Neues Gewächshaus für die Gartenbauschule Oeschberg

  01.09.2026 Aktuell

Am Montag, 24. September 2026, wurde der gelungene Neubau der Gewächshausanlage mit den Projektbeteiligten vor Ort gefeiert. 

Ausbildung, Produktion und Verkauf – alles unter einem Dach
Die Gartenbauschule Oeschberg in Koppigen hat eine über 100-jährige Geschichte. Sie ist schweizweit eine bedeutende Bildungsstätte im Bereich Garten- und Landschaftsbau, Pflanzenproduktion und Floristik. Die alte, mit Öl beheizte Anlage genügte den Anforderungen einer praxisorientierten und modernen Ausbildung nicht mehr. 
Nun sind neue Anlagen mit Gewächshäusern und einem zwei­geschossigen Kopfbau aus Holz entstanden. Dort befinden sich Büro-, Schulungs- und Technikräume, ein Blumenladen und davor eine überdachte Ausstellungsfläche. 

Ökologischer Ersatzneubau 
Die Ausrichtung der Gewächshäuser wurde nicht verändert. Der Holzbau ist nach Minergie-P-ECO-Standard gebaut und zertifiziert. Anstelle der alten Ölheizung versorgt eine Grundwasser-Wärmepumpe die Anlage mit Wärme und ermöglicht zugleich die Kühlung. Auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom. Das Regenwasser der grossen Dachflächen fliesst in ein 400 Kubikmeter fassendes Becken, das auch als Rückhaltebecken dient. 
Die Gewächshäuser dienen vorwiegend der Ausbildung in der Pflanzenproduktion. Sie sind aufgeteilt in Arbeitszonen, ein Pflanzenschauhaus und Multifunktionsbereiche. Die Pflanztöpfe stehen auf Rolltischen, was ein flexibleres Arbeiten und kontrolliertes Bewässern erlaubt. Dass diese Glashäuser nur einfach verglast sind, mag überraschen: Grund ist die Durchlässigkeit des Sonnenlichts von rund 92 Prozent. Bei Doppelverglasung könnte diese bis auf 75 Prozent sinken. Um im Sommer die Sonneneinstrahlung zu reduzieren, sind zwei verschiedene Beschattungssys­teme installiert, sogenannte Schirme. Die neue Technik lässt zudem die Simulierung anderer Tageszeiten zu.
Während der Bauarbeiten lief der Ausbildungsbetrieb weiter. Eine ehemalige Schreinerei diente als Blumenladen und die Pflanzenproduktion wurde man in Folientunnels verlegt. Am Standort der Schreinerei konnte vor rund drei Wochen ein neues Garderobengebäude für Lernende in Betrieb genommen werden.
Der Bau der Gewächshausanlage und der Garderoben kostete rund 18 Millionen Franken.

Oeschberger Pflanzen als Dankeschön
Die Redner Adrian Bärtschi, Gesamtprojektleiter Bauherrschaft Kanton Bern, Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG), Dominik Frei, Vorsteher AGG und Kantonsbaumeister, und Jürg Walder, Direktor Bildungszentrum Emme, betonten alle die transparente, gut funktionierende Zusammenarbeit während der Planungs- und Bauzeit. Dieser Bau sei ein Meilenstein in der Geschichte der Gartenbauschule und als attraktiver Ausbildungsort eine Investition in die Zukunft.
Daniel Jenny, Leiter Gartenbauschule Oeschberg, beschenkte die Projekthaupt­-
verantwortlichen mit prächtigen Oesch­berger Blumensträussen und Zimmerpflanzen und das AGG lud alle Gäste zu einem Apéro riche ein.

Text und Bilder: Helen Käser


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