Wo Bienen fliegen, ist die Natur in Ordnung!

  19.08.2026 Aktuell, Aktuell, Vereine, Oberburg, Region

Die Imkerei in der Region hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Am vergangenen Samstag wurde in Oberburg der erweiterte Lehrbienenstand feierlich eingeweiht. Zahlreiche Gäste, Vereinsmitglieder und Interessierte nutzten die Gelegenheit, einen Blick auf das gelungene Projekt zu werfen.
Pia Buri eröffnete in ihrer Rolle als Präsidentin des Vereins Unteremmentalischer Bienenfreunde die Veranstaltung und begrüsste die anwesenden Vereinsmitglieder, Gemeindevertreterinnen und
-vertreter, Partner, Medien, Bauunternehmen sowie die Landbesitzerfamilie Bichsel. Sie bedankte sich bei allen, die die Erweiterung des Lehrbienenstands finanziell unterstützt haben, und übergab anschliessend das Wort an Fritz Held. Als Projektleiter hatte er gemeinsam mit Planer und Architekt Urs Willen den Anbau auf der Westseite umgesetzt. Der ursprüngliche Lehrbienenstand war im Jahr 1994 errichtet worden und hatte über viele Jahre hinweg wertvolle Dienste geleistet für die Aus- und Weiterbildung von Imkerinnen und Imkern. Mit der Zeit jedoch hatte sich gezeigt, dass sowohl die Infrastruktur als auch die räumlichen Möglichkeiten den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wurden. Insbesondere die Reinigung grösserer Imkereigeräte sowie die Bereitstellung eines zeitgemässen Lagers stellten zunehmend Herausforderungen dar. Vor diesem Hintergrund entschied sich der Vorstand im Jahr 2022, die Erweiterung des Lehrbienenstandes in Angriff zu nehmen. Das Projekt umfasste eine Vergrösserung um rund 120 Quadratmeter auf drei Stockwerken und wurde in den vergangenen Monaten erfolgreich realisiert.

Moderne Infrastruktur für die Ausbildung
Die neuen Räumlichkeiten bringen zahlreiche Verbesserungen mit sich: Die Verarbeitung der Honigernte kann nun effizienter gestaltet werden und entspricht modernen Standards. Darüber hinaus schafft die Erweiterung ideale Voraussetzungen für eine praxisnahe und zeitgemässe Ausbildung. Besonders erwähnenswert ist, dass angehende Imkerinnen und Imker nun die Möglichkeit haben, das Schleudern, das Reinigen der Geräte und das Abfüllen des Honigs direkt vor Ort im Lehrbienenstand durchzuführen. Dadurch entfällt für Einsteiger/innen die sofortige Anschaffung teurer eigener Ausrüstung. Der Verein ist sich bewusst: Ohne das Engagement der Verantwortlichen, die tatkräftige Unterstützung von Helferinnen und Helfern sowie die finanzielle Mitwirkung verschiedener Partner wäre die Umsetzung in dieser Form nicht möglich gewesen.

Faszination Biene
Aber was macht die Arbeit mit Bienen so faszinierend? Auf diese Frage hat Imker Beat Lüthi zahlreiche Antworten: Neues lernen, einen wertvollen Beitrag zur Natur leisten, ein spannendes Hobby pflegen und einen Ausgleich zum oft hektischen Alltag finden. Ein Bienenvolk umfasst etwa 20'000 bis 30'000 Tiere, die vereinfacht gesagt Nektar sammeln und daraus Honig herstellen. Darüber hinaus spielt die Honigbiene eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Beeren, Obstbäumen und Wildpflanzen, was sich positiv auf die Qualität der Früchte auswirkt. Ein Bienenvolk funktioniert wie eine hoch effiziente Organisation. Tausende Individuen übernehmen klar verteilte Aufgaben – von der Brutpflege über den Wachdienst bis zur Nahrungssuche – und arbeiten dabei erstaunlich koordiniert zusammen. Die Umwandlung von Blütennektar in Honig ist ein faszinierender Prozess: sammeln, weitergeben, eindicken, lagern. Das Ergebnis ist nicht nur Nahrung für die Bienen, sondern auch eines der ältesten Naturprodukte für den Menschen.
Der Verein Unteremmentalischer Bienenfreunde lädt interessierte Schulklassen, Vereine und Familien herzlich ein, den Lehrbienenstand zu besichtigen und mehr über die Welt der Bienen zu erfahren.
Im Rahmen von Führungen konnten am vergangenen Samstag die Besucherinnen und Besucher die neuen Einrichtungen besichtigen und sich vor Ort über die Welt der Bienen informieren. Was braucht es für den Aufbau eines Bienenvolks? Wie gestaltet sich die Pflege des Volks? Wie geht die Honigernte vor sich? Wie oft wird man eigentlich als Imker gestochen? Auch Fortgeschrittene können im Lehrbienenstand künftig ihr Wissen vertiefen, etwa zu Themen wie Königinnenzucht, Krankheitsbekämpfung
oder Gefahren für unsere Bienen. Die Asiatische Hornisse ist beispielsweise eine ernstzunehmende Bedrohung. Eine invasive Art, die sich auch in der Schweiz zunehmend ausbreitet und gezielt Jagd auf Bienen macht.
Der erweiterte Lehrbienenstand in Oberburg steht sinnbildlich für die Weiterentwicklung der Imkerei in der Region und für das gemeinsame Engagement zugunsten der Bienen und ihrer wichtigen Rolle in unserer Umwelt. Denn, wo Bienen unterwegs sind, stimmt das Gleichgewicht der Natur!
Und was machen eigentlich Imker/innen im Winter? Dann widmen sich die Bienenfreunde dem Bau und Unterhalt von Bienenkästen, besuchen Weiterbildungen und führen Theorieabende durch, an denen Wissen weitergegeben wird.

Text und Bilder: Petra Schmid
www.emmentalerbienen.ch


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