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Kirschenernte auf dem Bauernhof von Familie Mathys

| Do, 09. Jul. 2020

BURGDORF: Derzeit ist die Kirschenernte bei der Familie Mathys auf dem Bauernhof im Bättwil noch in vollem Gange. 25 Kirschbäume warten auf Kirschenliebhaber, welche die süssen Früchte selber pflücken wollen. «Es het, solang‘s het…» smo

Die Kirschenernte ist noch voll im Gang, doch mit der Hitze, so vermutet Elisabeth Mathys vom Bauernhof Bättwil in Burgdorf, könnte es sein, dass die Saison langsam dem Ende entgegengeht. 25 Kirschbäume waren gut drei Wochen lang das Eldorado für Kirschen-Liebhaber, waren Köstlichkeit und Attraktion für die «Agrotouristen», die Werner und Elisabeth seit Ende des Lockdowns wieder beherbergen: «Unter Einhaltung aller Vorschriften der Behörden», meint Elisabeth Mathys schmunzelnd.

Regional
Werner Mathys stellt die langen Leitern an die Bäume. Die Bäuerin hält unterdessen zahlreiche «Chrättli» verschiedenster Grössen bereit und ermahnt die kleinen Leiterkletterer, nicht zu übermütig zu werden. Bisweilen waren täglich mehr als 20 Personen in den Bäumen, in friedlicher Koexistenz, einig im Bestreben, nur die allerschönsten und allersüssesten Kirschen zu pflücken.

Eine ältere Dame, eine treue Stammkundin der Mathys-Familie, «dirigiert» den Sohn: «Da links hets e Raglete voll, und de am Ast über dir, da bricht fasch dr Ast, so übervoll isch er …» Obwohl nachweisbar auch die Grossverteiler Früchte aus der Region anbieten, schwört die Dame auf die Kirschen der Mathys-Bäume: «Es sind einfach die Besten. Wir freuten uns den ganzen Frühling darauf und hatten schon Angst, dass Corona uns dieses Vergnügen des Kirschenerntens verdirbt.»

Konfitüre macht sie, für die ganze Familie, für die betagte Frau im Parterre des Mehrfamilienhauses – «und für die Jungen. Die wissen gar nicht mehr, wie man Gonfi macht.» Dann verrät sie, dass sie in der Konfitüre einen «Sprutz» Zitronensaft mitkocht, für den Ge-schmack und eine längere Haltbarkeit. Aber meist habe ihr Marmelade-Vorrat gar keine Zeit, schimmlig zu werden, die Nachfrage sei viel zu gross. Dann weiss sie noch einige «Kuchenrezept-Geheimnisse», die sie im Flüsterton der Vertrautheit weitergibt.

Beinahe unentwegt ist Werner Mathys mit den Leitern unterwegs und erfüllt so Wünsche und Bedürfnisse seiner Kundschaft. Derweil verrät Elisabeth Mathys, mit einem sehnsuchtsvollen Blick in die obersten, prallvoll be­hangenen Äste, dass sie bedauere, nicht schwindelfrei zu sein und deshalb leider nicht auf die Leiter steigen könne.

Ausblick
Ein herrlicher Rundblick auf Burgdorf, den Jura und das Schloss bietet sich (auch ohne Leiter) vom Hof der Familie Mathys, die diesen bereits in der vierten Generation führt. Die fünfte Generation ist in der Ausbildung und bald einmal bereit zur Übernahme. Mit Timo liegt die sechste Generation noch in den Windeln.

Mit ihrem «300-jährigen Sandstein-Bauernhaus in ruhiger, aussichtsreicher Lage» werben Elisabeth und Werner Mathys für ihr Nebenerwerbsangebot: spannende Erlebnisse auf dem Hof mit Eseln, Katzen, Hund, Hühnern, Kühen, Rindern, Kälbern, Enten, Schafen und Ziegen. Bienen liefern den Honig fürs Frühstück und den Bauernhof-Brunch. Auf Übernachtungsgäste warten Schlafplätze im «BnB», in der Ferienwohnung, im Stroh und im Massenlager. Während des Lockdowns war es ruhig auf dem Hof, doch langsam läuft der «Agrotourismus» wieder an. Elisabeth und Werner Mathys freuts, es scheint, als könne sie als Gastgeber nichts erschüttern – ausser vielleicht eine zweite Corona-Welle.

Sylvia Mosimann

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