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Mehr Publikum als an der Solennität

Mo, 29. Mai. 2017

BURGDORF: Die Strassen und Plätze sind voll mit Publikum besetzt, als am Samstagabend die Scheinwerfer auf dem Kronenplatz fürs grosse Spektakel «SRF bi de Lüt» aufleuchten. Der Abend war ein voller Erfolg und bleibt vielen Burgdorfer/ innen noch lange in schöner Erinnerung. red

Nach den seit letztem Dienstag laufenden Vorbereitungen sind auf dem Kronenplatz Festtische und -bänke für rund tausend Personen aufgestellt, die schon Stunden vor dem offiziellen Beginn des Frühlingsfestes randvoll besetzt sind. Rund um den Kronenbrunnen und möglichst nah an der erhöhten Festbühne sind Plätze für die lokalen Honoratioren reserviert, hinter denen sich stetig wachsende Menschenmengen drängen. Die Stimmung ist ausgezeichnet.

Not macht erfinderisch
Vertreter der Burgdorfer Sicherheitsdirektion regeln den unaufhaltsamen Ansturm von Jung und Alt, die unermüdlich durch die nebenliegenden Gassen zum überfüllten Kronenplatz vordringen wollen.
Hier haben alle die beste Sicht, denn die abseits aufgestellten Monitore befinden sich – laut vielfach geäusserter Meinung – einfach nicht hoch genug über den Köpfen der hier zu Hunderten anwesenden Personen. Bis weit in die Schmiedengasse und Hofstatt hinein stehen Stühle und Bänke, die weniger Glücklichen sitzen auf Stufen, lehnen an Wänden oder liegen am Boden. Also verrenkt man sich, so gut es geht, den Kopf und plaudert mit den Umstehenden. Trotz allem ist die Stimmung bestens. «Wir haben mehr Publikum als an der Solätte», fasst Urs Lüthi als Einsatzchef zusammen. Und bekräftigt später mit seinen danebenstehenden Kollegen, dass «dieser Anlass völlig ohne Nebengeräusche und Vorfälle über die Bühne gegangen ist».

Gotthelf und das Emmental
Auf dieser Bühne, an den Interviewtischen und -bänken und in der Gasse zwischen Bühne und Grillstand von Grill-Ueli lassen sich die Anwesenden während zwei Stunden von einem Feuer­werk an Vorführungen, Rückblenden der Akteure, Interviews mit Prominenz aus Sport (Matthias Sempach) und Politik (Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Burgdorfs Stadtpäsident Stefan Berger) sowie zahlreichen anderen Persönlichkeiten – unter anderem der Ururenkelin von Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf (Elsy Schneider-Bitzius) – überraschen.
Diese erinnert sich an ihre Schulzeit und die unausgesprochene Erwartung, ihrem Ururgrossvater so weit wie möglich gleichen zu müssen. Eine Ähnlichkeit im Aussehen hat sie schon früh festgestellt, als sie einem Bild von ihm ihre Frisur aufgemalt hat.
Das Publikum sieht via Monitor seine Wirkungsstätten in Lützelflüh und Burgdorf und hört von seinem Einsatz für die Verdingkinder, was natürlich vielen Landwirten weniger gefallen hat. Seine Ururenkelin hat am liebs­ten seine Predigten gelesen, mit deren Inhalt sie übereinstimmt.

Humor und ein Muni als Familienmitglied
Der oftmals eher wortkarge Bundesrat Schneider-Ammann überzeugt durch schlagfertiges Geplauder mit Nik Hartmann, berichtet von seinen letzten Reisen und Aktivitäten und wird zum Schluss von Hartmann als «echt humorvoll» bezeichnet. Matthias Sempach blickt auf seine Karriere als Schwinger und den lebenslang geltenden Titel als Schwingerkönig 2013 beim «Eidgenössischen» (ESAF) in Burgdorf zurück. Auch er stellt via Monitor seine Lieblingsorte im Emmental, seine Familie, seine sportlichen Aktivitäten und anderes mehr vor. Den Siegermuni von 2013 hat er behalten, dieser ist «jetzt fast ein Familienmitglied».
Der Heimweh-Burgdorfer Hartmann führt gewohnt souverän durch die Sendung und blendet via Monitor Stationen seiner Jugend in Burgdorf und umliegenden Gemeinden ein. Er trifft werbewirksam für Burgdorf und das Emmental alte Freunde und weist gleichzeitig auf die reizvollen Gegenden entlang der Emme und besuchenswerte Orte im Emmental hin.
Die zwei Stunden Sendezeit vergehen wie im Flug. Immer wieder schwenkt die Kamera ins Publikum, hebt Einzelpersonen, Gruppen oder Situatio­nen hervor. Der Alphornbauer Walter Baumann, Eggiwil, dessen rund achtzigstündige Arbeit für so ein Instrument gezeigt wird, spielt anschliessend Alphorn auf der Bühne, die immer wieder für Bands und Chöre genutzt wird. Grill-Ueli zaubert kulinarische Köstlichkeiten, die der Prominenz wie Sempach und Schneider-­Ammann vorbehalten sind. Das Publikum schluckt hörbar und gönnt ihnen die Rindsfilets von Herzen.

Stadtwette gewonnen
Dann kommt Moderator Hartmann zur Stadtwette: «Die Burgdorfer müssen 50 Solätte-Bögen auf den Kronenplatz bringen, sonst muss der Stadtpräsident an der Solätte in einem farbenfrohen Anzug von Kurt Aeschbacher im Umzug mitlaufen.» Jetzt legen sich die Burgdorfer ins Zeug. Eine alte Tradition besagt, dass man einmal im Jahr – an der Solätte – in Nachbars Garten oder den städtischen Anlagen Blumen in (angemessenem Umfang) pflücken darf. Nur wenige der total 75 Bögen sind derart verschönert worden. Lautstark beklatscht das Publikum die fantasievollen Kreationen. Damit verabschiedet sich «SRF bi de Lüt» vom Publikum und von Burgdorf.

Gerti Binz

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