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Was lange währt, wird endlich gut

Mo, 29. Apr. 2019

OBERBURG: Am 25. April 2019 lud die BEWO Genossenschaft zur Eröffnungsfeier in die neuen Räumlichkeiten in den Oberburgpark ein. Regierungsrat Pierre Alain Schnegg war als Gastreferent geladen. ra  

Die «BEWO Genossenschaft» an der Krauchthalstrasse 22 in Oberburg mit Verwaltungsratspräsident Marc Winzenried und Geschäftsführer Hakan Kurtogullari lud am 25. April 2019 zur Eröffnungsfeier in die neuen Räumlichkeiten in den Oberburgpark ein. Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Direktor der Gesundheits- und Fürsorgedirektion GEF, war als Gast geladen und hielt die Eröffnungsrede. Ueli Arm, Architekt und Generalplaner, stellte das Bau- sowie Fritz Lüthi, Abteilungsleiter Berufliche Integration, das Grobprojekt vor. Die Mitarbeitenden Christian Buchs und Beatrice Ris äusserten sich kurz zu ihren persönlichen Eindrücken zum Spatenstich respektive zur Aufrichtefeier. Nach einem Stehlunch für die Gäste erfolgten im Anschluss Betriebsbesichtigungen in Kleingruppen.

Ein Blick zurück
Die BEWO-Werkstätte befand sich ursprünglich in gemieteten Räumlichkeiten auf dem ehemaligen Coop-Areal in Oberburg. Da der Mietvertrag auslief, wurde entschieden, zwei Liegenschaften inklusive Land in der Arbeits- und Industriezone Oberburgpark zu kaufen. Ein Gebäude musste saniert werden. Das andere wurde durch einen Neubau ersetzt. Die Gesamtkos­ten für das Projekt betragen 25 Millionen Franken. Im Jahr 2014 entschied sich der Kanton, 20 Millionen Franken zu übernehmen. «Ohne Einsprachen wären wir hier bereits im Jahr 2016 zur Eröffnungsfeier zusammengekommen», hielt Regierungsrat Pierre Alain Schnegg fest und ergänzte: «Vielleicht wäre dies dann mein allererster Auftritt gewesen, da ich am 1. Juli 2016 meine Arbeit als Gesundheits- und Fürsorgedirektor aufgenommen habe.» – Der Gesamtbauentscheid wurde schliesslich im Oktober 2016 erteilt.

Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen
«Die BEWO ist die grösste Arbeitgeberin für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zwischen Burgdorf und Thun», war von Schnegg zu erfahren (mehr als 200 Arbeitsplätze). Über einen Leistungsvertrag mit der GEF werden 147 geschützte Arbeitsplätze in den Bereichen Holzfertigung, Verpackung und Montage, Druckerei, Werk­ateliers und Hauswirtschaft finanziert. In der «Beruflichen Integration» werden Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen auf dem Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt begleitet und gecoacht. «Diese Aktivitäten werden von der IV finanziert», führte Schnegg dazu aus. – Die Arbeitsintegration sei auch für ihn ein spezielles Anliegen. Deshalb erlaube er sich, einen kurzen Abstecher zur Teilrevision des Sozialhilfegesetzes zu machen. «Mit dieser Teilrevision wollen wir vor allem bei der Arbeitsintegration aktiver werden.» Die Hälfte der Gelder aus den Einsparungen soll in erweiterte Integrationsmassnahmen fliessen. Noch seien nicht alle neuen Angebote durchge­plant. «Ich bin offen für Vorschläge auch aus Ihrem Bereich», wandte er sich an die anwesenden Fachleute.

Berner Modell
Ein weiteres wichtiges Projekt aus seiner Direktion sei unter dem Namen «Berner Modell» bekannt. «Wir wollen die kantonale Behindertenhilfe so gestalten, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung künftig wählen können, ob sie mit Unterstützung des Kantons in einem Wohnheim oder zu Hause leben wollen», erklärte Schnegg. Dazu sei eine Zwischenanalyse erstellt worden. Wichtige Fragen seien geklärt worden, neue aufgetaucht. Zentral sei nun die Entwicklung und Einführung eines wirksamen Steuerungskatalogs in Bezug auf die Leistungen, die der Kanton finanziere. «Wir gehen davon aus, dass die gesetzlichen Grundlagen zur Umsetzung des Behindertenkonzepts im Jahr 2023 in Kraft treten können», schloss er.

Einige Zahlen
«Ich nehme Sie mit auf eine Zeitreise von 10 Jahren, 6 Monaten und 29 Tagen», so Architekt und Generalplaner Ueli Arm, Kaufmann und Arm AG, Burgdorf, in seiner Einleitung. Im Gegensatz zu Fritz Lüthi, Abteilungsleiter Berufliche Integration, welcher die lange Zeitdauer bis zur Fertigstellung des Projekts mit der Schwangerschaft einer Elefantenkuh – respektive mit deren fünf – (sie dauert 22 Monate, es wären in den 115 Monaten fünf Elefantenkälber geboren worden) ver­glichen hatte, habe er die Zeitdauer vom ersten BEWO-Kontakt bis zum Eröffnungstag errechnet. – Während in den alten Räumlichkeiten eine Geschossfläche von 6800 m2 zur Verfügung stand, beträgt die neue 7373 m2. Das Gebäudevolumen umfasst 29 313 m3.

Grosser Dank
Verwaltungsratspräsident Marc Winzenried hatte die Ehre, sämtlichen Involvierten zu danken: der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern für die grossmehrheitliche Finanzierung, der IV für die gute Zusammenarbeit, der Pilatus Estate AG, Eduard Küng, als Grundeigentümerin, der Gemeinde Oberburg, dem Generalplaner, seinem Team und allen Unternehmern, die den Bau realisieren konnten, dem Verwaltungsrat, dem Geschäftsführer sowie sämtlichen BEWO-Mitarbeitenden. Letztere hätten in den vergangenen Jahren einen Riesenaufwand zusätzlich zum Alltagsbetrieb leisten müssen. «Dir heit würklich sehr e guete Job gmacht. I bi stolz uf öich», liess er sie wissen.

Barbara Schwarzwald

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