Diabolisches Roulette

| Mi, 17. Jun. 2015

KIRCHBERG: Die Klasse 1c der Sekundarschule Kirchberg brachte als Abschlusstheater eine Komödie zur Aufführung. Klassenlehrerin Marianne Moser und die über 20 Schüler hatten sich gemeinsam für «Diabolisches Roulette» entschieden. Die Schauspieler überzeugen mit Textsicherheit, gepflegter Ausdrucksweise, Natürlichkeit und Spielfreude. ra

Zu einem der Höhepunkte in der Laufbahn eines jeden Schülers gehört das Abschlusstheater im letzten obligatorischen Schuljahr. «Diabolisches Roulette», eine Komödie von Hape Köhli, frei nach dem Film «Der Teufel hat gut lachen» aus dem Jahr 1960, hatte die Klasse 1c mit Klassenlehrerin Marianne Mössinger ausgewählt. «Zuletzt standen noch drei Stücke zur Auswahl. Wir entschieden uns für ‹Diabolisches Roulette›», so die Schülerin Sobini Gunaseelan, welche im Theaterstück Sabina Wegmüller, eine Radiochefin, spielt. Mössinger, welche die Klasse 1c noch bis Ende des Schuljahres in Deutsch, Geschichte, Französisch und Religion unterrichtet, hat die Schüler bei der Auswahl des Theaterstücks von Anfang an mit einbezogen. Jeder und jede habe anschliessend die für ihn oder sie passende Rolle auswählen können, fügte Sobini an. Marianne Mössinger, welche im Stück Regie führte, fand nach der ersten von zwei öffentlichen Aufführungen nur lobende Worte für ihre Schüler: «Dir heit so guet gspielt wie no nie – so, wie ig mir das gwünscht ha!» Es mache sie besonders stolz, dass sie das Vorhaben als Einheit auf die Beine gestellt hätten.

«Ds Guete wartet hinger jedem Egge»
«Ein Mann von Welt spricht nicht von Geld, er hat es!» Dies ist einer der saloppen Sprüche in der Komödie, die die Neuntklässler zur Aufführung brachten. Um das liebe Geld dreht sich so einiges im Stück. Die Alt-Punkerin Sandy (Andrea Kohler, Rahel Bütikofer), die Möchtegern-Moderatorin Fiona (Anna Kohler, Lisa Christen) und der gescheiterte Banker Mike (Micha Kauer) – drei Obdachlose – werden auf der «Inspektionsreise» des Teufels (Alex Goetschi, François Sommer) und seiner Grossmutter (Lena Jakob) mit dem Traum vom grossen Geld verzaubert. Entgegen der Meinung des Satans, er habe leichtes Spiel und könne die drei Obdachlosen ohne viel Aufwand ins Unglück stürzen, zweifelt die Grossmutter am Erfolg: «Ob sie ihri Seel verchoufe? Ds Guete wartet hinger jedem Egge u cha sofort zueschla.» Mit dem Geld des Teufels, das die Herumtreibenden nach dem verteufelten Traum vor der Parkbank finden, geht es ab ins Casino. Sandy gewinnt zwar, verliert aber dennoch alles. An ihrer Stelle kommt Mike anschliessend auf wunderbare Weise zu 15 000 Piepen – und verschwindet damit. In einem Grandhotel im Tessin spüren ihn Sandy und Fiona wieder auf…

(Un-)gepflegte Ausdrucksweise
Die über 20 Schauspielerinnen und Schauspieler der Klasse 1c überzeugten an den wechselnden Spielorten – Park, Casino, Polizeiposten, Strasse, Hotel und Radiostudio – auf der kleinen Bühne mit Textsicherheit, gepflegter Ausdrucksweise – auch in Italienisch und Französisch –, Natürlichkeit sowie Spielfreude. Eine grosse Liebe, Spielsucht, Dialoge, angereichert mit unflätigen Schimpfwörtern, gaben dem Stück die nötige Würze. Und wie die Grossmutter eingangs vermutet hatte, war am Schluss der eineinhalbstündigen Vorstellung nicht der Teufel der Sieger.

Barbara Schwarzwald

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