Hauptversammlung des Emmentalischen Käservereins
04.02.2026 Region, Kultur, Gesellschaft, AktuellDie Versammlung der Emmentaler Käser fand im Januar in der Emmentaler Schaukäserei in Affoltern statt. In diesem Jahr durfte Präsident Bernhard Meier 35 Mitglieder begrüssen.
Der Geschäftsführer der Schaukäserei, Frank Jantschik, ging in seiner Grussbotschaft kurz auf die Aktualitäten im Haus ein. Er möchte nach der Schliessung der Emmentaler-Produktion nach vorne schauen. Er betont, die Schaukäserei sei weiterhin das Haus für den Emmentaler. Zum Beispiel mit dem erweiterten Königsweg, der nun auch durch die ehemaligen Produktionsräume führt: das «Stöckli-Käsen» mit dem ganzen «Chäsidorf» und dem neu gestalteten Laden. Selbstverständlich ist das Restaurant mit Wintergarten wie gewohnt offen; neu am Freitag und Samstag sogar bis 22.00 Uhr.
In seinem Jahresbericht hob der Präsident nochmals die wichtigsten Anlässe im vergangenen Vereinsjahr hervor. In der kurzweiligen und zügig abgehaltenen Versammlung wurden unter anderem die beiden Vorstandsmitglieder Urs Kämpfer und Urs Fankhauser wiedergewählt. Nach der Präsentation der ausgeglichenen Rechnung und dem Vorstellen des Jahresprogramms wurden erneut verschiedene Käser für ihre hervorragende Arbeit geehrt.
Dieses Jahr fanden die World Cheese Awards in Bern statt; wohl auch deshalb gab es sehr viele Schweizer Käsespezialitäten, die am Wettbewerb dabei waren. Die enorm grosse Anzahl Medaillen aus dem Emmental zeigt, welchen Qualitätskäse die oft kleinen emmentalischen Familienbetriebe im internationalen Vergleich hervorbringen. Darauf dürfen sie stolz sein. Der Käserverein wies aber auch darauf hin, dass zu den Kleinbetrieben Sorge getragen werden muss, damit diese erhalten bleiben.
Besonders der Emmentaler ist von einem Niedergang betroffen, der seinesgleichen sucht. Richtig bewusst wird dies, wenn Zeitzeugen wie das 100-jährige Mitglied Karl Schilt, ehemaliger Geschäftsführer der Goldbach Käse AG, von 700 Käsereien und über 70 Käsehändlern sprechen. Im Vergleich dazu informierte Daniel Wochner, Mitglied der Sortenorganisation, dass ab dem
1. April 2026 schweizweit noch 76 Käsereien Emmentaler produzieren werden.
Ein weiteres grosses Problem ist der fehlende Nachwuchs in der Käsereibranche. Urs Haslebacher zeigte die Zahlen der Berufsfachschule in Langnau. Pro Lehrjahr sind nur noch knapp 20 Lernende zu verzeichnen. Das Gebiet umfasst den Kanton Bern, Solothurn, das Oberwallis und den deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg. Dies reicht bei Weitem nicht aus, um den Bedarf an Arbeitskräften in der Käse- und Milchwirtschaft zu decken.
Der Emmentalische Käserverein wird an der bevorstehenden Oberemmentalischen Gewerbeausstellung in Langnau wieder einen Stand betreiben. Im Rahmen der Sonderschau «Top im Job» wird er junge Schulabgänger/innen auf den Beruf aufmerksam machen. Das grosse Ziel: möglichst viele neue Lernende finden.
Mit einem schönen und positiven Schlusswort beendete der Präsident die Versammlung und es ging zum gemütlichen zweiten Teil über.
Text und Bild: zvg

