Petition gegen Parkplatzabbau lanciert
07.10.2026 Aktuell, Burgdorf, PolitikAls Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum nimmt Burgdorf eine wichtige Rolle ein, nicht nur für die Städter/innen, sondern auch für die Bevölkerung des umliegenden Emmentals. Besuchende aus der Stadt ebenso wie vom Land zieht es in die Oberstadt oder ins Bahnhofquartier, um einzukaufen, Fachgeschäfte aufzusuchen, Arzttermine wahrzunehmen oder gastronomische Angebote zu nutzen. Die Erreichbarkeit der Geschäfte erweist sich jedoch zunehmend als schwierig: Aufgrund von Bauvorhaben wie der Übergangsnutzung der Grabenstrasse («D’REGION» berichtete Anfang August) und der Umgestaltung im Bahnhofbereich werden immer mehr Parkplätze an zentralen und ebenerdigen Lagen aufgehoben.
Der Parkplatzabbau stellt für anliegende Geschäfte und Dienstleistende ein Problem dar. Beispielsweise für Arztbesuche ist der öffentliche Verkehr oft keine Alternative zum Auto, gerade für kranke und ältere Patientinnen und Patienten oder solche, die in der Mobilität eingeschränkt sind. Auch für Dienstleistungsanbieter sind naheliegende Parkplätze oftmals wichtig, da die Geschäftsstellen als Warenumschlagplatz dienen.
In einer Zentrumsstadt wie Burgdorf ist eine vielfältige Mobilität unumgänglich, hält Pro Burgdorf fest, die Vereinigung der Detaillisten, Dienstleistenden, Gastronomen und Gewerbetreibenden. Ein kompletter Wechsel weg vom motorisierten Individualverkehr erachtet die Organisation als unrealistisch. Pro Burgdorf befürchtet, dass bisherige Kundinnen und Kunden den Betrieben der Zähringerstadt teils den Rücken kehren werden und auf bequemer erreichbare Standorte ausweichen. Auch Personen, die aus gesundheitlichen Gründen auf ein Auto angewiesen sind, werden beim ersatzlosen Parkplatzabbau nicht berücksichtigt.
Ein Gespräch zwischen Pro Burgdorf und dem Gemeinderat im August 2026 führte zu keinem Ergebnis. Einsprachen und Beschwerden gegen den ersatzlosen Abbau von Parkplätzen blieben gemäss Pro Burgdorf ungehört.
Um für ihre Anliegen bei der künftigen Verkehrsplanung mehr Gehör zu finden, lancierte Pro Burgdorf vergangene Woche die Petition «Für ein erreichbares und lebendiges Burgdorf: Kein Parkplatzabbau ohne gleichwertigen Ersatz». Folgende Kernforderungen werden an den Gemeinderat gestellt: der Stopp des ersatzlosen Parkplatzabbaus; die Sicherung von Kurzzeit- und Umschlagparkplätzen; attraktive Konditionen und gute Erreichbarkeit der Parkhäuser; verbindlicher Einbezug des Gewerbes sowie aller Betroffenen bei der Erarbeitung eines zukunftsfähigen Gesamtverkehrskonzepts. In einer Woche sind bereits einige hundert Unterschriften zustande gekommen.
Jonas Jakob, Geschäftsführer von Pro Burgdorf, betont: «Wir sind nicht eine Pro-Parkplatz-Organisation und wir stemmen uns auch nicht gegen die Umgestaltung des öffentlichen Raums. Uns ist es jedoch ein Anliegen, dass die Geschäfte und Dienstleistenden in der Stadt für die Kundschaft erreichbar bleiben.» Kompromisslösungen in Form von Kurzzeitparkplätzen, Behindertenparkplätzen oder besseren Konditionen in den Parkhäusern liessen sich problemlos realisieren.
Die Petition läuft bis am 30. November 2026 und ist bei Pro Burgdorf einsehbar.
Text und Bild: zvg/Rosie Schenk

