Der diesjährige Kulturpreis geht an Markus Schrag

  28.10.2026 Burgdorf, Foto, Kultur, Burgdorf

Für die Verleihung des 12. Kulturpreises am Dienstag, 20. Oktober 2026, war der Theaterzirkus Wunderplunder in Burgdorf Treffpunkt. Dieser Ort wurde ausgewählt, weil der Preisgewinner vor 34 Jahren in diesem Zelt seine Karriere begonnen hatte. Während die Gäste ins Zelt strömten, wurden sie musikalisch von Helenka und ihrer Band – Simon Althaus am Piano und Pascal Lüthi am Schlagzeug – begrüsst.
Nachdem alle einen Platz auf den Bänken gefunden hatten, hiess die Vize-­Burgerratspräsidentin Susanne Enggist die Gäste im Namen der Burgergemeinde willkommen. Sie erklärte, dass die Burgergemeinde alle zwei Jahre einen Kulturpreis vergibt. Jeweils im anderen Jahr wird ein Kulturförderpreis für Kunstschaffende unter 25 Jahren verliehen. Für letzteren können Bewerbungen eingereicht werden. 
Bei der Vorstellung der Kulturkommission betonte der Präsident Lorenz Landolt, dass die Mitglieder Kunstschaffende aufgrund ihrer vielfältigen Kulturerfahrung aus ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten beurteilen. Der Entscheid, den mit 15 000 Franken dotierten Preis an Markus Schrag zu übergeben, fiel einstimmig. 
«Märku», wie er von allen genannt wird, erfüllt alle Bedingungen: Er lebt und arbeitet in Burgdorf und prägt das kulturelle Leben der Stadt und der Region seit Jahrzehnten. Landolt übergab das Wort für die Laudatio Freundinnen und Freunden des Preisträgers. 

Szenische Laudatio in bunten Farben
Markus Schrag dürfte vielen Burgdorferinnen und Burgdorfern bekannt sein. Seine Schauspieltätigkeit begann im Theaterzirkus Wunderplunder. Er besuchte eine internationale Theaterschule in Paris und machte Weiterbildungen in Berlin. Aktuell engagiert er sich bei der Varieté-Show «Kurioser Mittwoch» in der Sägegasse sowie beim Strassen­theater- und Zirkusfes­tival «Buvette Sans Souci» auf der Schützenmatte – um nur einige seiner zahlreichen Aktivitäten zu nennen. Als Schauspieler ist Schrag vielseitig unterwegs: Er wirkte in verschiedenen SRF-Produktionen, TV-Werbespots und Kinofilmen mit. 
Wer ihn bis anhin nicht kannte, bekam spätestens an diesem Abend ein buntes Bild eines «Hansdampf in allen Gassen», eines Multitalents, eines Erfinders, eines liebenswürdigen, kreativen Chaoten. Die Sängerin und Komödiantin Helenka sang eine Lobeshymne auf Markus Schrag. Danach nahmen Dominique Jann und Basil Erny, beide Schauspieler und Musiker, auf Polstersesseln in der Manege Platz und versetzten sich mit ihrem Freund in vergangene Zeiten. Sie erinnerten sich an Auftritte als Duo «Hell und Schnell» mit Luciano, an «Magic Hene» als Solokünstler oder an seinen Auftritt als Orchester mit Tuba und Schlagzeug, alle Instrumente von ihm gespielt. Schrag ist nicht nur auf der Bühne ein Talent, sondern auch als Handwerker, Bühnenbildner und Erfinder. Er macht aus einer Lotterwohnung einen hippen Loft, aus einem Zirkuswagen eine wohnliche Unterkunft. Viele seiner Erfindungen scheinen nicht vollendet, funktionieren aber trotzdem einwandfrei. «Märku» ist ein Ideensprudler. Sobald er eine Idee umgesetzt hat, springt er zur nächsten. Er besitzt die Fähigkeit, immer und überall Menschen zu vernetzen. Seine Kommunikationsfähigkeit führt dazu, dass sein Handy ständig klingelt und er stets antwortet. 
An die liebenswürdigen Erinnerungen knüpfte die Künstlerin «Rosie» (Torpeza Ritmika) an, eine langjährige Freundin der Familie Schrag. Mit einer Laudatio auf Spanisch – übersetzt von Brigitte Woodtli – und einer genialen Zirkusnummer zog sie die Gäste in ihren Bann. Auf alle Darbietungen reagierte das Publikum mit grosser Begeisterung und kräftigem Applaus.

Glücklicher Preisgewinner 
Hier in diesem Zelt zu stehen, wo seine Karriere begonnen habe, bedeute ihm alles, erklärte Maarkus Schrag. Er sei während all der Jahre mit anderen Kunstschaffenden unterwegs gewesen und doch habe er allein diesen Preis gewonnen – er sei überwältigt. Er dankte für das Preisgeld, aber auch für die Unterstützung in Burgdorf, die er immer wieder spüre. Anschliessend lud er die Gäste ein, mit ihm den bereitgestellten Apéro zu geniessen. Ein fröhlicher und unbeschwerter Abend endete somit bei Speis und Trank.

Text und Bilder: Helen Käser
www.burgergemeinde-burgdorf.ch/


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