Gemeinderatswahlen: Die SVP bleibt stärkste Kraft

  28.10.2026 Lützelflüh, Lützelflüh, Politik

Am vergangenen Sonntag, 25. Oktober 2026, wählten die Stimmbürger/innen von Lützelflüh die Exekutive für die Legislaturperiode 2027–2030. Insgesamt bewarben sich 26 Kandidierende um ein Mandat im Gemeinderat. Nur drei der sieben bisherigen Exekutivmitglieder traten zur Wahl an. 
Die neue parteipolitische Zusammensetzung sieht wie folgt aus: SVP 3 Sitze, Freie WählerINnen 2 Sitze, EVP 1 Sitz (- 1) und die Mitte 1 Sitz (+ 1). Die EDU, die zum ersten Mal zu den Gemeinderatswahlen antrat, verpasste den Einzug in die Exekutive. Die Stimmbeteiligung fiel mit 35 Prozent um 2,7 Prozent höher aus als im Jahr 2022.

SVP legt beim Wähleranteil deutlich zu
Die SVP baute ihren Wähleranteil von 38,85 auf 44,1 Prozent aus und verteidigte ihre drei Sitze ohne Schwierigkeiten. «Wir haben unser Wahlziel erreicht und sind mit dem Resultat zufrieden, auch wenn wir uns über ein viertes Mandat sehr gefreut hätten», erklärt der per Ende Jahr aus dem Amt scheidende Gemeindepräsident Kurt Baumann, der als Wahlleiter der SVP amtierte. «Wir sind mit fünf in der Gemeinde gut verankerten Persönlichkeiten angetreten. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir unseren Wähleranteil zu steigern vermochten.» Ein Glanzresultat erzielte Ulrich Zaugg, bisher Ressort Finanzen und Steuern, der mit 977 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidierenden erreichte. Andreas Kobel, bisher Ressort Tiefbau, erhielt 792 Stimmen. Neu gewählt wurde Armin Beer mit 606 Stimmen.

Freie WählerINnen halten ihre beiden Sitze
Die Freien WählerINnen (FW) steigerten ihren Wähleranteil von 25,97 auf 26,95 Prozent und halten ihre zwei Mandate. «Wir sind sehr glücklich mit unserem Ergebnis – zumal unsere bisherige Gemeinderätin Stefanie Gsell auf eine weitere Kandidatur verzichtete und die Karten durch die Wahlteilnahme der EDU neu gemischt wurden», erklärt Stefan Schütz, Präsident der FW. Er steht im Gemeinderat bisher dem Ressort Sicherheit vor und wurde mit 717 Stimmen wiedergewählt. Den zweiten Sitz sicherte sich neu Anna-Katharina Berger mit 618 Stimmen. Die FW gingen eine Listenverbindung mit der Mitte-Partei ein. Vor vier Jahren hatten sie noch mit der EVP zusammengespannt.

EVP verliert einen Sitz
Der Wähleranteil der EVP reduzierte sich auf 10,10 Prozent (-13,25 Prozent). «Mit diesem drastischen Rückgang mussten wir rechnen, da mit der EDU eine zweite evangelische Partei zu den Wahlen antrat und sich die Stimmen der christlich orientierten Wählenden neu auf zwei Parteien aufteilten», analysiert Andreas Baumgartner, Präsident der EVP Brandis, das Ergebnis. «Zudem fiel für uns der Bisherigen-Bonus weg, da weder Franz Held noch Fritz Peyer erneut kandidierten. Den Verlust eines Sitzes hatten wir also erwartet.» Für die EVP nimmt neu Daniel Ruch Einsitz im Gemeinderat. Er erzielte 234 Stimmen. Die EVP ging mit der EDU eine Listenverbindung ein.

Die Mitte kehrt in die Exekutive zurück
Die Mitte verlor bei den Wahlen 2022 ihren bisherigen Sitz äusserst knapp und holte diesen nun zurück, obwohl ihr Wähleranteil von 11,83 auf 9,61 Prozent sank. Für die Mitte wurde neu Karin Mäder mit 254 Stimmen gewählt. «Wir sind äusserst glücklich mit dem Sitzgewinn», freut sich Mathias Leibundgut, Präsident Mitte Brandis. «Diesen verdanken wir in erster Linie Karin Mäder, die in der Gemeinde bestens bekannt ist.» Die Mitte ging eine Listenverbindung mit den FW ein.

EDU verpasst Einzug in die Exekutive
Die EDU trat erstmals zu den Gemeinderatswahlen in Lützelflüh an und erreichte auf Anhieb 9,23 Prozent. Für das erhoffte Mandat reichte es jedoch nicht – trotz der Listenverbindung mit der EVP. «Mit unserer Teilnahme an den Wahlen wollten wir der Stimmbevölkerung eine grössere Auswahl bieten. Punkto Wähleranteilen schnitten wir ähnlich ab wie die EVP und Die Mitte. Das Ergebnis werten wir als Achtungserfolg», kommentiert Sonja Steinmann, Vorstandsmitglied der EDU Emmental und Wahlleiterin. 
Noch unklar ist, wer künftig das 
Gemeindepräsidium übernimmt. Gemäss Gemeindepräsident Kurt Baumann deutet vieles darauf hin, dass es zu einer stillen Wahl kommen wird.

Liste SVP: Gewählt sind Ulrich Zaugg (bisher), 977 Stimmen; Andreas Kobel (bisher), 792 Stimmen; Armin Beer (neu), 606 Stimmen. Nicht gewählt sind: Ruth Steffen (neu), 497 Stimmen; Jürg Stalder (neu), 479 Stimmen.
Liste FW: Gewählt sind Stefan Schütz (bisher), 717 Stimmen; Anna-Katharina Berger (neu), 618 Stimmen. Nicht gewählt sind: Reto Pfäffli (neu), 302 Stimmen; Elke Centorbi (neu), 
208 Stimmen; Michael Bucher (neu), 188 Stimmen.
Liste EVP: Gewählt ist Daniel Ruch (neu), 234 Stimmen. Nicht gewählt sind: Rebekka Gnägi-Iseli (neu), 219 Stimmen; Andreas Baumgartner (neu), 141 Stimmen; Eliane Kim-Grossenbacher (neu), 104 Stimmen; Andreas Binggeli (neu), 81 Stimmen.
Liste Mitte: Gewählt ist Karin Mäder (neu), 254 Stimmen. Nicht gewählt sind: Fabian Röthlisberger (neu), 200 Stimmen; Adrian Mosimann (neu), 152 Stimmen; Marco Salzmann (neu), 133 Stimmen.
Liste EDU: Nicht gewählt sind: Markus Schär (neu), 184 Stimmen; Hans Ulrich Iseli (neu), 151 Stimmen; Beatrice Held (neu), 100 Stimmen; Dina Steiner (neu), 80 Stimmen; Barbara Braun (neu), 74 Stimmen; Simon Jörg (neu), 58 Stimmen; Brigitte Löwen-Pieren (neu), 49 Stimmen.

Text: Markus Hofer
Bilder: zvg


Image Title

1/10


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote