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Drohneneinsatz - Chancen und Möglichkeiten

Mi, 05. Feb. 2020

KOPPIGEN: «Zu Gast auf dem Oeschberg...» lautet eine Referatsreihe der Gartenbauschule Oeschberg. Am 29..2020 referierten Erich Steiner und Reto Weiss zu Drohneneinsatz im Garten- und Landschaftsbau. ra 

Die Referatsreihe unter dem Titel «Zu Gast auf dem Oeschberg…» wurde im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Gastreferent war damals ein bekannter Gartengestalter namens Kobel. Am vergangenen Mittwoch erfolgte der zweite Anlass in dieser Reihe. Als Gäste geladen waren Erich Steiner, Landschaftsarchitekt FH BSLA und Geschäftsführer von Steiner & Partner Landschaftsarchitektur GmbH, Thun, sowie Reto Weiss, Informatikingenieur und Inhaber von pixmap gmbh, Worb. Ihr Hauptthema war der Drohneneinsatz im Garten- und Landschaftsbau mit seinen Chancen und Möglichkeiten. Oeschberg-Schulleiter Markus Spiegel meinte bei seiner Begrüssung an die ungefähr vierzig Interessierten im Saal über die Referatsreihe: «Es ist noch ein kleines ‹Baby›, das wir hier pflegen.» Der nächste «Zu Gast auf dem Oeschberg…»-Anlass ist in Planung. Er wird am 27. Januar 2021 über die Bühne gehen.  

Unterstützung vorhanden
Erich Steiner, vor Jahren als Landschaftsgärtner ins Berufsleben gestartet, ist mittlerweile als Golfplatz- und Landschaftsarchitekt nicht nur schweizweit, sondern europaweit unterwegs. Ein Treffen mit Reto Weiss vor zwei Jahren habe zu der sehr guten Zusammenarbeit zwischen ihnen geführt. «Wer von euch ist im Berufsleben bereits digital unterwegs?», wollte er von den Anwesenden wissen. Lediglich zwei, drei Hände erhoben sich. Steiner zeigte auf, dass sich die Digitalisierung von Maschinen, Geräten und Prozessen zunehmend auch auf die Abläufe im Garten- und Landschaftsbau ausdehnt. Doch Angst davor sei fehl am Platz. Unterstützung sei vorhanden. Er verwies dabei unter anderem auf «netzwerk_G», auf BIM (Building Information Modelling) und auf «building SMART Switzerland».

«Mir kartografiere»
Die Digitalisierung lässt sich nicht mehr aufhalten. «Gli louft aues über ds BIM» – auch in der Landschaftsarchitektur, wurde von Steiner prophezeit. Dies sei der Grund, weshalb sie auf den Drohneneinsatz setzten. «Wir haben uns entschieden, die Daten selber zu generieren», so der Referent. Reto Weiss zeigte die Vorteile der digitalen Bestandesaufnahmen (das heisst von der Befliegung und Georeferenzierung, der Prozessierung, Auslieferung von 3-D-Modell, von Orthofoto, Höhenmodell und Berechnungen) auf: schnell, günstig und komplett vermessen; effiziente Erstellung von Planungsgrundlagen, Ausmasse ermitteln, Vergleiche vor/nach dem Bau, 2-D und 3-D mit hoher Genauigkeit sowie Visualisierbarkeit. «Mir kartografiere», fasste er zusammen. Mittels Flugroboter oder eben Drohne wird ein Gebiet systematisch überflogen, es werden Hunderte von Einzelbildern geschossen. Durch Spezialsoftware wird daraus ein 3-D-Modell errechnet (fotorealistische und auf zentimetergenau georeferenzierte Punktewolke, bestehend aus mehreren Millionen Punkten). Diese Punktewolke kann direkt für 3-D-Illustrationen verwendet werden.

«Unsere Vision»
Erich Steiner kam ins Schwärmen beim Thema «Pflanzenwissen bereitstellen und mit QR-Code abrufbar machen». Schulleiter Markus Spiegel doppelte nach: «Die Ergänzung durch die Digitalisierung würde unserer Institution
enorme Möglichkeiten eröffnen.» Was bereits gemessen werden kann, ist die Pflanzenvitalität, sind Chlorophyll, Stickstoff, Phosphor, Feuchtigkeit im Blatt u. a. Es müsse jedoch noch alles am Boden überprüft werden. «Unsere Vision ist, Unterhaltsprobleme früh aufzuzeigen und zu dokumentieren», so Steiner. Die Überwachung von Insekten-, Unkraut- und Krankheitsausbrüchen mit Drohnen und Robotern ist in Entwicklung, die Gesundheitsanalyse von Pflanzen das oberste Ziel. «Ich sehe eine Riesenverantwortung vor uns, aber auch eine Riesenchance. Wir von der grünen Branche sind Wissensträger», so Steiner. Mit diesem Wissen könnten sie in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Städten Gutes tun für die Natur und die Landschaft, für die Biodiversität und gegen die Auswirkungen des Klimawandels.

Barbara Schwarzwald

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