«E fatali Entdeckig» – der gelungene erste Teil einer Maturaarbeit
28.06.2013 Aktuell, Kernenried, Kultur, Jugend, Bildung / SchuleEine 17-jährige Frau schreibt ein Theaterstück und studiert dieses mit Theaterwilligen aus dem Dorf ein – ein grosses, spannendes und nicht ganz risikoloses Experiment. Ramona Röthlisberger aus Kernenried hat sich als Maturaarbeit ebendieses Thema gestellt – und letztes Wochenende konnten alle Interessierten im Gasthof Löwen in Kernenried sehen, was nun aus diesem Projekt entstanden ist.
Zuerst kurz zum Stück selber: da war der Tankstellenbesitzer Charly Gasser mit einem Küchenmesser ermordet worden – und die beiden Kommissare aus der Stadt kamen trotz diversen Befragungen nicht weiter. Ein Tatmotiv hatten nämlich alle Beteiligten, manche hatten ein Alibi, das sich auf den zweiten Blick als falsch herausstellte, andere hatten gar keins – und zu alldem tauchte immer wieder eine Hobby-Fotografin auf, die die polizeilichen Ermittlungen im Bären Waldlingen störte.
Lustvolle Regie mit Sinn fürs Detail
Nach bester Dorftheatermanier führten die neun Spieler/innen, von denen bis auf eine Ausnahme niemand Theatererfahrung hatte, das Stück «E fatali Entdeckig» von Ramona Röthlisberger auf – und das Publikum genoss es sicht- und hörbar, diese rund eine Stunde dauernde, lustvoll gespielte Krimikomödie anzusehen. Obwohl sowohl im Stück selber wie auch in der Regie hier und da sichtbar wurde, dass die junge Theaterautorin und Regisseurin noch nicht auf eine riesige Bühnenerfahrung zurückgreifen kann, war dennoch erstaunlich, wie gut durchdacht und mit witzigen Ideen gespickt das Ganze war. Interessant war auch, dass Ramona Röthlisberger ein ebenso gutes Gespür für Details bewies – sowohl im Spiel selbst (zum Beispiel die Serviertöchter im Hintergrund, die immer in ihren Rollen blieben, auch wenn sie über grosse Strecken Statistenrollen hatten – oder das Telefonat mit dem arbeitslosen Johnny Müller, der auf einer Seitenbühne «zu Hause» war) wie auch beim Bühnenbild (zu erwähnen ist hier etwa der wunderschöne Kleiderständer mit den Jacken im Hintergrund der Bären-Gaststube) und den Kostümen, die sich im Verlaufe des Stücks immer wieder änderten.
Hoffnung auf eine gute Note
Auf jeden Fall hatte nicht nur das Publikum sehr Freude an «E fatali Entdeckig», sondern auch die Spieler/innen selber. Sie dankten der Gymnasiastin am Ende ganz herzlich für ihren Mut, dieses Projekt durchzuziehen, für ihre Begeisterungsfähigkeit und ihr riesiges Engagement während der Probearbeiten: «Jetzt hoffen wir, dass du für deine Maturaarbeit eine so gute Note bekommen wirst wie wir dir geben würden!»
Wenn der schriftliche Teil, den Ramona Röthlisberger im Herbst abgeben muss, und die Präsentation im Dezember ebenso gut über die Bühne gehen werden wie die Aufführungen vom letzten Wochenende, gibt es keinen Zweifel, dass der Wunsch der Theatergruppe in Erfüllung gehen wird…
Andrea Flückiger

