Pro Burgdorf reicht Beschwerde gegen Umgestaltung ein
05.08.2026 Aktuell, Gesellschaft, Aktuell, BurgdorfAn der Grabenstrasse in Burgdorf werden derzeit und in den kommenden Monaten Unterhalts- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Im Anschluss daran plant die Stadt Burgdorf eine Umnutzung des Geländes. Bis die planerischen Rahmenbedingungen für die definitive Umgestaltung erarbeitet sind, soll der westliche Teil der Grabenstrasse im Rahmen einer Übergangsnutzung als Pilotprojekt umgestaltet
werden.
Aus der heutigen Durchfahrtsstrasse mit 18 Parkplätzen in unmittelbarer Nähe der Oberstadt soll ein kleiner Park mit Aussicht und Möglichkeiten für temporäre kommerzielle Nutzungen entstehen. Die Durchfahrt für Anwohnende sowie den öffentlichen Verkehr soll jederzeit gewährleistet bleiben. Geplant ist der Start der Übergangsnutzung am Ende dieses
Jahres.
Insbesondere der Wegfall der Parkplätze, aber auch die temporären kommerziellen Nutzungen sind den rund 50 Detaillisten und Dienstleistenden in der unmittelbaren Umgebung der Grabenstrasse ein Dorn im Auge. Externe Pop-ups in den Sommermonaten würden die lokalen Gastronomiebetriebe konkurrenzieren und ein Verlust der Parkplätze wäre für die Gewerbetreibenden verheerend. Obwohl sich das Parkhaus Oberstadt in der Nähe befindet, sind die Parkplätze im Freien – trotz höherer Kosten – beliebter. Gemäss Jonas Jakob, Geschäftsführer von Pro Burgdorf, bevorzuge insbesondere die ländliche Kundschaft die Parkplätze draussen. Das Parkhaus sei veraltet, dunkel und eng und stelle deshalb keine gleichwertige Alternative dar.
Die Detaillistenvereinigung Pro Burgdorf forderte deshalb für den Fall, dass die Parkplätze aufgehoben werden, Massnahmen zur Aufwertung des Parkhauses, um mögliche Geschäftseinbussen ihrer Mitglieder zu verhindern. Dazu gehörten einerseits Verbesserungen des nicht mehr zeitgemässen Erscheinungsbildes des Parkhauses, andererseits verlangte der Verein eine Gratisparkzeit, die einen Anreiz schaffen sollte, das Parkhaus dennoch zu nutzen. Der Gemeinderat lehnte diese Forderungen jedoch ab, versprach aber, andere Massnahmen zu ergreifen. Diese wurden allerdings nicht näher spezifiziert.
Jonas Jakob warnt davor, dass die Aufhebung der Parkplätze die Problematik der stetig schwindenden Kundschaft in der Oberstadt weiter verschärfen werde. Für Gastronomie, Dienstleistungsbetriebe (darunter auch die Poststelle), Detailhandel sowie alle weiteren Betriebe in der Oberstadt stelle die Parkplatzsituation ein ernstes Problem dar.
Der Gemeinderat und Pro Burgdorf werden Ende August das Gespräch suchen, um sich vertieft über die Problematik auszutauschen. Dennoch ermutigt Pro Burgdorf seine Mitglieder sowie sämtliche Gewerbetreibenden in der Oberstadt dazu, Einsprache gegen das Projekt zu erheben. Auch Pro Burgdorf selbst wird Einsprache einreichen. Die Einsprachefrist läuft noch bis zum 31. August 2026.
Text: Rosie Schenk
Bild: © swisstopo
Einsicht der Baugesuchsakten: www.epublikation.ch (Stichwort «Baugesuch Grabenstrasse Burgdorf»)

