Jubiläumsfest 175 Jahre Hornussergesellschaft Ersigen
08.04.2026 Sport, Sport, Ersigen, Büren zum HofJubiläumshornussen
Die Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen der Hornussergesellschaft Ersigen begannen am vergangenen Samstagmorgen bei idealen Wetterbedingungen mit dem Jubiläumshornussen. Beim Hornusserplatz im Loon traten am Vormittag zehn Mannschaften in der 1. Stärkeklasse und am Nachmittag zehn Mannschaften der 2. Stärkeklasse an.
In der ersten Stärkeklasse siegte Höchstetten A, gefolgt von Wäseli A und Heimiswil A. Als Einzelschläger siegte Nino Schüpbach (Höchstetten A), den zweiten und dritten Rang belegten Simon Erni (Heimiswil A) und Jan Kindler (Höchstetten A). In der zweiten Stärkeklasse ging der Sieg an Büren zum Hof A, gefolgt von Alchenstorf und Lueg i. E. Bei den Einzelschlägern siegte Patrick Rychard (Wynigen-Rumendingen), den zweiten und dritten Rang belegten Daniel Gosteli (Büren zum Hof A) und Christoph Günter (ebenfalls Büren zum Hof A).
Festakt
Für den eigentlichen Festakt am Abend erhielten die Hornusser Gastrecht in der Halle der Firma Robert Aebi. Ruedi Spahr begrüsste die Anwesenden und führte durch den Abend. OK-Präsident Manfred Kunz erzählte aus der Geschichte des Hornussens und betonte, die HG Ersigen sei die älteste Hornussergesellschaft der Schweiz. Andreas Röthlisberger, Präsident der Hornussergesellschaft Ersigen, ging auf die gegenwärtige Situation mit 46 Aktiven und neun Nachwuchshornussern ein. Man versuche die Tradition zu bewahren und sei doch in der digitalen Welt angekommen. So steht im Loon seit einiger Zeit eine Kamera, dank der die Spiele live mitverfolgt werden können. Die Aufnahmen bieten den Hornussern zudem die Möglichkeit, ihre Abschläge nach dem Training zu analysieren.
Bernhard Kunz erzählte über die Tätigkeiten und die Entwicklung der im Jahr 1851 gegründeten Hornussergesellschaft Ersigen. Mit Anekdoten schilderte er die Anfänge des Hornussens, aber auch die Entwicklung vom beliebten Freizeitspiel zur anspruchsvollen und leistungsorientierten Sportart.
Mit einer PowerPoint-Präsentation stellte Michael Amstutz, einer der Autoren, das mit Spannung erwartete Jubiläumsbuch vor. Auf humorvolle Weise erzählte er die Geschichte vom Wetthornusset im Jahr 1852 auf der Schützenmatte in Burgdorf zwischen Ersigen und Sumiswald. Dieses verlief zuungunsten der Ersiger, weil die Sumiswalder bereits Stecken aus Eschenholz hatten, die Ersiger aber nur solche aus Tannenstämmchen, an denen das Träf mit Draht oder Schnüren festgebunden war. Nach dem Spielende entwendeten die Ersiger den Sumiswaldern einen Eschenstecken und fertigten danach gleichwertige Stecken an. Vierzehn Tage später traten die beiden Mannschaften in Sumiswald erneut gegeneinander an. Nun gewannen die Ersiger das Revanche-Spiel – dank des ebenbürtigen Materials. Die Ersiger plagten jedoch Schuldgefühle. Deshalb brachten sie rund 100 Jahre später, anlässlich des Emmentalischen Hornusserfests 1951 in Sumiswald, den gestohlenen Stecken wieder zurück.
Am vergangenen Samstag gehörten anlässlich des Festjubiläums zu den Gratulanten: Sandra Widmer, Ressortleiterin Marketing und Kommunikation des Eidgenössischen Hornusserverbands (EHV), Mathias Neuenschwander, Präsident des Emmentalischen Hornusserverbands (EMHV), sowie Urs Wälchli, Gemeinderatspräsident von Ersigen. Er erwähnte die Besonderheit des Hornussens als Einzelsport am Bock und Mannschaftssport im Ries.
Der Anlass wurde umrahmt vom Schwyzerörgeliquartett Ersigen, der Alphorngruppe Ersigen und dem Männerchor Ersigen.
Text: Peter Schürch
Bilder: Beat Bütikofer und Peter Schürch















