Wenn innere Bilder auf Leinwand lebendig zum Ausdruck kommen

  11.03.2026 Aktuell, Aktuell, Kultur, Utzenstorf, Region, Foto, Gesellschaft

Sechzehn Jahre nach ihrer ersten Ausstellung im Zentrum Mösli stellt Margrit Kiener bis Anfang Juni wieder aus – dieses Mal zum Thema «Freiheit zum Malen». Am vergangenen Wochenende fand in der Cafeteria und im ersten Stock des Zentrums die sehr gut besuchte Vernissage statt.
Margrit Kiener begann bereits in ihrer Kinder- und Jugendzeit zu malen: «Meine Lieblingsfächer in der Schule waren Geschichte und Zeichnen.» Mit zwölf Jahren habe sie das Malen auf Keramik entdeckt und sei darin auch gefördert worden. Allerdings habe sich ihr wie eine Tür geöffnet, als sie mit der Arbeitsweise Arno Sterns in Berührung kam, erzählt die Künstlerin. Plötzlich habe es eine gute Möglichkeit gegeben, die reichen inneren Bilder, die sie immer schon in sich getragen hatte, für sich und andere sicht- und «begehbar» zu machen. Tag- und Nachtträume, Visionen, Sinneseindrücke und Emotionen fanden so ihren Weg auf die Leinwand. Und im Laufe der Jahre entstand ein umfangreiches, phantasievolles, experimentierfreudiges und lebendig-buntes Werk – oft in Acryl, aber auch mit anderen Materialien und Techniken. 
Im Zeichen einer solchen ausdrucksstark auf die Leinwand gebrachten Vision von früher stand auch die Vernissage. Das ursprüngliche innere Bild stammte – so las Elsa Kunz an der Vernissage vor – von einem «magischen Ort» aus der Kindheit: eine Alp, wo Margrit Kiener oft und gerne war, wo sich der Blick über eine blühende Blumenwiese hinweg ins Tal weitete. Allerdings verdichtete sich dieser «magische Ort» in einer Vision, die Margrit Kiener bis heute im Ohr und vor Augen hat: ein grosser weiss-goldener Baldachin auf einer Alp, auf der einen Seite drei Alphornbläser mitten im Spiel, auf der anderen Seite vier trompetende Elefanten, die gemeinsam in einem gewaltigen Festakt den Raum akustisch füllen – vorne weisse Blumen, die sich zu einem Strauss formieren und sich zum Himmel erheben. 
Die Magie des Ortes, die Kraft der Vision und das Durchscheinen des Transzendenten wirkten auch beim Betrachten dieses Werks und der Beschreibung, die Elsa Kunz aus den «Orangen Träumen» von Margrit Kiener vorlas, nach. Dass sich die Künstlerin für die musikalische Umrahmung der Vernissage zwei Alphörner und ein Akkordeon (Magdalena Wenger, Ruth Bangerter und Ruth Burkhard) ausgesucht hatte, war das Tüpfchen auf 
dem i.

Andrea Flückiger
Die Ausstellung im 1. Stock des Zentrums Mösli ist bis am 5. Juni 2026 täglich von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Die Künstlerin ist persönlich anwesend nach Vereinbarung (Telefon 032 665 38 89).


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