Grundsteinlegung für die BLS-Werkstätten Oberburg

  28.10.2026 Oberburg, Wirtschaft, Aktuell, Oberburg, Burgdorf

Bereits seit Herbst 2025 laufen in Oberburg Bauarbeiten für den Um- und Neubau der BLS-Werkstätten. Dort entsteht eine energieeffiziente und langlebige Anlage mit einem Haupt- und einem Nebengebäude sowie einem zusätzlichen Zufahrtsgleis. Rund 280 Millionen Franken investiert die BLS in dieses Generationenprojekt und damit in die Zukunft des öffentlichen Verkehrs (öV). 
Daniel Schafer, CEO der BLS, begrüsste an der Grundsteinlegung am vergangenen Mittwoch die Gäste sowie Vertretende der BLS und des Generalunternehmers Marti AG. Für Reisende seien funktionierende Fahrpläne und saubere Züge selbstverständlich. Welche wichtige Rolle eine Werkstätte dabei spiele, bleibe jedoch im Verborgenen. In der Werkstätte, die hier um- und neugebaut wird, machen die Züge rund alle zehn Tage einen Boxenstopp für Servicearbeiten. Fachpersonen kontrollieren Bremsen, prüfen Räder, testen technische Systeme und bereiten die Fahrzeuge für den nächsten Einsatz vor. 
Am vergangenen Mittwoch stand jedoch die Grundsteinlegung im Mittelpunkt. Nach zahlreichen Gesprächen, Abklärungen und intensiver Planung sei damit ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht, betonte BLS-CEO Daniel Schafer. Sein Dank galt den Behörden, den Anwohnenden, den Projektpartnern/-innen und allen beteiligten Unternehmen. Er schloss mit den Worten: «Was heute auf dieser Baustelle entsteht, schafft Voraussetzungen für einen starken und zuverlässigen öV, auch für kommende Genenationen.» 
Donald Vogt, CEO der Marti Gesamtleistungen AG, bedankte sich für die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Mit einem Schmunzeln bemerkte er, dass der Neubau zu einem neuen Wahrzeichen von Oberburg werden könnte. Derzeit seien 20 bis 30 Personen auf der Baustelle beschäftigt, im weiteren Bauverlauf werde diese Zahl auf 200 bis 250 Personen ansteigen.

Regionale Bedeutung der BLS-Werkstätten
Oberburgs Gemeinderatspräsident Wer-ner Kobel würdigte die hohe Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung, die mit Lärm, Staub und Bauverkehr einiges in Kauf nehme. Er betonte, dass bei einem Vorhaben dieser Grösse die Gemeindegrenzen keine Rolle spielen würden. Das Projekt setze positive Impulse für den gesamten Wirtschaftsraum Emmental und schaffe Arbeitsplätze für die Region. 
Auch Burgdorfs Stadtpräsident Stefan Berger unterstrich die regionale Bedeutung des Vorhabens. Er bezeichnete die Grundsteinlegung als weiteren Meilenstein in der 170-jährigen Bahngeschichte Burgdorfs. Obwohl die Anlage den Namen Oberburg trägt, entsteht sie auf Burgdorfer Gemeindegebiet. Ein professioneller Unterhalt der Züge sei unverzichtbar für einen leistungsfähigen öV. Dieser verbinde Stadt und Land und bilde eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung der Regionen ausserhalb der grossen Zentren. Berger dankte der BLS für die zukunftsweisende Investition in den Bahnstandort Burgdorf und äusserte die Hoffnung, dass auch die SBB und der Bund im Hinblick auf das Projekt «Verkehr ’45» nachziehen werden.
Im Rahmen eines kurzen Festakts enthüllten die Redner gemeinsam den Grundstein der BLS-Werkstätten Oberburg und wünschten allen eine unfallfreie Bauzeit.

BLS verbindet Mobilität mit Nachhaltigkeit
Die BLS gehört zu den grössten Verkehrsunternehmen der Schweiz. In ihrem Kerngeschäft betreibt sie Linien im Pendler- und im Freizeitverkehr. Sie unterhält ein 424 Kilometer langes Eisenbahnnetz, führt Güterverkehr, Autoverlade, Bus- und Schiffsbetriebe. 
Im Jahr 2025 reisten in den Zügen der BLS rund 73 Millionen Fahrgäste. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von rund 3 Prozent. Im Schiffsverkehr zählte die BLS rund 1,6 Millionen Gäste, was einer Zunahme von 8 Prozent entspricht. Beim Busbetrieb und dem Autoverlad blieb die Nachfrage stabil. 
Die CO₂-Emissionen sind bei der Bahn deutlich kleiner als bei Autos. Auch beim Bau ihrer Werkstätte denkt die BLS ans Klima und hat klimaschonende Überlegungen gemacht: So werden die Fassaden der Gebäude mit Holz gebaut, das Dach wird begrünt und mit Solarpanels bestückt. Zudem erfolgt die Reinigung der Züge teilweise mit gesammeltem
Regenwasser. 

Text und Bilder: Helen Käser

 


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