Kariim Sommerlager: Wo Fremde zu Freunden werden

  22.07.2026 Kultur, Gesellschaft, Aktuell, Burgdorf

Ziel der Woche war es, geflüchteten Menschen aus der Region eine Auszeit von ihrem oft herausfordernden Alltag zu ermöglichen und ihnen während der Sommerferien abwechslungsreiche Erlebnisse, Gemeinschaft und unbeschwerte Momente zu schenken.
Das abwechslungsreiche Programm sorgte dafür, dass niemandem langweilig wurde: Auf Wanderungen vorbei an den Engstligenfällen und durch die Cholerenschlucht entdeckten die Teilnehmenden die atemberaubende Natur der Region. Am Blausee blieb Zeit zum Verweilen und Geniessen, während im Seilpark Mut und Geschicklichkeit gefragt waren. Auch rund ums Lagerhaus war immer viel los: Bei Spielolympiaden wurde die Wettbewerbsfreude geweckt, auf der grossen Wiese tobten sich die Leute bei Ballsportarten aller Art aus, und in jeder weiteren freien Sekunde wurde getanzt. Daneben gab es auch ruhige Momente. Am Kreativ- und Wellness­abend konnten die Lagerteilnehmenden Durchatmen und bei Kartenspielrunden und Gesprächen klang der Tag bis in die Nacht hinein aus. 
Die ganze Woche über fand ein kultureller Austausch statt. Kulinarisch verwöhnten die Kochgruppen aus verschiedenen Nationen: So gab es neben Pizza und Pasta auch aufwendig gekochtes Shawarma, Mantu, Kabuli und Zereshk Polo mit Morgh. 
Bei einer Dorfführung durch Adelboden lernten die Teilnehmenden die Geschichte des kulturträchtigen Schweizer Dorfes kennen und auf der Alp durften sie zuschauen, wie Käse gemacht wird. Gleichzeitig konnten die Teilnehmenden durch Präsentationen ihres jeweiligen Heimatlandes ebenfalls ihr Wissen teilen. So brachten sie sich gegenseitig ihre Kulturen näher. 
Eine Woche wie diese, in der so viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Herkünften und Prägungen auf Augenhöhe aufeinandertreffen und Gemeinschaft geniessen, ist etwas Besonderes. Sie zeigt, dass trotz vielen Unterschieden ein friedliches Miteinander möglich ist und wie bereichernd kulturelle Vielfalt sein kann. 
Die Zeit verging wie im Flug und das Verabschieden mit dem Wissen, zurück in den Alltag gehen zu müssen, war nicht leicht. Doch die Woche hinterliess nachhaltige Spuren: Jede einzelne Person ging mit neuen Eindrücken und Freundschaften im Gepäck nach Hause, welche ihr noch eine Weile Energie und Kraft für die allgegenwärtigen Herausforderungen bringen werden. 
So schwelgen die Teilnehmenden in Erinnerungen, welche sie hoffentlich bis zum nächsten Sommerlager tragen werden. Bis dahin freuen sie sich, die geknüpften Kontakte weiterzupflegen – im Kariim Kaffee in Burgdorf, bei den Sportangeboten oder wo immer sich die Gelegenheit bietet. Denn die Verbindungen bleiben über die Woche hinaus bestehen.

Text: Noelia Hausammann
Bilder: zvg


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