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Die ganze Familie mit viel Muskelkraft beim Öko-Heuet

| Do, 25. Jun. 2020

HETTISWIL: Ab dem 15. Juni darf in der Talzone die Öko-Wiese gemäht werden, so lautet die Vorlage des Kantons. Nach einigen regnerischen Tagen Mitte Juni war dann ab dem 20. Juni auch das Ehepaar Küng aus Hettiswil zusammen ihren drei Söhnen beim Heuen ihrer Öko-Wiese anzutreffen. smo

«Ist der Juni warm und nass, gibts viel Korn und noch mehr Gras», steht in den Bauernregeln aus dem 16. Jahrhundert. Oder: «Wenns im Juni viel regnet, ist der Graswuchs gesegnet.» Familie Küng aus Hettiswil richtet sich beim Mähen ihrer Öko-Wiese jedoch nicht nach
Bauernregeln, sondern nach den Verordnungen des Kantons. Die Bauern­familie erbringt mit den 7 Prozent
Öko-Wiese den geforderten ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN). Dieser ist ein Minimalstandard für die umweltgerechte Landwirtschaft in der Schweiz. Die Anforderungen für den ÖLN umfassen sowohl die tiergerechte Haltung der Nutztiere und die Tierschutzverordnung als auch eine ausgeglichene Düngerbilanz und den angemessenen Anteil an Biodiversitäts-Förderflächen. Das sind 3,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) mit Spezialkulturen und 7 Prozent der übrigen LN.

Stichtag
Erst ab dem 15. Juni (Talzone) darf die Öko-Wiese gemäht werden, so lautet die Vorlage des Kantons – unabhängig von überlieferten Bauernregeln. In denen heisst es auch: «Durch Juniwind aus Norden, ist noch nichts verdorben worden.»

Marianne Küng erklärt beim Zetten der gemähten Wiese: «Wir brauchen einfach drei Schönwettertage, damit das Öko-Heu unbeschadet eingebracht werden kann.» Das Zetten erinnert an Szenen in Gotthelf-Filmen, an Protagonisten in feschen Trachtenkleidern. Bei Küngs steht die Familie auf dem Feld und an der Heugabel: Mutter Marianne, Vater Martin und die Söhne Timo (11), Matthias (15) und Marco (18). Neben dem prächtigen Heuwetter bezeichnet Marianne Küng auch die Anwesenheit von Marco als Glücksfall: «Es ist Samstag und alle Buben sind daheim und haben Zeit zum Helfen.» Marco, der Älteste, ist in der Lehre als Landmaschinen-Mechaniker. Er kennt die Abläufe im Bauernjahr von klein an. Auch die jüngeren Brüder Timo und Matthias wissen mit der Heugabel umzugehen.

Die Idylle vom Zmittag auf dem Feld, zusammen mit Mägden, Knechten und Erntehelfern und den Spass, zuoberst auf dem Heuwagen sitzen zu können, kennen auch sie nur als Gotthelf-Idylle. Für sie ist das Heuen heute «einfach Arbeit, die gemacht werden muss».

Prächtiges Heuwetter
Für die nächsten Tage wird gutes Heuwetter erwartet. «Gut so», findet Martin Küng. Er wird mit dem Kreisler das Gras auflockern, um es dann gut ausgetrocknet auf dem Heustock zu lagern. Der engagierten Familie bleibt zu wünschen, dass sich die Prophezeiung «Im Juni feucht und warm, macht keinen Bauern arm» erfüllt.

Sylvia Mosimann

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