Geschichtsträchtiger Meistertitel für die Wizards
29.04.2026 Unihockey, Gesellschaft, AktuellDie Wizards Bern Burgdorf standen nach dem Sieg in der Halbfinalserie gegen Skorpion Zollbrück dank einer grossartigen Teamleistung im Superfinal. Bereits mit diesem Finaleinzug schrieben sie Vereinsgeschichte. Mit dem Sieg im letzten Spiel gegen die Kloten-Dietlikon Jets vergoldeten sie die Saison und realisierten den Traum, Schweizermeisterinnen zu werden.
In den Trainings der Vorwoche bereitete sich das Team intensiv auf das alles entscheidende Spiel vor. Die Wizards hatten es in der vergangenen Saison bereits zweimal geschafft, die Jets zu schlagen. Nun griffen sie voller Motivation, Vorfreude und Wille die Serienmeisterinnen an. Das Spiel versprach so oder so ein historisches und unvergessliches Erlebnis zu werden.
Die Titelverteidigerinnen aus Kloten erwischten im Superfinal in der BCF Arena in Freiburg vor fast 8000 Zuschauenden den besseren Start. Den Zauberinnen gelang es in den ersten Minuten nicht wirklich, ihr Spiel aufzubauen. Die Nervosität war ein zentrales Hindernis. Dennoch glaubte die ganze Mannschaft daran, das Unmögliche möglich zu machen.
Die Wizards überstanden die ersten Minuten und kämpften sich immer wieder nach vorne. Trotz einiger technischer Fehler hielten sie die Jets gekonnt in Schach. Die Bernerinnen begannen, ihr Spiel besser aufzuziehen, legten die Nervosität langsam ab und fanden ihren Rhythmus. In der 16. Minute wurden sie für einen Eigenfehler bestraft und die Zürcherinnen gingen in Führung. Doch die Wizards blieben kühl im Kopf, liessen sich nicht beeindrucken und spielten weiter. In der 17. Minute kamen die Wizards in der Defensive erneut unter Druck. Anne Härtsch löste sich stark und spielte den Ball nach vorne. Mirjam Wyss lief zum Abschluss an, legte auf Topscorerin Dana Misteli ab, welche zum 1:1 ausgleichen konnte. Der Applaus brachte die Halle zum Beben. Die Jets kamen jedoch immer wieder gefährlich vor das Tor. 50 Sekunden vor Ende des ersten Drittels trafen die Zürcherinnen zum 2:1. Das Spiel war jedoch noch lange nicht vorbei.
Energiereich startete das zweite Drittel. In der 23. Minute bot sich für die Wizards durch ein Powerplay die grosse Möglichkeit. Das Balltempo stimmte, die Chancen wurden gefährlicher. Kurz vor Ende der Strafe zog Lisa von Arx ab: Der Schuss rutschte der Torhüterin zwischen den Beinen durch und der Ausgleich zum 2:2 war geschafft. Ein Tor, das pure Emotionen auslöste. Das Spiel war wieder offen. Die Wizards hatten vieles im Griff, spielten souverän, verteidigten mit allem, was sie hatten und vertrauten ihrem Spiel. Die Jets kamen zwar immer wieder zu Chancen, doch die Zauberinnen waren bereit, halfen Torhüterin Ella-Fée Greber und kämpften als geschlossene Einheit. Mit 2:2 ging es in die zweite Pause.
Trotz der Steigerung wussten die Wizards: Da geht noch mehr. Trainer Mirco Torri fand klare Worte, gab Energie und Vertrauen und die Mannschaft nahm genau das mit aufs Feld. Im letzten Drittel zeigten die Wizards ihr wahres Gesicht: motiviert, konzentriert und selbstbewusst. Sie legten eine Schippe drauf, erspielten sich noch mehr Chancen und verteidigten kompromisslos. Die Jets hatten Mühe, Lösungen zu finden. Die Wizards zeigten nicht nur Qualität, sondern auch einen unantastbaren Willen. Jeder Block, jeder Schuss, jede Aktion wurde von den Fans gefeiert.
Dann kam der entscheidende Moment: Dana Misteli kam an den Ball. Die Passwege waren zu. Mit einem starken Torschuss holte sie das 3:2 für die Wizards. Die Jets stellten auf sechs Feldspielerinnen um und erhöhten den Druck. Doch die Wizards kämpften unermüdlich, warfen sich in jeden Ball, gewannen Zweikämpfe und befreiten sich immer wieder. Die Zeit tickte, die Spannung war kaum auszuhalten. Dann die Entscheidung: Ilse Stoffers eroberte den Ball, sah das leere Tor und spielte auf Tanja Kyburz, welche zum 4:2 aufstockte. Die Erlösung. Der Traum war zum Greifen nah. Noch wenige Sekunden. Die Jets versuchten alles, aber die Schlusssirene verkündete zu bald den Sieg der Wizards.
Die Wizards schafften nicht nur Unglaubliches, sie schrieben auch Geschichte. Die Saison 2025/2026 endete mit dem grössten Erfolg der Vereinsgeschichte: Schweizermeisterinnen! Ein Team, das über sich hinausgewachsen ist.
«Es sind unglaubliche Emotionen, ich kann es kaum realisieren. Es ist einfach cool, dass wir es geschafft haben», wird Mirjam Wyss in einer Medienmitteilung von Swiss Unihockey zitiert. «Wir hätten uns diesen Erfolg am Anfang der Saison gar nicht erträumen können. Dass wir gleich unseren ersten Final gewinnen und Meisterinnen werden, das ist einfach unglaublich.»
Der Pokal geht zum ersten Mal überhaupt nach Burgdorf. Die Wizards bedanken sich für die unglaubliche Unterstützung ihrer Fans während dieser unvergesslichen Saison.
Text und Bid: zvg
Wizards Bern Burgdorf - Kloten-Dietlikon Jets 4:2 (1:2, 1:0, 2:0)
Tore: 16. 0:1; 17. Misteli (Wyss) 1:1; 20. 1:2; 24. Von Arx (Morf) 2:2; 57. Misteli (Härtsch) 3:2; 60. Kyburz (Gross) 4:2.

