Statuten den neuen Anforderungen anpassen

| Di, 01. Mai. 2018

Weit über hundert der insgesamt 495 Mitglieder nahmen an der 158. Generalversammlung des Handels- und Industrievereins Sektion Burgdorf-Emmental und der Betriebsbesichtigung in der Blaser Swisslube AG in Hasle-Rüegsau teil.

Jahr für Jahr führt die hiesige Sektion des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern (HIV) ihre GV in einem für alle Mitglieder interessanten Unternehmen durch. Diesmal in der weltweit tätigen Spezialfirma Blaser Swisslube mit total 600 Mitarbeitenden, davon 300 in der Schweiz, die CEO Marc Blaser in dritter Generation führt.

Weltweit führend
Blaser stellt den auf Kühlschmierstoffe und Schmiertechnik spezialisierten Betrieb und die in Jahrzehnten erarbeiteten und patentierten Abläufe vor, was Swisslube in verschiedenen Bereichen weltweit führend an die Spitze gebracht hat: «Unser Familienunternehmen hat sich zu Recht zum Wissens- und Technologieführer in der metallverarbeitenden Industrie entwickelt.»
Marc Blaser kommt auf die Anfänge des vor 82 Jahren gegründeten Unternehmens zurück, als Grossvater Willy 1936 die von ihm entwickelte Schuhcreme «Extra» (später Blaha-Glanz) an Bauern aus der Umgebung zu verkaufen begann. Die Firma entwickelt sich kontinuierlich weiter, Neubauten folgen, Sohn Peter tritt 1973 in das Unternehmen ein und übernimmt 1981 die Führung. Auch er leitet die jetzt W. Blaser & Co. genannte Firma 37 Jahre lang wie vorher sein Vater Willy. 1988 wird die Blaser-Heissluftballongruppe gegründet, die mittlerweile weltweit bekannt und international am Himmel zu sehen ist. 2003 tritt Marc Blaser ins Unternehmen ein und führt es seit 2010.
Beim anschliessenden Firmenrundgang erhalten die HIV-Mitglieder vertiefte Einblicke in die Produktionsabläufe.
Das «Schloss für alle»
Dr. Markus Meyer, Stiftungsrat des Schlosses Burgdorf, streift im grossen Blaha-Saal kurz die historische Bedeutung des Schlosses und informiert über den Stand der Umbauarbeiten, die zu einem markanten Transformationsprozess führen. «Diente das Schloss früher Fürsten und Grafen, erhalten wir ab 2020 ein ‹Schloss für alle›. Die Baubewilligung wird in wenigen Tagen erwartet; der Start der Bauarbeiten erfolgt am 7. Mai 2018.» Bezüglich der um 3,067 Mio. Franken teureren Bauarbeiten (statt 13,4 Mio. Franken) informiert Meyer, dass bisher Gel­der in Höhe von 1,56 Mio. Franken zugesagt worden sind. «Die fehlenden 1,5 Mio. Franken werden wir mit der demnächst startenden Sammelaktion zusammenbringen», ist er überzeugt.
Als Gastredner blickt Barend Fruit­hof, der neue CEO der Aebi Schmidt Holding AG Burgdorf, im Referat «Bauer – Banker – Industrieller: ein nicht alltäglicher Berufsweg» auf seine persönliche Vergangenheit zurück und auf seine Pläne für die künftige Ausrichtung der alteingesessenen Aebi-Maschinenfabrik voraus. Diese muss sich künftig in einem Umfeld aus Globalisierung, Handelskriegen, Währungskrisen und anderem mehr behaupten. Schliesslich trägt die Firmenleitung die Verantwortung für 1550 Mitarbeitende, davon 70 Auszubildende.

Komfortable Situation
HIV-Präsident Walter Gerber dankt Marc Blaser für das gewährte Gastrecht und bezeichnet in seinem Jahresbericht 2017 das vergangene Jahr trotz «eines narzisstischen, unberechenbaren US-Präsidenten und eines provozierenden Raketenmannes auch als ein Jahr der Entspannung und des Aufbruchs». Zwar habe Ersterer sich noch im Juli 2017 für freien Welthandel ausgesprochen, doch nun müsse man umdenken. Gerber spricht von «Höchstständen an den Börsen und wachsenden Volkswirtschaften weltweit. Der Schweizer Franken schwächte sich markant ab, wovon die Export-Industrie mit 220,4 Milliarden Franken Umsatz – vor allem in den Sparten Pharma, Maschinen, Elektro und Metall – profitiert hat.»
Gerber kommt auf die abgelehnte Unternehmenssteuerreform III und weitere Vorlagen zu sprechen und zeigt die Konsequenzen auf. Neben Energiefragen, Steuer- und Rentenreformen müsse auch das Verhältnis zur EU geklärt werden: «Die bilateralen Verträge sind für uns zentral. Wer anderes behauptet, blendet die Realität aus. Die EU ist unser wichtigster Handelspartner, die Bilateralen haben wesentlich dazu beigetragen.»
Nach wie vor werde sich der HIV für die Verkehrssanierung Burgdorf – Oberburg – Hasle sowie die Realisierung eines TecLab als echte Alternative zur demnächst nach Biel umziehenden Fachhochschule einsetzen. «Burgdorf soll auch künftig ein Bildungscampus mit überregionaler Ausstrahlung bleiben.»

Nur Zustimmung
Im geschäftlichen Teil passieren Jahresrechnung 2017, Budget 2018 und Decharge ohne Gegenstimmen. Marco Studer (Aebi & Co. AG, Burgdorf) wird einstimmig als Vizepräsident des Vorstandes gewählt. Neu nehmen im Vorstand Platz: Marc Blaser, Blaser Swisslube AG, Hasle-Rüegsau; Kathrin Bohnenblust, Geissbühler & Co AG, Lützelflüh; Andrea Grossenbacher, Tanner Druck AG, Langnau; Christian Rychen, Emmental Versicherung, Konolfingen. Als Nachfolger von Robert Elsaesser im Kantonalvorstand nimmt Roland Loosli, Albiro AG, Sumiswald, Einsitz. Wiedergewählt wird Silvano Gauch, L x B x H Gauch AG, Kirchberg. Die Anwesenden bestätigen die Revisoren Lukas Scheidegger und Samuel Hess.
Nach seiner letztjährigen Wahl zum neuen HIV-Präsidenten hat Jurist Gerber als erstes die 1995 letztmals einer Revision unterzogenen Statuten gründlich überprüft und Änderungen vorgeschlagen. Punkt für Punkt begründet er diese und lässt darüber abstimmen. Unter anderem heisst der Verein heute HIV Sektion Emmental, was Gleichberechtigung und Zusammenhalt dokumentiert. Änderungen gibt es bei Mitgliedschaft, Organisation, Finanzkompetenzen und anderem. Unter grossem Applaus und mit Präsenten werden verdiente Mitglieder (Arthur Moser, Alfred Bütikofer, Robert Elsaesser) verabschiedet.

Gerti Binz

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