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Modernisierung des Bahnhofs Kirchberg-Alchenflüh

Di, 12. Mär. 2019

RÜDTLIGEN-ALCHENFLÜH: Am 5. März 2019 lud die BLS Netz AG, Bern, mit Gesamtprojektleiter Michael Nobs zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in den Gemeindesaal nach Rüdtligen-Alchenflüh ein. ra 

Am 5. März 2019 lud die BLS Netz AG, Bern, mit Gesamtprojektleiter Michael Nobs zum öffentlichen Informationsanlass in den Gemeindesaal Rüdtligen-­Alchenflüh ein. Entgegen dem Bahnhofnamen «Kirchberg-Alchenflüh» ist die Gemeinde Rüdtligen-Alchenflüh die Hauptbetroffene, nebst Lyssach, das im «25 Millionen Franken»-Projekt ebenfalls eine Rolle spielt. Rüdtligen-­Alchenflühs neuer Gemeinderatspräsident Friedrich Jöhr hiess die zahlreichen Besucher/innen im Gemeinde­saal herzlich willkommen und Gemeinderatskollege Rolf Waldspurger nahm im zweiten Teil zur «Begegnungszone Bahnhofstrasse» kurz Stellung.  

Ein Blick zurück
Michael Nobs war mit einer ganzen Entourage von Fachleuten angereist. Sechs Personen wären ihm bei heiklen Fragen nötigenfalls zur Seite gestanden. Er nahm die Interessierten mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Bereits über 140 Jahre ist es her (1875), als die Bahnlinie Solothurn-Burgdorf in Betrieb genommen wurde. Damals seien in Rüdtligen-Alchenflüh rund 250 Personen ansässig gewesen. Heute sind es um die 2500 (Kirchberg und Rüdtligen-Alchenflüh zusammen rund 8400 Einwohner). Das erste Bahnhofsgebäude war 80 Jahre in Betrieb (bis 1955). Dann musste es einem «schönen, modernen, den damaligen Kundenbedürfnissen entsprechenden Neubau» weichen: dem heutigen. Ebendieses inzwischen bereits über 60 Jahre alte Gebäude und der grosse Güterschopf werden abgebrochen und einem «schönen, modernen, den heutigen Kundenbedürfnissen entsprechenden Neubau» weichen.

Bahntechnikanlagen erneuern
Kirchberg-Alchenflüh ist einer von 119 Bahnhöfen, welchen die BLS besitzt und betreibt. «Wir haben täglich 1086 Ein- und Aussteiger hier in Kirchberg-­Alchenflüh», war von Nobs zu vernehmen. 82 Züge verkehren pro Tag an diesem Bahnhof. Gebaut wird, weil die Bahntechnikanlagen erneuert werden müssen. Die bisherigen elf Weichen werden abgebrochen, die Gleisanlagen optimiert und verschlankt. Es wird vier neue Weichen geben, ein Durchfahrt-, ein Kreuzungs- und ein Baudienstgleis. Das Stellwerk mit Jahrgang 1965 wird ersetzt, die bisherige Ortsbedienung durch das Fernsteuerzentrum Spiez übernommen. Das Betriebspersonal in Kirchberg-Alchenflüh wird abgezogen und die Verkaufsstelle geschlossen.

Keine Fahrplanänderung
Ab 2022 will die BLS nur noch Niederflur- und Nahverkehrszüge einsetzen. Die neu zwei Perrons erstrecken sich auf einer Länge von 150 m. Die Gleisanlage wird so gebaut, dass diese Perrons zu einem späteren Zeitpunkt auf 220 m verlängert werden könnten. Die Einstiegsverhältnisse werden verbessert, das heisst, es werden schienenfreie Zugänge via Personenunterführung geschaffen. Die neuen Perrons werden so angehoben, dass ein ebenerdiger Einstieg möglich ist. Dadurch wird auch das Behindertengleichstellungsgesetz umgesetzt, das bis 2024 ohnehin hätte realisiert werden müssen. «Und es gibt keine Fahrplanänderung auf 2022», versprach der BLS-Gesamtprojektleiter.  

Neubau Gleistrassee auf 1200 m
Von der Schulstrasse-Unterführung in Rüdtligen-Alchenflüh via Bernstrasse-Bahnübergang bis hin zum Bahn­übergang Moserstrasse im Lyssachschachen wird das ganze Trassee auf einer Länge von 1200 m erneuert. Der ganze Bahnhofplatz Kirchberg-Alchenflüh wird neugestaltet, die Parkplatzsituation mit dem Restaurant Bahnhof optimiert. Kirchberg-seitig entsteht ein modernes Gebäude mit einem öffentlichen WC und einem begehbaren Kiosk. Auch soll auf der gleichen Seite ein neues circa 4-stöckiges Gebäude mit Mischnutzung (Wohnungen, Gewerbe und Dienstleis­tungen) gebaut werden. Die von der ehemaligen Landi und vom Baudienst genutzte Seite erhält ebenfalls ein völlig anderes Aussehen. Ein neuer Lagerplatz für den Baudienst, in der Ecke «Bieri Landmaschinen» ein neues Technikgebäude, ein grosser P & R-Parkplatz und zwei bis drei Elektroparkplätze werden unter anderem entstehen. Die Bahnhofsanlagen selber werden heller und transparenter. «Sie werden einsehbar. Das Sicherheitsgefühl vor allem in der Nacht wird dadurch erhöht», meinte Nobs.

Begegnungszone Bahnhofsplatz
Gemeinderat Rolf Waldspurger liess wissen, dass im Jahr 2011 ein Verkehrsrichtplan im ganzen Gemeindegebiet erstellt worden sei – darin enthalten auch die Bahnhofsplatzgestaltung und die Bahnhofstrasse. Erstinstanzlich sei der Kredit dafür verworfen worden. Mitte 2018 habe sich das Thema wieder konkretisiert. Die Firma Metron, Raumentwicklung, mit Felix Brunner wurde ins Boot geholt. Im September lud das Unternehmen sämtliche Anlieger und das Gewerbe an einen Tisch. Ende Jahr wurde der Gemeinderat darüber informiert. «Wir haben jetzt noch sehr viele Möglichkeiten, um dem Ort Rüdtligen ein Herz zu verleihen», schloss Waldspurger.

Baubeginn im Sommer 2021
Im April wird das Baugesuch durch die BLS beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Das Projekt wird während 30 Tagen in den betroffenen Gemeinden Rüdtligen-Alchenflüh und Lyssach aufgelegt. «Die Plangenehmigung erwarten wir Ende 2020», so Nobs. Der Baubeginn ist für Sommer 2021 vorgesehen. Die Bauzeit wird 1,5 Jahre dauern. Im Sommer 2022 werde es eine fünfwöchige Intensivbauphase geben, davon drei Wochen ohne Bahnbetrieb. Im Frühling 2023 sind die Fertigstellungsarbeiten vorgesehen. «Wir werden rund 25 Millionen Franken in diesen Bahnhof investieren», eröffnete Nobs den Anwesenden. Der Löwenanteil wird durch die BLS über die Leistungsvereinbarung finanziert, ein Anteil übernimmt der Kanton (an den Bahnübergang Bernstrasse), einen Rüdtligen-Alchenflüh (an Bachdurchlass und WC) und einen Lyssach (an Bachdurchlass und Bahnübergang Moserstrasse).

Barbara Schwarzwald 

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