Ein erster und ein allererster Rang

| Di, 29. Okt. 2019

BURGDORF: Den ersten Rang bei der Verleihung des Burgdorfer Sozialpreises 2019 erreicht die reformierte Kirche Burgdorf, den allerersten der Pfadiheimverein Burgdorf. zvg

Mit einem Glas vom Getränkebuffet im grossen Saal des Stadthauses bekämpfen die Anwesenden die Nervosität, wer bei der bald folgenden Rangverkündigung um den Sozialpreis 2019 gesiegt hat. Dann ergreift Gemeinderätin Charlotte Gübeli (Ressort Soziales) das Wort und erläutert das Prozedere, wie aus den sechs nominierten Burgdorfer Organisationen diesmal zwei Sieger gekürt worden sind. Der Preis ist mit 8000 Franken dotiert, die Summe wird aufgeteilt.

Freiwillig mit Herzblut
«Alle Nominierten erbringen mit Herzblut ein grosses freiwilliges Engagement zugunsten der Allgemeinheit», betont Charlotte Gübeli in ihrer Festrede. Ganz besonders dankt sie Stadtpräsident Stefan Berger, der trotz derzeit mehrerer Anlässe pro Tag Zeit gefunden hat, den Siegern des Sozialpreises 2019 persönlich zu gratulieren. Neben den Mitgliedern der Sozialkommission und den zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern beider zu ehrenden Organisationen – reformierte Kirche und Pfadiheimverein – wohnen weitere Interessierte dem Anlass bei.
Im ersten Rang – mit 3000 Franken Preisgeld – findet sich die reformierte Kirche Burgdorf mit ihrem Freiwilligenangebot im Migrationsbereich, wofür sie die Auszeichnung laut Charlotte Gübeli «mehr als verdient hat. Die Stadt hätte das alles nie leisten beziehungsweise stemmen können. Das betrifft auch das Projekt PaMi (Patenschaft für Migranten beiderlei Geschlechts).»
Begonnen habe diese Arbeit 2013, als die Stadt im Auftrag des Kantons die Notunterkunft Lindenfeld für die in grosser Zahl in die Schweiz geflüchteten Asylbewerber geöffnet hat. Freiwillige der reformierten Kirche haben sich schon bald gemeldet, um den Fremden in vielen Belangen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Aus vielen Kontakten sind Freundschaften entstanden. Das bedeutet auch, dass Anette Vogt als Kirchenvertreterin immer neue Patenschaften in die Wege leiten muss. Stellvertretend für alle Freiwilligen nimmt sie die Ehrenurkunde und den Check entgegen.

Langjähriges Engagement
«Dem Pfadiheimverein Burgdorf wird der allererste Sozialpreis 2019 und 5000 Franken zugesprochen für sein langjähriges und erfolgreiches soziales Engagement zugunsten von Kindern und Jugendlichen. Ihr alle habt den Preis mehr als verdient», lobt die Gemeinderätin. Sie selber habe den Eindruck, der Pfadiheimverein «wirkt eher im Stillen, macht aber seit Jahrzehnten einen Superjob». Der Pfadiheimverein ist Besitzer des Pfadiheims Waldegg, der Roverbaracke und dem Schützenhüsli Lyssach. «Ihr schaut, dass die mehr als hundertjährige Pfadi ihr Programm auch bei schlechtem Wetter und im Winter reibungslos durchführen kann», lobt sie. «Weiter sorgt sie dafür, dass Verwaltung, Vermietung und Instandhaltung der Liegenschaften reibungslos funktionieren. Dank dem Pfadiheimverein kann die Burgdorfer Pfadi mit den Sektionen Biber, Wölfli, Pfadi, Pios und Rover ihre wertvolle Arbeit durchführen.»
Wer eine Pfadi-Karriere hinter sich habe, könne ein Leben lang vom Lagerleben, von Samstagnachmittagen im Wald, Wanderungen und verkochten Hörnli mit Gehackem schwärmen. Bei tollen Freizeitbeschäftigungen können Kinder und Jugendliche Interessantes und Wertvolles sowie Solidarität lernen, alle sind unabhängig von ihrer Herkunft willkommen und es entstehen Freundschaften fürs Leben. «Mit diesem allerersten Rang würdigt die Stadt das extrem wichtige und freiwillige Engagement von ganz vielen Menschen für unsere Jugend. Ihr leistet hervorragende Arbeit. Herzliche Gratulation und ein riesengrosses Merci euch allen», schliesst Charlotte Gübeli und übergibt Tristan Hänni die Eherenurkunde und den Check.
Beim gemeinsamen Apéro wird ausgiebig über die geleistete Arbeit diskutiert.

Gerti Binz

 

Dringend gesucht
Anette Vogt als Leiterin von PaMi (Patenschaft für Migranten beiderlei Geschlechts) sucht laufend Männer und Frauen, die mit der hiesigen Kultur und Sprache vertraut sind und die für mindes­tens sechs Monate eine Patenschaft für einen Flüchtling oder eine geflüchtete Familie übernehmen, die sich hier integrieren möchten. PaMi steht Geflüchteten und Paten aller Glaubensrichtungen offen. Für die reformierte Kirche Burgdorf stehen interkulturelle Verständigung und Integration im Vordergrund, wobei für Koordination, Beratung, Qualität und Schulung eine professionelle Leitung zuständig ist. Anette Vogt betont, dass «die Wirkung von PaMi vor allem über die Arbeit der Freiwilligen erzielt wird». Immer wieder stellt sich heraus, dass diese Zusammenarbeit eine Bereicherung für beide Seiten darstellt.
Der zeitliche Aufwand einer Patenschaft sowie das Einsatzgebiet und die Aufgaben werden nach Gesprächen festgelegt.
Fragen beantwortet Anette Vogt, Leiterin PaMi, a.vogt@ref-kirche-burgdorf.ch, Tel. 078 879 97 24.

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