«Niemandsland» - in Burgdorf
21.08.2026 Aktuell, AktuellDas Stationentheater ist eine träumerische Spurensuche. Die Autorin Simone Wahli hat das Stück grösstenteils während eines Stipendiumaufenthalts in Belgrad geschrieben und spürte darin den Biografien dreier Frauenpersönlichkeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts nach.
Drei Frauen, drei Leben – eine Strasse
Die drei Protagonistinnen wurden in Burgdorf geboren und sind teilweise am Spielort, der Scheunenstrasse, aufgewachsen. Obwohl sie alle aus gutsituierten bürgerlichen Familien stammten, unterscheiden sich ihre Biografien deutlich. Emma Schiffmann konnte als reiche Erbin ein Leben ohne finanzielle Sorgen geniessen. Berta Schläfli blieb ledig und führte mit ihrem Bruder ein Pensionat für auswärtige Gymnasias-
ten. Bertas Tante Marie Aeschlimann lebte als Gouvernante in verschiedenen europäischen Ländern.
Das Theater spielt in Gärten und Häusern, im Park der Villa Schnell und in einem Käsekeller. Regie führt Gisela Nyfeler, die vielen als Geschäftsführerin des Burgdorfer Casino Theaters bekannt sein dürfte. In den Hauptrollen beweisen Sylvia Garatti, Nina Hesse, Lilian Naef, Maja Kneza und Markus Amrein ihr Können, ausser Kneza alles professionelle Schauspielende. Die Musikkompositionen stammen von Daniel R. Schneider und werden von Roman Schönenberger mit der Geige virtuos gespielt. Für die Technik ist Tom Käch verantwortlich.
Geschichte und Gegenwart Burgdorfs
Das Publikum trifft sich zur ersten Szene im Garten der Scheunenstrasse 20. Von dort zieht es in kleineren Gruppen weiter zu den verschiedenen Spielorten. Es erfährt Spannendes über Burgdorf im 19. Jahrhundert. Wie Tuchhändler und Käsebarone ihr Geschäft betrieben und welche Rolle die Eisenbahn dabei spielte, wird locker in die Handlung eingeflochten. Auch die Häuser an der Scheunenstrasse erzählen ihre Geschichten. An verschiedenen Schauplätzen geben die drei Protagonistinnen Einblick in ihr Leben, wobei jede Figur ihren ganz eigenen Sinnesraum erhält. Obwohl die drei Frauen vor langer Zeit in Burgdorf lebten, werden immer wieder überraschende Parallelen zur heutigen Zeit sichtbar.
Spurensuche – träumerisch und doch real
Mit viel Einfühlungsvermögen hat sich die Autorin Simone Wahli den Lebensgeschichten der drei Frauen angenähert und verbindet dabei die Realität mit eigenen Ideen. Während ihres Aufenthalts in Belgrad entdeckte sie zudem die Liebe zu dieser Stadt, was in die Handlung einfliesst. Geschickt führt sie das Publikum auf einem Spaziergang für alle Sinne durch ein Burgdorfer Quartier, das im Theater zum «Niemandsland» wird. Das multimediale Erlebnis ermöglicht Blicke hinter die Fassaden der Häuser und führt durch verborgene Gärten.
Es gibt nur noch sehr wenige Tickets (Buchhandlung am Kronenplatz und www.eventfrog.ch). Die Anzahl der Theaterbesuchenden ist auf sechzig Personen limitiert. Gutes Schuhwerk sowie wetterfeste Kleidung werden empfohlen. Um 19.15 Uhr geben die Theaterleute eine Einführung ins Stück.
Text und Bilder: Helen Käser
Auf den Fotos sind die Schauspielenden ohne Maske in einer Probesituation dargestellt.
Dienstagabend kann nach Anmeldung bei Simone Wahli (s.wahli@gmx.net) die Generalprobe besucht werden. Treffpunkt: 19:45, Scheunenstrasse 20. Es wird eine Kollekte erhoben.







