Wichtiges Puzzleteil für die Versorgung

  08.04.2026 Gesellschaft, Gesellschaft, Aktuell, Region

Das Gesundheitsnetz Emmental (GNE) setzt einen weiteren Meilenstein in der integrierten Versorgung der Region: Am 2. März 2026 hat die neue sozialmedizinische Koordinationsstelle des GNE ihren Betrieb aufgenommen. Sie ist ein zentrales Puzzleteil für eine bedarfsgerechte, koordinierte Gesundheitsversorgung und unterstützt insbesondere bei organisatorischen Fragestellungen rund um Pflegeheimeintritte sowie Spitex-Dienstleistungen.
Die Koordinationsstelle steht sowohl Gesundheitsfachpersonen als auch Betroffenen sowie deren Angehörigen als kompetente Anlaufstelle zur Verfügung. Ziel ist es, Betroffene in komplexen Situationen zu entlasten und gleichzeitig den administrativen Aufwand für Leistungserbringende zu reduzieren. Eine Lebenssituation kann sich durch eine oder mehrere Erkrankungen plötzlich verändern. So wird zum Beispiel kurzfristig ein Pflegeheimplatz benötigt 
oder es ist zusätzliche Unterstützung zu Hause erforderlich. Genau hier hilft die sozialmedizinische Koordinationsstelle: Sie klärt Bedürfnisse ab, vermittelt passende Angebote und trägt dazu bei, Doppelspurigkeiten zu vermeiden sowie vorhandene Kapazitäten gezielt zu nutzen. «Gerade in Übergangssituationen – etwa nach einem Spitalaufenthalt oder bei zunehmendem Unterstützungsbedarf – stehen viele Betroffene und ihre Angehörigen vor grossen organisatorischen Herausforderungen. Hier setzen wir an und schaffen Orientierung», sagt Nicola Julia Aebi, Projektleiterin des GNE. «Unser Ziel ist es, für jede Situation rasch eine passende und tragfähige Lösung zu finden.»

Unterstützung bei Pflegeheim­eintritten und Koordination
Ein Schwerpunkt der sozialmedizinische Koordinationsstelle liegt in der Organisation und Koordination von Pflegeheimeintritten, sowohl für Kurzzeit- als auch Langzeitaufenthalte. Die sozialmedizinische Koordinationsstelle übernimmt dabei wichtige Vorarbeiten wie die Sozialanamnese, informiert Personen mit Unterstützungsbedarf über Heimkosten und Finanzierungsmöglichkeiten und führt bei Bedarf Gespräche mit Angehörigen. Auf Basis dieser Abklärungen wird – gemeinsam mit den Angaben der behandelnden Hausärztin oder des behandelnden Hausarztes – eine passende Institution gesucht. Über die Aufnahme und das weitere Vorgehen werden die zuweisenden Fachpersonen anschliessend informiert.
Hausärztinnen und Hausärzte profitieren insbesondere von der Entlastung im organisatorischen Bereich und können sich stärker auf ihre medizinische Tätigkeit konzentrieren. «Die Entlastung zeigt sich vor allem in der beraterischen Tätigkeit. Fachmitarbeiterinnen und -mitarbeiter der sozialmedizinischen Koordinationsstelle besitzen ein profundes Wissen über sozialrechtliche Strukturen und sind so in der Lage, Betroffene direkt zu begleiten», sagt Olivia Lanz, Leiterin der Sozialberatung des Spitals Emmental. Sie betont aber: «Die Rolle der Haus­ärztinnen und Hausärzte bleibt zentral: Sie sind wichtige Partner in der Beurteilung der Situation und geniessen grosses Vertrauen bei ihren Patientinnen und Patienten.»

Regionale Vernetzung als Schlüssel
Die sozialmedizinische Koordinations­stelle entwickelt sich zu einem regio­nalen Dienstleistungsangebot für Gesund­heits­fachpersonen und die Bevölkerung. Eine wichtige Rolle spielt dabei die enge Zusammenarbeit mit bestehenden Beratungsstellen und Institutionen der Region. «Eine gute Versorgung funktioniert nur im Zusammenspiel aller Beteiligten», erklärt Olivia Lanz. «Mit der sozialmedizinischen Koordinationsstelle schaffen wir eine verbindende Struktur, die Informationen bündelt, Wege verkürzt und die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen stärkt – zum direkten Nutzen der Patientinnen und Patienten.»
Hinter der sozialmedizinischen Koordinationsstelle steht das Gesundheitsnetz Emmental: Leistungserbringende aus dem Spital, der Spitex, der Langzeitpflege sowie Hausärztinnen und Hausärzte arbeiten eng zusammen. Die Beratung wird durch qualifizierte Sozialarbeitende sichergestellt, die über fundiertes Wissen im Gesundheits- und Sozialbereich verfügen. Die Anlaufstelle ist vorerst im Spital Emmental angesiedelt und versteht sich als neutrale Akteurin innerhalb der integrierten Versorgung.

Ausbau des Angebots geplant
Das Angebot der Koordinationsstelle wird im Verlauf schrittweise und bedarfsgerecht erweitert. Ziel ist es, die Emmentaler Bevölkerung künftig noch umfassender bei Fragen rund um Gesundheit, Pflege und soziale Unterstützung zu begleiten – niederschwellig, verlässlich und koordiniert. «Wir verstehen die sozialmedizinische Koordinationsstelle als lernendes Angebot», sagt Nicola Julia Aebi. «Basierend auf den konkreten Anfragen und den Rückmeldungen aus der Praxis entwickeln wir unsere Dienstleistungen laufend weiter – immer mit dem Anspruch, den tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung bestmöglich abzudecken.»

Text: zvg
Bild: Anja Gerber
www.gesundheitsnetz-emmental.ch


Image Title

1/10


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote