ÖGA 2026; Zwischen Rekordhitze und Hightech
01.07.2026 Aktuell, Aktuell, Foto, KoppigenBereits zum 33. Mal seit ihrer ersten Durchführung im Jahr 1961 fand vergangene Woche die traditionsreiche Fachmesse ÖGA auf dem Gelände der Gartenbauschule Oeschberg statt und überzeugte mit einer gelungenen Mischung aus Innovation, Praxisnähe und inspirierender Atmosphäre.
Die ÖGA 2026 hat einmal mehr ihre Bedeutung als zentraler Treffpunkt der Grünen Branche unter Beweis gestellt. Auf einem der grössten und zugleich schönsten Freiluft-Messegelände der Schweiz präsentierte sich die ÖGA wortwörtlich als «heisse» Messe – sowohl in Bezug auf die Rekord-Temperaturen als auch auf die spannenden Themen und Entwicklungen.
Organisiert wird die ÖGA jeweils von den drei starken Partnern JardinSuisse (JS), dem Unternehmerverband Gärtner Schweiz, der Kantonalen Gartenbauschule Oeschberg (GSO) als Teil des Bildungszentrums Emme sowie der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau und Spezialkulturen (SZG) in Koppigen. Diese enge Zusammenarbeit garantiert eine praxisorientierte und zugleich zukunftsgerichtete Durchführung der Messe. Vom 24. bis 26. Juni 2026 zog die ÖGA rund 19 000 Besuchende auf das rund zwölf Hektaren grosse Gelände der Gartenbauschule Oeschberg bei Koppigen. Als Fachmesse richtete sie sich an den professionellen Gartenbau, die Grünflächenpflege, die Bauwirtschaft, kommunale Dienste sowie den Gemüse- und Beerenbau – und ist damit DER Treffpunkt für Fachleute der gesamten Branche.
Brennpunkt Gesundheit mit Sonderschau «rundum gesund»
Unter dem Schwerpunktthema «rundum gesund» standen gesunde Pflanzen, eine intakte Umwelt und das Wohlbefinden des Menschen sowie die Arbeitssicherheit im Mittelpunkt der gesamten Ausstellung. Die grosszügigen Freiflächen boten ideale Bedingungen, um Maschinen und Geräte direkt im Einsatz zu demonstrieren. Gleichzeitig sorgte das parkähnliche Gelände für ein ungezwungenes Ambiente und förderte den fachlichen Austausch. Ein durchdachtes Verkehrskonzept mit Shuttlebussen ab Bahnhof Burgdorf sowie Verbindungen Richtung Recherswil und Kriegstetten stellte eine reibungslose An- und Abreise der Besuchenden sicher. Auch das moderne Verpflegungsangebot überzeugte die Gäste, von denen rund die Hälfte aus dem Garten- und Landschaftsbau stammten.
Ein Anziehungspunkt war auch die vielfältige Sonderschau zum Thema «rundum gesund» mit Live-Demonstrationen. Sie zeigte modernste Technologien, darunter selbst fahrende Maschinen und Roboter. Besuchende konnten beim «Klettern wie die Baumpfleger» ihre Geschicklichkeit testen oder sich über innovative Exoskelette (Tragbare Stützstrukturen) informieren, die körperlich belastende Arbeiten erleichtern. Praxisnahe Vorführungen zur nachhaltigen Grünflächenpflege lieferten wertvolle Impulse für eine zukunftsfähige Bewirtschaftung. Ein klarer Trend der ÖGA 2026 zeigte sich in der zunehmenden Vernetzung und Teilautonomie von Maschinen sowie in neuen Methoden des Pflanzenschutzes, etwa durch Lasertechnologie oder präzises Spotspraying. Gleichzeitig wurde die Bedeutung gesunder Böden und eines funktionierenden Ökosystems betont. Anlässlich der Eröffnung der Sonderschau erklärte Dr. Jürn Sanders vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau, dass Gesundheit lediglich das Resultat eines funktionierenden Systems sei – und aktiv gefördert werden müsse.
Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der ÖGA-Neuheiten-Awards, mit denen sechs innovative Produkte ausgezeichnet wurden, die seit Anfang 2025 auf dem Schweizer Markt sind. Die Preisverleihung im Rahmen der Innovationsfeier fand am ersten ÖGA-Tag statt und zeichnete auch fünf Pflanzen-Neuheiten aus.
Die ÖGA 2026 hat eindrücklich gezeigt, wie Innovation, Nachhaltigkeit und Praxis miteinander verbunden werden können – und bleibt damit eine unverzichtbare Impulsgeberin für die Zukunft der Grünen Branche.
Rückblickend kann gesagt werden, dass die extreme Hitze während allen drei Messetagen auf dem gesam-
ten Gelände und in den Zelthallen vor allem für die Ausstellenden eine grosse Herausforderung darstellte. Etwas Abkühlung bot lediglich die schattige Baumallee, in der zeitweise ein leichtes Lüftchen für spürbare Erleichterung sorgte.
Text und Bilder: Petra Schmid





