Zwei Partnerinnen – eine gemeinsame Vision
18.02.2026 Aktuell, Burgdorf, GesellschaftDas Spital Emmental und die Orthopädie Sonnenhof vertiefen ab dem 1. März 2026 ihre bereits bestehende Kooperation. Damit richten sie die orthopädisch-traumatologische Versorgung am Spital Emmental langfristig aus und entwickeln gemeinsam ein qualitätsführendes Zentrum im Emmental für den Bewegungsapparat. Neu übernimmt die Orthopädie Sonnenhof die Belegschaft der Orthopädie des Spitals Emmental sowie die medizinische, organisatorische und unternehmerische Verantwortung für die orthopädische und traumatologische Versorgung. Die bereits am Spital Emmental arbeitenden Ärztinnen und Ärzte werden als Belegärzte/-innen weiterhin am Spital Emmental praktizieren. Die Tätigkeiten der Orthopädie Sonnenhof in den bekannten Räumlichkeiten des Spitals Emmental werden wie bis anhin in der gewohnt hohen Qualität sichergestellt.
Reaktion auf aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen
Mit der Vertiefung der bereits bestehenden langjährigen Kooperation reagieren beide Partnerinnen auf zentrale Entwicklungen im Gesundheitswesen: strenger werdende regulatorische Vorgaben, eine zunehmende Spezialisierung in der Orthopädie, den Fachkräftemangel sowie das vom Kanton Bern geplante 4+-Versorgungsmodell, das eine engere Koordination der regionalen Angebote verlangt. «Mit dieser Partnerschaft sichern wir das orthopädische und traumatologische Angebot sowie die orthopädische Notfallversorgung in unserer Region langfristig und nachhaltig. Unsere Patientinnen und Patienten profitieren weiterhin von einer wohnortsnahen Versorgung auf höchstem Niveau – durch dieselben Fachpersonen, die sie bereits kennen», sagt Regula Feldmann, CEO des Spitals Emmental, und fährt fort: «Es ist eine grosse Chance für das Spital Emmental, mit einer derart renommierten Partnerin zusammenzuarbeiten. Gemeinsam möchten wir die führende Adresse für orthopädische Anliegen werden.» Die Patientinnen und Patienten profitieren dank dieses Kooperationsmodells von einer umfassenden, qualitätsgesicherten und wohnortsnahen Versorgung auf universitärem Niveau – mit Zugang zu modernsten Behandlungsmethoden und einem Netzwerk von erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten.
Auch für die Orthopädie Sonnenhof, eines der führenden orthopädisch-traumatologischen Zentren der Schweiz, ist die vertiefte Zusammenarbeit ein wichtiger strategischer Schritt. Sie stärkt die medizinische Qualität, die Spezialisierung und die überregionale Präsenz. «Die Gesundheitsversorgung im Kanton Bern wird künftig in grösseren Versorgungsregionen organisiert. Das erfordert stärkere Kooperationen und eine Konzentration der medizinischen Kompetenzen», erklärt Jean-François Andrey, CEO der Orthopädie Sonnenhof. «Mit dem Spital Emmental haben wir eine Partnerin, die unsere Qualitäts- und Ausbildungsphilosophie teilt. Wir stärken mit diesem Geschäftsmodell nicht nur die Präsenz in der Versorgungsregion Emmental-Oberaargau, sondern auch unsere Rolle als eines der führenden Kompetenzzentren für Orthopädie und Traumatologie in der Schweiz. Mit der neuen Kooperation bündeln wir unsere Ressourcen, fördern Innovation und schaffen ein Versorgungsnetz, das höchste Qualität, Spezialisierung, Innovation, Forschung und Lehre sowie Wirtschaftlichkeit vereint – zum direkten Nutzen unserer Patientinnen und Patienten», sagt Jean-François Andrey.
Geschichte einer erfolgreichen Partnerschaft
Bereits seit dem Jahr 2016 arbeiten die Orthopädie Sonnenhof und das Spital Emmental im Bereich der Wirbelsäulen- und Hüftchirurgie eng zusammen. Diese erfolgreiche Kooperation wird nun auf alle Subdisziplinen der Orthopädie, inklusive Hand- und Wirbelsäulenchirurgie, erweitert. Die Verbindung zwischen den Fachpersonen beider Kliniken ist schon heute stark: Viele Ärztinnen und Ärzte wurden in der «Berner Schule» ausgebildet, die international als Wiege der modernen Orthopädie gilt – viele moderne Behandlungstechniken, die noch heute an den A-Kliniken (Inselspital und Orthopädie Sonnenhof) gelehrt werden, wurden von Berner Persönlichkeiten wie beispielsweise Prof. Maurice Müller oder Prof. Reinhold Ganz entwickelt. Mehrere Kaderärzte/-innen des Spitals Emmental haben zudem einen Teil ihrer Facharztausbildung in der Orthopädie Sonnenhof KLG absolviert. Mit dem neuen Kooperationsmodell entstehen denn auch neue Perspektiven in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung: Die Kooperation umfasst SIWF-zertifizierte Weiterbildungsstätten A2, B1 und B2 und ermöglicht Assistenzärztinnen und -ärzten, das gesamte orthopädisch-traumatologische Curriculum innerhalb des Verbunds zu absolvieren. Damit werden der Nachwuchs gezielt gefördert und die medizinische Qualität nachhaltig gestärkt.
Beide Partnerinnen investieren zudem in Lehre und Forschung, um neue, evidenzbasierte Behandlungsmethoden zu entwickeln und anzuwenden. «So schaffen wir für junge Ärztinnen und Ärzte hervorragende Ausbildungsbedingungen und eröffnen ihnen die Möglichkeit, die gesamte Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt für Orthopädie und Traumatologie innerhalb der Kooperation zu absolvieren. Das stärkt sowohl die Versorgungsqualität als auch die Attraktivität unseres Spitals als Lehr- und Weiterbildungsstandort und als Arbeitgeber in einer zunehmend anspruchsvollen Spitallandschaft», so Feldmann weiter.
Synergien zwischen öffentlichem Spital und privater Partnerin nutzen
Die langfristig angelegte Partnerschaft steht beispielhaft für eine innovative Zusammenarbeit zwischen einem öffentlichen Spital und einer privaten Leistungserbringerin. «Diese Kooperation zeigt, wie privatwirtschaftliche Effizienz und öffentliche Versorgungsaufträge Hand in Hand gehen können», betont Jean-François Andrey. «Wir schaffen ein Modell, das Qualität, Wirtschaftlichkeit sowie Lehre und Forschung in Einklang bringt – und das über die Region hinaus Strahlkraft haben wird.»
Text und Bild: zvg

