer kurzen Ouvertüre.

Warme Worte von Regierungsrätin Christine Häsler
Nachdem der Gemeindepräsident Matthias Sommer die Besucherinnen und Besucher kurz begrüsst hatte, ergriff Regierungsrätin Christine Häsler, Bildungs- und Kulturdirektorin des Kantons Bern, das Wort. Sie betonte, dass sie den Weg ins Emmental gerne gemacht habe, und überbrachte den Kulturschaffenden den Dank und die Wertschätzung der Regierung für ihr Engagement.
In ihrer Rede erinnerte sie an die Corona-Pandemie und daran, wie es damals war, als auch die Kultur nicht mehr stattfinden konnte, als sich Chöre nicht mehr treffen durften und Dorfmusiken nicht mehr proben konnten. «Kultur ist nicht nice to have, sondern ein tragender Pfeiler unseres gesellschaftlichen Lebens. Kultur schafft Gemeinschaft, sorgt für Zusammenhalt und macht Regionen attraktiv», sagte Chris-
tine Häsler. Weiter hob sie das starke Vereinswesen im Emmental hervor – von engagierten Regionalmuseen über eine lebendige Chor- und Theaterszene bis hin zur Musik. «Das zeigt: Kultur entsteht dort, wo Menschen gemeinsam gestalten und miteinander Verantwortung übernehmen.»

Demokratie wird durch Kultur gestärkt
Nach Christine Häsler ging Carine Bachmann, Direktorin des Bundesamts für Kultur, der Frage nach: «Können wir uns Kultur leisten?» «Niemand würde ernsthaft fragen, ob wir uns Strassen oder Schulen leisten können. Bei der Kultur stellen wir diese Frage jedoch immer wieder», sagte sie. Gerade heute, wo sich politische Prioritäten verschieben würden und vermehrt in die Sicherheitspolitik investiert werde, stelle sich die Frage erneut. Carine Bachmann ging noch einen Schritt weiter: «Vielleicht gibt es gerade in der heutigen Welt eine noch wichtigere Frage – nämlich, ob wir uns eine Demokratie ohne Kultur leisten können.» Sie erläuterte, dass insbesondere nordische und baltische Länder neben der militärischen Aufrüstung auch stark in ihre Kulturbudgets investieren würden. Dahinter stehe die Erkenntnis, dass Gesellschaften dadurch widerstandsfähiger gegen Propaganda und Desinformation werden. Die Antwort von Carine Bachmann fiel klar aus: «Nein. Wir können uns keine Demokratie ohne Kultur leisten. Demokratie ist eine kulturelle Praxis und Kultur entsteht dort, wo Menschen leben.» In ihrer weiteren Rede hob sie hervor, dass im Emmental das kulturelle Erbe nicht nur bewahrt, sondern auch aktiv gelebt werde.
Anschliessend folgte ein kulturelles Intermezzo mit der Jungen Bühne Burgdorf, die einen kurzen Theater-Trailer für ihr neues Stück zeigte, das im Juni dieses Jahres aufgeführt wird.
Zu einer Podiumsdiskussion fanden sich dann neben Carine Bachmann auch Sibylle Birrer, Vorsteherin Amt für Kultur, Andreas Wyss, Präsident der Regionalkonferenz Emmental, Stefan Berger, Stadtpräsident von Burgdorf, sowie Stefanie Gsell, Gemeinderätin aus Lützelflüh, auf der Bühne ein. Gemeinsam diskutierten sie zum Thema «Nice to have? – Kultur in meiner Gemeinde». Ein zentrales Fazit der Runde war, dass der Austausch zwischen unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Verwaltung und Kultur von grosser Bedeutung ist.

Emmentaler Kulturschaffende 
Slam-Poet und Liedermacher Pesche Heiniger gestaltete anschliessend ein weiteres kulturelles Intermezzo, bevor es für die Anwesenden auf eine «Kultour durchs Emmental» ging. Neben der Jungen Bühne Burgdorf, Pesche Heiniger und der «BoueleMusig» Langnau waren auch Verantwortliche des Museums Krauchthal, des Kulturvereins Utzenstorf sowie des Vereins «vertanzt» vertreten. Als Fazit des ersten Emmentaler Kulturgipfels bleibt festzuhalten: Kultur ist nicht nur schön, sondern auch notwendig – gerade in krisenhaften Zeiten.

Text und Bilder: Bürte Lachenmann


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