Samariter-Übung mit vielen kniffligen Herausforderungen

| Mi, 24. Aug. 2016

REGION: Nach der Fusion der Samariter von Oberburg und Hasle-Rüegsau zum Samariterverein «Hasle-Rüegsau-Oberburg» stellten sich die Mitglieder einer kniffligen Übung auf dem Moosacher bei Biembach. Die unterschiedlichen Szenarien wurden mit Bravour gemeistert. red

Auf dem Moosacher bei Biembach ist der Teufel los! Das Grosi ist umgefallen und hat sich das Knie verletzt. Die Treppe heruntersteigen ist unmöglich. Ein Biker kollidiert auf der steilen Zufahrtsstrasse mit einem bergwärts fahrenden Auto. Er stürzt in den Abhang und bleibt schwer verletzt mit gebrochenem Bein liegen. Der Fahrer des Autos will dem Verunglückten helfen und macht im steilen Gelände einen Misstritt. Seine Frau, völlig entnervt, zetert auf der Unfallstelle herum, ohne zu helfen. Sie vergisst beinahe eine weitere Mitfahrerin im Wagen, welche akut einen Atemstillstand erleidet.

Oben auf dem Bauernhof ereignet sich weiteres Unheil! Beim Hantieren mit dem Flaschenzug auf der Heubühne verunglücken Vater und Tochter. Während die Tochter schwer verletzt auf dem Tennboden liegt, kann der Vater mit verletzten Händen nicht helfen. Im Hinterraum berührt ein weiteres Familienmitglied ein blankes Stromkabel und ist nach einem heftigen Stromschlag bewusstlos.
Zum Glück ist diese schlimme Situation von Samariterlehrern für die aktiven Mitglieder des Samaritervereins Hasle-Rüegsau-Oberburg lediglich speziell inszeniert worden. Diese wurden während einer regulären Übung in Hasle durch einen telefonischen Notruf überraschend auf den Moos­acher bestellt.

Die unterschiedlichen Szenarien an den Unglücksorten werden rasch mit grossem Sachverstand analysiert. Die Erstversorgung der Verletzten hat oberste Priorität. Wörter wie Body-Check, Halskragen, Wundabdeckung, Lagerung, Fixation, Blutdruck etc. sind aus allen Richtungen zu hören. Hilfe muss angefordert werden. Für die Bergung des Velofahrers braucht es spezielle Geräte, und der Helikopter muss die junge Frau mit Rückenverletzungen später ins Spital fliegen. Die Samariter kommentieren ihre (zum Teil simulierten) Handlungen und werden dabei von den Ausbildnern genau beobachtet. Dann endlich wird die Übung abgebrochen. Künstliches Blut, geklebte Wunden und grausige Schürfungen werden abgewaschen. Die ausgebildeten Samariter-Lehrerinnen und -Lehrer besprechen mit der versammelten Gruppe detailliert die Abläufe der verschiedenen Hilfeleistungen.

Später, bei lockerer Stimmung mit Kaffee und Kuchen, sprechen die Samariter von ihrer Motivation zur spontanen Hilfe. Keiner von ihnen möchte im Ernstfall hilflos dastehen – sei es zu Hause, auf der Strasse oder am Arbeitsplatz. Die Übungen im «Samariterhüsli» in Hasle geben ein gutes Gefühl von Sicherheit bei unerwarteten Ausnahmesituationen und vermitteln Zusammengehörigkeitsgefühl.

Angebote von Freizeitaktivitäten haben extrem zugenommen. Das musste auch der Samariterverein Oberburg erfahren. Mitgliederschwund und Überalterung der aktiven Samariter waren ein Grund zum Handeln. Mit dem Zusammenschluss mit Hasle-Rüegsau entstand nun der Samariterverein «Hasle-Rüegsau-Oberburg». Mit über 40 aktiven Mitgliedern kann der neu gegründete Verein weiterhin für Sanitäts-Postendienste und -Patrouillen angefordert werden. Die Samariter, zusammengewürfelt aus allen Berufsgattungen, freuen sich natürlich auf motivierte neue Vereinsmitglieder!

Henry Oehrli

Weitere Informationen: Treffpunkt (in der Regel jeden ersten Montag im Monat): Samariterhüsli, Thunstrasse 8, 3415 Hasle.
Präsidentin: Andrea Niederhauser, Tschamerie 18, 3415 Hasle b. Burgdorf, Telefon 034 422 21 24, E-Mail: andreariesen@bluewin.ch, www.samariter-oberburg.ch.

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