Prekäre Wassersituation im Hurstmoos und Sumpfbach
21.10.2026 Hindelbank, Hindelbank, NaturDie Situation im Hurstmoos ist weiterhin sehr schwierig. Wie die Bürgerliche Kooperation in einer Mitteilung schreibt, habe am 7. Oktober 2026 die sechste Bewässerungsaktion stattgefunden. Dadurch konnte der Wasserpegel um gut 10 Zentimeter angehoben werden. Parallel dazu setzte das Jagdinspektorat einen Holzwinkel anstelle eines Rohres ein, mit dem der Wasserpegel auf der Biberseite um rund 20 Zentimeter abgesenkt werden konnte. Trotz dieser Massnahmen habe das Wasser nicht ausgereicht, um die Teiche zu erreichen, so die Bürgerliche Kooperation.
Da alle Beteiligten daran interessiert seien, dass der Biber weiterhin seinen Platz im Sumpfbach hat und gleichzeitig das wertvolle Feuchtgebiet erhalten bleibt, müssten sämtliche Massnahmen sorgfältig geplant und koordiniert umgesetzt werden.
Ursachen für Wassermangel werden abgeklärt
Die Gemeinde Hindelbank klärt derzeit ab, ob der Wasserzufluss ausreichend ist. Dazu sollen die zuführenden Leitungen mit einer Kamera inspiziert und bei Bedarf gespült werden.
Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich gemäss Mitteilung der Bürgerlichen Kooperation nicht sagen, ob die Trockenheit oder der Biber allein für den Wassermangel verantwortlich ist. Bei einer objektiven Betrachtung zeigt sich, dass verschiedene Faktoren dazu beitragen, dass das Wasser die Teiche nicht erreicht.
Für den Erhalt der Pflanzen- und Tierwelt im Hurstmoos sowie des Bibers im Sumpfbach setzen sich verschiedene Beteiligte ein: die Abteilung Walderhalt, das Jagdinspektorat, die kantonale Fischereiaufsicht, die Gemeinde Hindelbank, der Hurstmoos-Verein und die Burgerliche Korporation Hindelbank.
Der Hurstmoos-Verein pflegt und gestaltet das Gebiet mit grosser Sorgfalt und viel Herzblut, damit es der Bevölkerung auach künftig als naturnahes Naherholungsgebiet zur Verfügung steht. Die Burgerliche Korporation Hindelbank unterstützt den Verein als Waldeigentümerin im Rahmen ihrer Möglichkeiten, unter anderem bei der Bewässerung der Teiche.
Die Bewässerungsarbeiten werden von Mitgliedern des Hurstmoos-Vereins ausgeführt. Die Einsätze stehen unter der Leitung von Stefan Lehmann, Präsident des Vereins und Holzermeister der Burgerlichen Korporation Hindelbank. Seit Anfang Juli wurde rund 100 Stunden lang Wasser in das Feuchtgebiet gepumpt. Dafür waren insgesamt mehr als 300 Arbeitsstunden erforderlich. Diese Zahlen verdeutlichen, wie gross der personelle und zeitliche Aufwand für den Erhalt des Gebiets ist.
Grosse Solidarität und tatkräftige Unterstützung
Bei den Bewässerungsaktionen durfte der Hurstmoos-Verein auf wertvolle Unterstützung zählen. Die Feuerwehr Region Hindelbank, die umliegenden Landwirte, die Feuerwehr Ittigen sowie Schutz und Rettung Bern stellten wiederholt kurzfristig jeweils 300 Meter Schlauchmaterial zur Verfügung.
Das Schlauchmaterial durfte nach den Einsätzen verschmutzt zurückgebracht werden. Die Feuerwehren übernahmen anschliessend die Reinigung und das erneute Aufrollen der Schläuche. Diese unkomplizierte und tatkräftige Unterstützung war für die Bewässerungsmassnahmen von grosser Bedeutung.
Ohne den Einsatz aller Beteiligten und der Mitglieder des Hurstmoos-Vereins unter der Leitung von Stefan Lehmann wäre die Existenz des Hurstmooses, wie wir es heute kennen, ernsthaft bedroht. Zahlreiche Tierarten, darunter auch geschützte Arten,sowie wertvolle Pflanzenbestände hätten möglicherweise nicht überlebt.
Der Einsatz ist lohnenswert
Trotz des enormen Aufwands sind sich die Beteiligten einig: Es lohnt sich, für den Erhalt dieses schützenswerten Lebensraums zu kämpfen und dafür viel Zeit und Energie zu investieren.
Nun hoffen alle auf einen niederschlagsreichen Herbst und einen schneereichen Winter, damit sich die Wassersituation im Hurstmoos nachhaltig verbessern kann. Der gemeinsame Einsatz zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Behörden, Organisationen, Feuerwehren, Unternehmen und Freiwilligen für den Erhalt der wertvollen Naturräume ist.
Text und Bild: zvg

