Spatenstich für den neuen Doppelkindergarten
25.10.2015 Aktuell, Utzenstorf, JugendUngeduldig warten die Kinder mit ihren roten Schaufeln auf den Startschuss; es sind die Kindergärteler der Utzenstorfer Kindergärten 3 und 4. «Jetz dörft dir schufle!» – und nun geht es los: Voller Eifer schaufeln die 45 Mädchen und Knaben die oberste Schicht Erde aus dem ersten Teil der Baugrube, die bis jetzt nur vom Grasbelag befreit ist. Sie klauben Steine aus dem Erdreich, sie befreien Regenwürmer und bringen sie in Sicherheit. Einige Kinder kommen vor lauter Beobachten der Lastwagen und Bagger, die auf Platz stehen, kaum dazu, selber zu schaufeln – «ihre» Baustelle ist einfach allzu interessant.
Was lange währt, wird endlich gut
Bereits seit mehreren Jahren ist bekannt, dass in Utzenstorf eigentlich nicht genügend Schulraum zur Verfügung steht – zudem ist die Gemeinde in den letzten Jahren noch stetig gewachsen. So ist denn René Fischer, Gemeinderat Ressort Finanzen, sehr erfreut, dass das Projekt «Neubau Doppelkindergarten», das die beiden Kindergärten 3 (im alten Schulhaus) und 4 (im Untergeschoss des Gotthelfschulhauses) ersetzen soll, planmässig vorankommt. «Ausserdem freut es mich sehr, dass wir auch das örtliche Gewerbe gut einbinden konnten.»
Kindergärteler können den Bau mitverfolgen
Bis der Doppelkindergarten nächsten Sommer bezugsbereit ist, ist auf dem Schulareal mit den üblichen Begleiterscheinungen, die Baustellen mit sich bringen, zu rechnen. Wie Res Hachen, Gesamtschulleiter der Schule Untere Emme, erklärt, sei für die Schüler extra ein Sicherheitskonzept erarbeitet worden, das durch grosszügige Absperrung einerseits für Sicherheit sorge, durch «Löwengitter» andererseits aber auch erlaube, die Bauarbeiten mitzuverfolgen: «So haben die Kinder des Kindergartens 4 in einem speziell gesicherten Aussenbezirk die Möglichkeit, den Bauarbeitern beim Baggern, Bauen, Be- und Entladen der Lastwagen zuzuschauen. Zudem sind auch Baustopps eingeplant, damit die Kindergärteler und Schüler/innen ‹ihren› Neubau in geführten Gruppen inspizieren können.»
Einbezug ist motivierend für alle Seiten
Dass die Schüler/innen schon in der Bauphase so stark einbezogen würden und die Möglichkeit bekämen, sich mit dem Neubau zu identifizieren, sei alles andere als selbstverständlich, meint Annekäthi Schwab, Standortleitung Utzenstorf: «Dass die Gemeinde sowohl die Schule wie auch die Lehrkräfte bereits in die Planung mit einbezogen hat, freut uns sehr – und es motiviert uns, im Grossen wie im Kleinen nach guten Lösungen zu suchen, die für alle Seiten praktisch und vertretbar sind.»
Unter einem guten Stern
Mittlerweile sind die Kindergärteler schon etwas müde vom vielen Schaufeln – schliesslich ist die Erde dort, wo die Bauarbeiter den Boden nicht schon vorgelockert haben, relativ hart. Und der grosse Bagger, der neben der «Baugrube» steht, ist mindestens ebenso interessant – vor allem, weil die Kinder jetzt unter Aufsicht der Bauarbeiter sogar auf den Führersitz klettern dürfen.
Bevor die Kinder ihre Schaufeln verräumen und in ihre Kindergärten zurückkehren, dankt Annekäthi Schwab den jungen Spatenstich-Schauflern nochmals ganz herzlich: «Wenn hier weiterhin so gut gearbeitet wird, wie ihr angefangen habt, habe ich keine Zweifel, dass das hier ein gute Sache gibt – und stellt euch vor: Nächsten Sommer werden ungefähr die Hälfte von euch schon hier in den Kindergarten gehen…»
Andrea Flückiger

