Eine Adventsfeier der ganz besonderen Art

  22.12.2015 Aktuell, Burgdorf, Kultur, Jugend, Gesellschaft, Bildung / Schule

Wenn Weihnachten bedeutet, dass wir Menschen bewusst die Herzen füreinander öffnen, dann ist es heuer in Burgdorf bereits anfangs Dezember Weihnachten geworden: zumindest für die Schülerinnen und Schüler der Heilpädagogischen Tagesschule (SAZ) und der Klasse 9c der Oberstufe Pestalozzi. Während mehreren Nachmittagen haben die Mädchen und Knaben aus der Sekundarklasse in den verschiedenen Klassen der Heilpädagogischen Schule mitgearbeitet, und alle zusammen haben für den 15. Dezember einen Adventsweg vorbereitet.

Und siehe da: Auf dem gesamten Gelände des SAZ leuchtet, klingt und riecht es nach Weihnachten. Da klingen Glöcklein, gutmütige Esel scharren, es spazieren Samichläuse und es funkeln Sternenkinder. Im Schein von Fackeln, Kerzen und Hirtenfeuer ziehen die Gäste vom Waffelstand zu den Musikanten und zwischen Engeln hindurch weiter zum Stand der orientalischen Düfte.

Es ist aber nicht bloss äusserlich ein «Stück Weihnachten» entstanden im Verlaufe dieses Projekts. Die Kinder in den Klassen der Heilpädagogischen Schule haben Vertrauen gefasst, be­grüssen die Sekeler mit Umarmungen und bitten sie unbefangen um Hilfe, wo es nötig ist. Die Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarklasse ihrerseits haben in kurzer Zeit ihre bisherigen Ideen zum Thema «Behinderung und Beeinträchtigung» revidiert oder über Bord geworfen, indem sie in den Klassen der Heilpädagogischen Schule primär ganz einfach junge Menschen kennenlernten! Dies zeigen auch die folgenden Aussagen von Schülerinnen und Schülern:

«Es berührt mich, wie offen diese Kinder sind. Sie kamen auf uns zu, sie nahmen uns auf und wir gingen ganz normal miteinander um. Es gab wie keinen Unterschied mehr zwischen uns!» (Corina, 14 Jahre).

«Ich lache so gerne mit diesen Kindern!» (André, 14 Jahre).

«Ich staune, dass die Kinder unsere Namen auch nach zwei Wochen noch kennen, während  ich mich nur noch an einzelne Namen erinnere.» (Vanessa, 16 Jahre).

«Mich dünkt, dass die individuelle Förderung der Kinder in den kleinen Spezialklassen eine riesige Wirkung hat. Sie können so viel und sind so selbstständig; ich hätte es nicht so erwartet.» (Sascha, 15 Jahre).

«Ich staune, wie herzlich und verständnisvoll die Kinder miteinander umgehen.» (Pina, 15 Jahre).

«Ich habe mir nie überlegt, wie es wohl in einer Sonderklasse sein könnte. Aber ich habe eine Beziehung zu den Kindern aufgebaut und sie ins Herz geschlossen. Ich nehme nur gute Erfahrungen und gute Erinnerungen mit und sehe das SAZ mit ganz anderen Augen.» (Shirin, 15 Jahre).

«Die Kinder sind ganz unterschiedlich. Ihre Beeinträchtigung merkt man meis­tens erst, wenn man mit ihnen arbeitet. Mich macht es glücklich, mit den Kindern zu spielen und zu sehen, dass sie so grosse Freude haben.» (Anisha, 14 Jahre).

Auch die Schülerinnen und Schüler der Heilpädagogischen Schule wissen nur Positives zu berichten: «Die Schüler vom Pestalozzi sind sehr nett und lustig!» «Mir hat gefallen, dass ich jemanden zum Reden hatte.» «Mir gefällt es, mit einem Mädchen vom Pestalozzi zu malen.»

zvg


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