Das Leben in Papua Neuguinea
17.01.2026 RüedisbachWährend seines Heimaturlaubs über die Feiertage bei seiner Familie in Rüedisbach gewährte Peter Reinhard Freunden und Bekannten einen Einblick in seine Aufgaben im weit entfernten Papua Neuguinea. Es befindet sich im südwestlichen Pazifik, östlich von Indonesien, ist seit 50 Jahren ein selbstständiges Land und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Insel Neuguinea ist mit 786 000 Quadratkilometern nach Grönland die zweitgrösste Insel der Erde. Dorthin zu reisen, bedeutet Abenteuer, dort zu leben und zu arbeiten, bedeutet Bescheidenheit und grosses Engagement. Die Bevölkerungszahl soll sich zwischen 10 und 16 Millionen Einwohnern bewegen, genaue Zahlen existieren nicht. Rund die Hälfte der Bevölkerung soll jünger als 25 Jahre sein. Papua Neuguinea ist eines der sprachlich vielfältigsten Länder der Welt, in dem über 800 Sprachen gesprochen werden. Die Lebensweise der Menschen ist sehr bescheiden, ihre Haupteinnahmequellen stammen hauptsächlich aus dem Anbau von Kaffee und Kakao. Den Verhältnissen entsprechend ist die Lebenserwartung nicht sehr hoch.
Das Leben in Neuguinea
Exotisch, wild und gebirgig zeigt sich Neuguinea. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lebt in den Städten, während die Mehrheit in den Bergregionen wohnt, allesamt mit einer Infrastruktur, wie wir sie uns heute fast nicht mehr vorstellen können. Es gibt kaum Strassen von Ort zu Ort. Um andere Gegenden zu erreichen, muss man fliegen oder weite Strecken zu Fuss zurücklegen. Zudem mangelt es an Schulen und Krankenhäusern.
Seit dem Jahr 2016 arbeitet Peter Reinhard im Auftrag der Gemeinde für Christus (vormals Brüderverein) in Papua Neuguinea. Seine Ausbildung absolvierte er in der Bibelschule Wydibühl Herbligen sowie am Seminar für biblische Theologie auf dem Beatenberg. Er lebt in der Küstenstadt Lae und arbeitet als Lehrperson in einer Bibelschule, in der Pastoren ausgebildet werden, die anschliessend in den Gemeinden Aufgaben übernehmen. Gemäss Peter Reinhard ist es so, dass es sehr viele Pastoren gibt, die nie eine Ausbildung genossen haben und oft schlecht oder gar nicht lesen und schreiben können. Dies führt dazu, dass viele Irrlehren im Umlauf sind, denn, was der Pastor sagt, wird als «wahr» übernommen, egal, ob es stimmt oder nicht. Entsprechend wichtig ist eine solide Ausbildung der Pastoren.
Zur Bibelschule gehört eine Farm mit einer Grösse von ungefähr 90 Hektaren mit vielen verschiedenen Tieren und weitläufigen Gärten. Die dort erzeugten Produkte tragen zur Finanzierung der Schule bei. Insgesamt gehören zur einheimischen Gemeinde rund 1200 Predigtplätze mit angeschlossenen Schulen, Krankenposten, einem kleinen Spital, Haushaltschulen, einer Lehrerinnenschule sowie die Bibelschulen mit Farmen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Mechaniker- und Schreinerlehrwerkstätte, eine Prothesenwerkstatt, eine Druckerei und Bücherläden. Zur Unterstützung dieser vielfältigen Arbeit werden verschiedene Leute gesucht. Benötigt werden Buchhalter, Elektriker, Computerfachkräfte, digitale Missionare, Allrounder und Lernhelfer. Interessierte können sich bei der Gemeinde für Christus melden.
Text und Bilder: Rosmarie Stalder


